Häufige Phasenumschaltung: eher vermeiden? Wechsel zwischen 1 und 3phasigem Laden problematisch?

  • Richtig, aber der Hersteller bzw. Installateur der WB hat dafür zu sorgen, das die Länderspezifischen Regelungen eingehalten werden müssen.

    30.12.2021 ULT 12.22. 80x Sportline

    Panasonic Wp 5kW, 4,9kWp mit 20x245W plus 38x440W Bluesun auf Nord- und Flachdach, LG 10Resu Speicher, Passivhaus

  • Gundsätzlich kann der Enyaq mehr als 16A, wenn er einphasig lädt.

    Die maximale Schieflastgrenze in Deutschland ist 4600W, was 20A x 230V entspricht. Ich habe das bei uns beobachtet und das funktioniert auch einwandfrei. Grundsätzlich sollte mit dieser Schieflastgrenze und einem vernünftigen Ladegerät im Auto, was bei 6A Mindeststrom auch ordentlich funktioniert, das Überschussladen kein Problem sein, da 6A x2 30V x 3 Phasen nur 4140W sind und die Wallbox also rechtzeitig vor Erreichen der Schieflastgrenze umschaltet.


    Unsere Ladezicke Renault Zoe hat zumindest bei der alten Wallbox bei Strömen unter 10A regelmäßig nur die Hälfte des möglichen Stroms gezogen, unter 8A sogar teilweise völllig versagt.


    Was von der gezogenen Leistung im Akku landet, steht noch mal auf einem anderen Papier. Ich denke aber nicht, dass der Gleichrichter mit 3 x 6A ineffizienter ist als mit 1x 18 A.


    Im September haben wir unseren alten Go-E Charger, der nicht selbst zwischen ein- und dreiphasig umschalten konnte durch eine SMA eCharger ersetzt, der auch besser mit dem Rest der Anlage zusammenarbeitet. Den Enyaq haben wir erst seit drei Wochen. Wir versuchen derzeit einen vernünftigen Kompromiss bei den Einstellungen der Wallbox zu finden, damit beide Autos möglichst optimal den PV-Überschuss laden.

    Seit 06/2020 Renault Zoe ZE50
    Seit 03/2026 Skoda Enyaq 85 :love:

  • Zu diesem Thema habe ich mal ein paar Messungen gemacht.
    Benutzt habe ich den Parameter "Hochvoltbatterie Energiegehalt", ausgelesen via OBD/Carscanner sowie die gemessene Energie, die laut geeichtem Stromzähler in meiner WB geladen wurde.
    Als OBD-Rookie habe ich erst wenig Erfahrung mit dem Parameter "Hochvoltbatterie Energiegehalt". Ich hoffe, dass dieser Parameter für diesen Zweck präzise und zuverlässige Werte liefert.
    Kann jmd dazu etwas sagen?

    Als Zwischenergebnis kann ich aber schon einmal mitteilen, dass mittels dieser Berechnungsmethode folgendes rauskommt:
    3-phasigen Laden mit einer durchschnittlichen Leistung von 5 KW Verlust ca. 9,5%
    1- phasiges Laden mit einer durchschnittlichen Leistung von 3,5 KW Verlust ca. 13,5%
    1- phasiges Laden mit einer durchschnittlichen Leistung von 1,3 KW Verlust ca. 23,1%

    Feedback dazu sehr willkommen !

    85x all-in EZ 07/25 & Elroq 85 in Bestellung
    WB: WARP3 Pro von Tinkerforge mit EVCC
    12 KWp PV-Anlage

  • Ladepower:

    Der Enyaq lädt ohne weiteres 32A einphasig, also mit maximal 7.2kW. Das ist auch nötig, da zum Beispiel in Frankreich die Häuser generell nur einphasig angeschlossen sind. Der Phasenausgleich wird da halt einfach nicht pro Haus sondern halt pro Strasse/Quartier geregelt.

    In diesem Fall sind 32A jeweils das Maximum was man pro Verbraucher/Sicherung ziehen kann (Wallbox, Herd, etc.).


    Ladeverluste:

    Grundsätzlich sind Gleichrichter unter höheren Lasten effizienter, da ihre Verluste in erster Näherung weitgehend konstant sind und daher bei steigender Last prozentual geringer ins Gewicht fallen. Oder anders formuliert: Der Wirkungsgrad ist besser bei höherer Last.

    Bei den Resultaten von Enyaq-Micha sieht man übrigens schön, dass die absoluten Verluste bei 5kW 3-phasig (9.5% → 475W) und 3.5kW 1-phasig (13.5% → 473W) identisch sind.

  • Vielen Dank für diesen sehr interessanten Input.

    Ich habe aktuell auch das Problem, dass mit meiner 11 Kwh Wallbox einphasig max. 3,6 kW gehen, 3-Phasig mindestens 4.1 kW sein müssen und die PV max. 6 kW liefert.

    Also passiert beim kleinsten Wölkchen / Verbraucher im Haus die Phasenumschaltung. Die braucht immer gut 1-2 Minuten und geht max. ein oder zweimal gut, dann steigt der Enyaq aus.

    Leider hilft dann nur "Kabel rein / Kabel raus".

    Ergo: Bin ich z.B. mit dem Rad zur Arbeit und niemand ist zu Hause, bloß nicht die automatische Umschaltung rein machen! Also 1-Phasik bummel - laden.


    Daher sehr interessant für mich, dass mit einer 22 kW Wallbox auf einer Phase sogar 7,2 kW gingen. Die Lösung aller meiner Probleme

    (??) oder ist das Minium dann bei 2,2 statt 1,2 kW? Das wäre aber noch verkraftbar. 1,2 kW ist ja wie nicht laden.


    Dafür müsste ich dann aber vermutlich dass (20 Meter lange) Kabel zur WB erneuern. Ich habe glaube ich 2,5 oder 4 m² Querschnitt liegen. 2,5 wäre ja für die 11 kW schon grenzwertig auf die Distanz.

    Für 32A werden 6 m² fällig.

  • Daher sehr interessant für mich, dass mit einer 22 kW Wallbox auf einer Phase sogar 7,2 kW gingen. Die Lösung aller meiner Probleme

    Achtung: Es gilt die Schieflastverordnung in D. (es gibt auch ähnliches in A und CH).

    Es gilt die ungleichmäßige Verteilung von Lasten zwischen den 3 Phasen zu vermeiden.

    Das Phasendelta darf 4,6 kW nicht überschreiten.

    Dies wäre jedoch in den meisten Fällen bei einphasigem Laden mit 7,4 kW gegeben!


    Hier steht einiges zum Thema Schieflast und Einhaltung der Symmetrie beschrieben:

    2019-10-31_Veröffentlichungsversion_FNN-Hinweis Symmetrieeinrichtungen_FNN Layout - Kopie.docx

  • Ich habe eine KEBA P30-x und das Überschussladen funktioniert einwandfrei.
    Die WB ist (via Dip-Schaltern) fest auf max. 20 Ampere pro Phase limitiert.

    Bei mehr als 16A teilt das Auto den Strom einer Phase intern auf 2 der 3 Ladeeinheiten auf, wie ich mal irgendwo gelesen habe (gilt für MEB insgesamt).

    Na jedenfalls gibt es dadurch bei mir kein Gap zwischen ein- und dreiphasigem Laden.
    Wenn die Leistung reicht für drei Phasen veranlasst die WB die Umschaltung (habe ich extern aufgebaut wie KEBA S10) und vice versa.

    Das funktioniert prima, dem Enyaq macht das nichts aus.

  • [...]

    Ich habe aktuell auch das Problem, dass mit meiner 11 Kwh Wallbox einphasig max. 3,6 kW gehen, 3-Phasig mindestens 4.1 kW sein müssen und die PV max. 6 kW liefert.

    Also passiert beim kleinsten Wölkchen / Verbraucher im Haus die Phasenumschaltung. Die braucht immer gut 1-2 Minuten und geht max. ein oder zweimal gut, dann steigt der Enyaq aus.

    [...]

    Ich habe eine 11kW go-e "Wallbox" und diese wird über ein Programm "evcc" gesteuert, welches auf einem Rasberry Pi läuft.

    Bei dem von dir beschriebenen Wölkcheneffekt nutzt das System zur Verminderung von 3p <--> 1p Umschaltungen den Hausakku als Puffer, aber nur für kurze Zeit, wenige Minuten. Erst wenn danach die Leistung nicht mehr für 3p reicht (4,1kW) schaltet das System auf 1p um. Bei der Rückschaltung gibt es ebenfalls eine kleine Verzögerung. Insgesamt gibt es so beim Wölkcheneffekt nur sehr wenige 3p <--> 1p Umschaltvorgänge und mein Enyaq kommt mit diesem Solarüberschußladen sehr gut klar.


    Falls du auch einen Hausakku zur Pufferung hast, schau dir einfach mal evcc an, das Programm unterstützt sehr viele Wallboxen, Wechselrichter und weitere Geräte. Es ist auch (z.B. um es zu probieren) eine Windows Version verfügbar. Testversionen sind kostenlos. https://evcc.io/

  • Ich habe eine Zappi (WB) und auch die Libbi (Batterie) mit 10 kWh dazu.

    Wenn ich 1-Phasig lade, schalte ich auch den Akku dazu.

    Wenn ich 2-Phasig lade, entlädt der Akku mit max. 4,4 kW, weil er auf die 11 kW kommen will.

    Vermutlich begrenze ich bald (wenn der Somme noch ein wenig näher rückt) die WB auf max. 6 kWh Leistung, dann funktioniert das auch mit der Batterieunterstützung auf 3-Phasig.


    Ich habe aber auch noch einen Ladeziegel, den ich z.B. auf 8A oder 10A begrenzen und in die 11 kW Dose stecken kann.


    Also genug Möglichkeiten, aber je nach Wetterlage ist es ein Gefummel, das richtige Setting zu finden. Immerhin ist so langsam die Heizung aus, da muss ich nicht mehr so drauf achten, dass auch die Batterie nach Möglichkeit abends voll ist. 30% reichen da locker um mich über die Nacht zu bringen. Außer: Der Herr Sohn Zockt die Nacht durch . . .

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