Was nervt euch am Enyaq?

  • Du meinst, Skoda hat da also beim 5er schon alles ausgereizt was geht?


    Ich schätze schon, dass noch etwas "geht", nur ist VW schon immer etwas zurückhaltend gewesen.

    Eine max. Laderate C von ca 2,2, wie bei deinem iV50, wird halt auch von anderen (auch aktuellen) VW-MEB nicht wirklich übertroffen.

    Von daher stellt die C-Rate von rund 2,2 bei VW aktuell wohl die Schmerzgrenze dar, die VW den einzelnen Zellen zumutet. Entweder müssen die Zellen ernsthaft besser werden oder vielleicht ist die bei MEB recht simpel aufgebaute Batteriekühlung, nicht ausreichend.


    Die Laderate kann bei Fz mit 800V-Technik größer sein, aber wohl eher selten bei E-Fz mit so einem kleinen Akku. Die einzelnen Zellen werden nicht dadurch schneller ladefähig, dass die Batterie mit 800, anstatt 400V geladen wird. Es sind die gleichen Zellen....Einen wirklichen Vorteil erzielt man mit 800V-Technik daher eigentlich erst, wenn mit mehr als rund 200kW geladen werden soll, denn rund 200kW sind ca die bisherige, technische Grenze der Ladestationen bei 400V.

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    Eine durchaus gute Kombination von Fz für Kurzstrecke, Verbrauch und Reichweite habe ich gerade bei einem Freund kennen gelernt. Der hat sich gerade einen Hyundai E-Kona Baujahr 2023 mit 64kWh/Akku, mit weniger als 10tkm Laufleistung für 25t€ gekauft.

    Den würde ich von der Größe her zwischen Polo und Golf einordnen.

    Das Fz ist relativ leicht und verbraucht wenig (Reichweite nach WLTP 484km, selbst laut ADAC sind es noich 435km....), zudem läuft es 180km/h und beschleunigt schneller von 0 auf 100km/h als meim iV80.

    Die Ausstattung mit 64kWh-Akku serienmässig bereits sehr umfangreich.

    Einzig die geringere DC-Ladegeschwindigkeit (100kW) wäre, wenn man das Fz auch längere Strecken nutzt, von Nachteil.

    Ansonsten m.E. ein wirklich gelungenes Kurzstrecken-Fz.

    Bestellt 23.11.2021: Enyaq iV80/ unverbindliches Lieferdatum: 4.Q 2022

    Auslieferung: 22.03.2023 mit SW 3.2

    AKtuell SW: 3.8

  • Die einzelnen Zellen werden nicht dadurch schneller ladefähig, dass die Batterie mit 800, anstatt 400V geladen wird. Es sind die gleichen Zellen....Einen wirklichen Vorteil erzielt man mit 800V-Technik daher eigentlich erst, wenn mit mehr als rund 200kW geladen werden soll...

    Die einzelnen Zellen müssen gar nicht besser werden.

    Das ist simple Physik bzw. Elektrotechnik.
    Annahme: gleiche Zellen

    Bei 800 Volt sind doppelt so viele Zellen in Reihe geschaltet.
    Fließt der gleiche Strom (also gleiche C-Rate) durch diese Zellen, so wird die einzelne Zelle nicht mehr belastet.
    Aber es werden quasi doppelt so viele Zellen geladen.
    Doppelt so hohe Spannung und - als Produkt von Spannung und Strom - halt doppelt so hohe Ladeleistung.

    Und das ist es doch, was zählt.
    Mit 800 Volt kann eine doppelt so hohe Ladeleistung erreicht werden, ohne dass es die einzelne Zelle mehr belastet.
    Oder man lädt mit gleicher Leistung, aber halben Strom und schont die Zellen.
    Also ist das schon ein riesiger Vorteil, denke ich.

  • Da rechne ruhig noch mal etwas nach.......

    Für einen Vergleich zwischen 400 und 800V muss die Akku-Kapazität natürlich gleich groß sein.

    Bei 800V ist die Anzahl der Zellen bzw. der Zellenpakete doppelt so groß. Das ist richtig.


    mein iV80 hat z.b. 96 Zellenpakte mit je 3 parallel geschalteten Zellen. Insgesamt also 288Zellen, die eine Gesamtkapazität von 82kWh aufweisen.

    Jede zelle hat also rund 285Wh ca. Energieinhalt.

    Zitat

    Annahme gleiche Zellen

    ........

    Aber es werden quasi doppelt so viele Zellen geladen

    Dann würden in meinem Fall 288x2= 576 Zellen geladen werden und wenn diese jeweils gleich wären, hätte ich keinen 82kWh-Akku mehr, sondern einen 164kWh-Akku mit rund 1 Tonne Gewicht.....

    Das ist Physik....


    Also:

    82kWh sollen beibehalten werden.

    Die Ladespannnung soll aber doppelt so groß werden, um halt mit 800V-Systemen kompatibel zu sein.

    Beim iV80 sind es z.b. 96Zellenpakete in Reihenschaltung, also könnte man die Anzahl der in Reihe geschalteten Zellenpakete z.b. verdoppelt, also 192 Pakete. Dann wäre die Batterie mit 800V-System kompatibel.

    Um trotzdem 82kWh-Gesamtenergie zu kommen, müssen 82kWh durch die Anzahl der Zellenpakete geteilt werden, um den Energieinhalt eines Zellenpaketes bestimmen zu können:

    82kWh / 192 = 0,427kWh = 427Wh müsste so ein Paket aus parallel geschalteten Zellen aufweisen.


    Und, oh Wunder der Mathematik und Physik, 427Wh sind so ziemlich genau die Hälfte des Energieinhaltes, dass ein Zellenpacket der IV80, bestehen aus 3 Zellen von je 285Wh) aufweist.....


    Fazit: man braucht nicht lange mit Zellen und Zellenpaketen herum rechnen:

    Wenn eine Batterie insgesamt 82kWh hat, hat sie bei 400V-Nennspannung die Hälfte der Zellenpakete, als wenn sie eine Nennspannung von 800V hat.

    Die Summe der Energieinhalte aller Zellen muss aber in beiden Fällen gleich sein (sonst kommt man nicht auf 82kWh...) und daher ist auch die Belastung der Zellen in beiden Fällen gleich.


    Um mit mehr Leistung laden zu könnten die Zellen besser werden oder es könnte z.b. die Kühlung der Zellen besser werden oder VW entwickelt andere Schmerzgrenzen für die C-Rate ihrer Zellen.

    Bestellt 23.11.2021: Enyaq iV80/ unverbindliches Lieferdatum: 4.Q 2022

    Auslieferung: 22.03.2023 mit SW 3.2

    AKtuell SW: 3.8

  • das stimmt so nicht, auf Zellebene ist die Belastung rein von der Leistung abhängig. Egal ob 800V oder 400V, die Belastung ist bei gleicher Ladeleistung identisch.

    Das stimmt nur unter bestimmten Voraussetzungen. Nämlich:

    82kWh sollen beibehalten werden.

    Diese Bedingung habt ihr vorher aber nicht definiert.
    Mit dieser Bedingung wiederum würden zwar doppelt soviele Zellen in Reihe sein.
    Aber nur noch halb so viele dieser Strings parallel. Die Anzahl der Zellen (was die Kapazität ausmacht) bliebe unverändert.

    Bei gleicher Ladeleistung würde die doppelte Spannung mit halben Strom einhergehen.
    Da der sich auf nur noch halb so viele Strings verteilt, hebt sich das wieder auf.

    Hier sind wir uns dann einig.

  • Wenn der Akku beim Vergleich 400V / 800V plötzlich doppelt so groß ist, macht der ganze Vergleich doch keinen Sinn. Die Entwickler haben sich bei der C-Rate schon was gedacht, einfach weil es am Ende für die einzelne Zelle keinen Unterschied macht, ob da jetzt 2 oder 4 in Reihe sind, die Belastung für die hängt halt 1:1 am Strom, mit dem sie geladen/entladen wird. Und dann sind wir wieder an dem Punkt, dass ein 800V-System erst dann einen (großen) Unterschied macht, wenn wir mit 400V die üblichen 500A der Ladestationen (also 200kW) überschreiten würden. Unser Enyaq erreicht derzeit beim Laden 470A (IIRC) in der Spitze, da würde also noch ein bisschen was gehen, bis wir an die Grenze der Ladesäulen kommen. Und neuere HPC-Lader haben ja inzwischen auch Boost-Funktion und können über 500A liefern, da würde also selbst mit 400V noch was gehen.


    Einziger Punkt, an dem man immer was spart, sind die Leitungsverluste, weil ich die Stromstärke halbiere.

    Enyaq Coupe RS in Mamba-Grün 🐸
    VW e-up Facelift in Honey-Yellow 🐝


  • Die Wahrheit liegt meiner Meinung nach dazwischen.
    Durch 800V bekommst du einfach mehr Spielraum bei der Akku-Größe und KANNST bei Bedarf weiter nach oben skalieren. Mit 400V bist du bei der handhabbaren Stromstärke irgendwann am Limit.

  • Einziger Punkt, an dem man immer was spart, sind die Leitungsverluste, weil ich die Stromstärke halbiere.

    exakt. Das ist der Hauptgrund. Außerdem benötigen Autohersteller und Ladestationsbetreiber für die gleiche Ladeleistung weniger Kupfer....


    Diese Bedingung habt ihr vorher aber nicht definiert.

    Was wollen wir den vergleichen?

    Den Vorteil der 800V-ladung oder einen Mix aus Vorteil der 800V-Ladung plus größerer Batterie?


    Die Wahrheit liegt meiner Meinung nach dazwischen.
    Durch 800V bekommst du einfach mehr Spielraum bei der Akku-Größe und KANNST bei Bedarf weiter nach oben skalieren. Mit 400V bist du bei der handhabbaren Stromstärke irgendwann am Limit.

    Wieso bekommt man bei der 800V-Technik unbedingt mehr Spielraum bei der Akku-Größe?

    Beim Enyaq/ID4 usw. passen offenbar kaum mehr als die Zellen in die Batteriebox, die insgesamt gut 80kWh-liefern können. Würde durch einen anderen Anschluss von Zellen, wodurch sie dann für 800V geeignet wären, auf einmal mehr Platz vorhanden sein, so dass dadurch z.b. 100kWh möglich wären?

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    Die normalerweise handhabbare max. Stromstärke ist bei 400V ca die Gleiche, wie bei 800V.......wenn wir die max. 500A Grenze ansetzen, die durch die Ladestationen und Anschlusskabel bisher existiert, kann damit sowohl mit 400V, als auch mit 800V geladen werden.


    Der VW ID.7 mit großem Akku wäre ja so ein Fall:

    Der reizt die 500A-Grenze durch ca max. 200kW Ladeleistung bei 400V ungefähr aus.

    Wenn der ein 800V-System hätte, könnte er mit der selben maximalen Stromstärke theoretisch bis 400kW laden, ohne einen Akku zu besitzen, der größer ist, als der in 400V-Technik geschaltete.

    Mehr als die ca 92kWh-Brutto passen beim ID.7 nicht in die Box. Das würde bei 800V nicht mehr werden und die rund 200kW max. Ladeleistung passen ziemlich exakt zu der oberen C-Rate der MEBs von ca 2,2, die ich genannt/vermutet habe....

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