Skoda Enyaq 85x Reichweite und Verbrauch - Erfahrungen aus der Praxis

  • Ohh, doch so viel - nicht schlecht

  • Das ist eine echt lustige Frage. Und auch wenn ich mich seit mehr als 40 Jahren mit thermischen Prozessen beschäftige kann ich nur vermuten.

    Letztendlich kommt die Hitze durch den Verdichter und die Kälte vom Entspannen. Beides läuft synchron. Aber das Delta zwischen Vorlauftemperatur und Ist-Temperatur ist i.d.R beim Heizen höher als beim Kühlen. Ergo muss länger gekühlt als geheizt werden. Trotzdem kommt vor dem Entspannen die Aufheizung des Gases. Meine Vermutung: Heizen ist effizienter als kühlen. Und geht auch schneller. Wenn ich Winter einsteige dann wird es recht schnell warm. (Beispielsweise von 0 auf 21 Grad) Um aber nur von 31 Grad auf 20 Grad zu kommen dauert es schon wesentlich länger. Wobei man nicht vernachlässigen darf, das im Somme i.d.R. die Sonne in die Kiste scheint und damit der Wärmeeintrag deutlich höher ist als der Wärmeverlust im Winter. Und auch aus diesem Grund: Ein Warmes Auto im Winter bleibt länger warm, als ein kühles Auto im Sommer kalt. Ich tippe mal auf 50% mehr Energie zum kühlen als zum Heizen. Eher sogar noch mehr.

  • Kumpel von mir hat zwischenzeitlich mal den Copiloten die Škoda-Seite durchsuchen lassen, hätte ich auch drauf kommen können..

    kam das hier raus (gegenteilig):


    🔥 Heizung – typischer Mehrverbrauch

    Heizen ist beim E‑Auto der größte Zusatzverbraucher, weil Wärme elektrisch erzeugt werden muss.


    Typische Werte (real):


    +2 bis +5 kWh/100 km bei 0 bis –10 °C


    +1 bis +2 kWh/100 km bei 5–10 °C


    <1 kWh/100 km wenn vorgeheizt und nur Innenraumtemperatur gehalten wird


    Warum?

    Der Enyaq nutzt eine Wärmepumpe (optional). Mit Wärmepumpe ist der Heizverbrauch deutlich geringer. Ohne Wärmepumpe steigt der Verbrauch im Winter spürbar.


    ❄️ Kühlung – typischer Mehrverbrauch

    Klimatisierung ist deutlich effizienter als Heizen.


    Typische Werte (real):


    +0,5 bis +1,5 kWh/100 km bei 25–35 °C


    <0,5 kWh/100 km bei moderaten Temperaturen

  • AFAIK wird beim heizen zuerst ein klassischer Wiederstandheizer benutzt, danach übernimmt die Wärmepumpe zum heizen.

    Beim kühlen ist das Gegenstück zum Widerstandsbeheizter leider noch nicht erfunden und die Wärmepumpe muss von Anfang an die Abkühlung übernehmen,

    Da sind unterschiedliche Erwärmungs-/Abkühlungskurven mit unterschiedlichen Zeitkonstanten.


    Aber durch den Nichteinsatz eines nicht existieren Sofortkühlers tippe ich darauf , dass die gleiche Temperaturdifferenz abzukühlen etwas effizienter ist und etwas länger dauert.


    Unter dem Strich wäre es tatsächlich spannend zu wissen was nach z.B. 3h erwärmen oder 3h kühlen um z.B. 10K als Energiebilanz beim Enyaq heraus kommt.

  • ich habe noch keinen, die Temperaturen lassen es durchaus zu, den Wagen mal mit der Klimaanlage abzukühlen. Also bitte :)

    (Denkt dran, dass jeder Mensch ca. 80W Heizleistung im Ruhezustand hat, die wirkt dem Test natürlich entgegen, oder ihr beschwert den Sitz, damit das Auto an bleibt und bleibt draußen :x )

  • Ich hab mal meine Lieblings-KI mit der folgenden Frage beschäftigt:


    Was benötigt bei einem E-auto mit Wärmepumpe mehr Energie? Heizen oder kühlen? Heizen: Es sind 0 grad und soll auf 20 geheizt werden. Kühlen: Es sind 30 Grad und die Sonne scheint stark, und soll lauf 20 Grad gekühlt werden.


    Hier die ausführliche Antwort dazu:


    Kurze Antwort vorweg: Es ist deutlich knapper, als die Temperaturdifferenzen vermuten lassen — und in genau diesem Szenario kann es sogar kippen. Reines „Bauchgefühl" sagt Heizen (weil 20 K Hub statt 10 K), aber die starke Sonne beim Kühlen gleicht das weitgehend aus. Im realen Jahresmittel verbraucht Heizen trotzdem meist mehr. Der Grund liegt in zwei gegenläufigen Effekten.

    Effekt 1 – die zu bewegende Wärmemenge (thermische Last)

    Heizen (0 → 20 °C): Der Verlust durch Scheiben und Karosserie ist proportional zur Differenz von 20 K. Keine Sonne hilft mit. Grob für eine Pkw-Kabine (UA ≈ 40–50 W/K): rund 900–1100 W Verlustleistung im stationären Betrieb.

    Kühlen (30 → 20 °C): Die Leitungsverluste sind wegen nur 10 K Differenz etwa halb so groß (~450 W). Aber dazu kommt die Solarlast durch die große Glasfläche — bei starker Sonne leicht 1000–1400 W (Treibhauseffekt, ~3 m² Glas). In Summe also ~1700–1900 W, also mehr als beim Heizen.

    Hier dreht die Sonne das Bild also schon einmal um: Trotz kleinerer Temperaturdifferenz ist die Wärmelast beim Kühlen in diesem Szenario höher.

    Effekt 2 – die Effizienz der Wärmepumpe (COP)

    Der COP hängt stark vom „Temperaturhub" ab. Carnot-Grenze:

    • Heizen, 293 K / 20 K Hub → ideal ~14,6
    • Kühlen, 293 K / 10 K Hub → ideal ~29

    Real erreicht man ca. 40–50 % davon. Beim Kühlen mit nur 10 K Hub liegt der reale COP typisch bei ~3,5–4, beim Heizen bei 0 °C eher ~2,5–3 (und je kälter, desto schlechter — unter etwa –5 bis –10 °C muss oft die PTC-Heizung mit COP = 1 zuschießen). Kühlen ist hier also der effizientere Prozess.

    Rechnung über den Daumen (elektrische Leistung = Last ÷ COP)

    Heizen: ~1000 W ÷ 2,7 ≈ 370 W

    Kühlen: ~1800 W ÷ 3,7 ≈ 490 W

    Mit diesen Annahmen verbraucht das Kühlen in deinem Szenario sogar etwas mehr — die starke Sonne ist der entscheidende Faktor. Schwächt man die Solarlast ab (z. B. 700 statt 1200 W), kehrt sich das Verhältnis um und Heizen liegt vorn. Das Ergebnis ist also wirklich grenzwertig und hängt an der Sonnenintensität.

    Einordnung

    Für genau die beschriebenen Bedingungen: ungefähr gleichauf, mit leichtem Vorteil (= mehr Verbrauch) fürs Kühlen, weil die Sonne richtig reinhaut. Im Realbetrieb über ein Jahr gewinnt aber das Heizen den Verbrauchsvergleich klar — und deshalb verlieren E-Autos im Winter mehr Reichweite als im Sommer. Das liegt daran, dass „Winter" im Mittel deutlich kälter als 0 °C ist (schlechterer COP, Abtauzyklen, resistive Zuheizung) und ein E-Auto — anders als ein Verbrenner — keine kostenlose Motorabwärme nutzen kann.

    Zwei Faktoren, die ich bewusst ausgeklammert habe und die das Bild verschieben können: der initiale „Pulldown". Eine in der Sonne geparkte Kabine kann innen 50–60 °C heiß sein — das erste Herunterkühlen ist dann kurzzeitig brutal energieintensiv. Umgekehrt hilft beim Heizen die Abwärme der Insassen ein wenig mit.


  • Das entspricht in etwa meiner Erfahrung, z.b gestern draußen fast 40° und 23 eingestellt. Verbrauch lag bei unter 18kW. Im Winter wären es bei ähnlichem Temperaturhub eher 23 kW.

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