Schon vor 10 Jahren wurde mit Hinblick auf die E-Mobilität prognostiziert, dass es zu einem Sterben der Werkstätten kommt, weil E-Autos kaum Wartung benötigen.
Genau da liegt der Hase aber im Pfeffer. Vor 10 Jahren wurde zwar prognostiziert, dass E-Autos kaum Wartung brauchen, aber in der Realität, wenn man sich die Inspektionspläne ansieht, sieht es aus, als würden sie viel mehr Wartung brauchen.
Das entbehrt zwar jeder Logik, aber wenn die Hersteller jeden noch so kleinen Klimbim als sicherheitskritisch einstufen und den Inspektionsplan entsprechend gestalten, laufen Prognose und Realität einfach auseinander.
Genau das ist aber, was die Käufer auf die Palme bringt: das Gefühl zu haben, von den Herstellern verarscht zu werden.
Aus unternehmerischer Sicht ist es so, dass ich entweder mehr mache, um auf mein Geld zu kommen, oder ich mache weniger aber dafür teurer. Die Industrie scheint sich dafür entschieden zu haben, weniger für mehr Geld zu machen, abet so zu tun, als würden sie mehr machen. Künstliches Aufblasen von Inspektionsplänen ist zumindest 'ne Täuschung.
Wenn es 2 Stunden dauert, einen Verbrenner zu warten, dann ist kaum nachzuvollziehen, warum ein E-Auto mit weniger und einfacheren Teilen genauso lange dauern soll. Da wurde künstlich was aufgeblasen.
Und wenn das dann auch noch teurer gemacht wird, mit dem Argument, dass man ja ganz neue Techniken und Werkzeuge braucht... ok, da ist was dran. Aber in der Regel bringen neue Techniken irgendwo einen Effizienzgewinn, weil es durch die neue Technik schneller geht.
Meine Frau ist Unternehmerin und ich bin Angestellter. Deshalb habe ich durchaus beide Brillen auf und auch Verständnis, dass ein Unternehmer auch Geld verdienen will und muss. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass bei Wartungsumfang und Preispolitik die Zusammenhänge nicht mehr gegeben sind und die Argumente nur noch fadenscheinig sind.