An dieser Stelle teile ich gerne eine Methode mit Euch, die mir selbst häufig hilft, mich nicht über vermeintliche Missstände aufzuregen.
Gedankenspiel: stellen wir uns mal kurz vor, die VW-Ingenieure wären weder besonders böse noch besonders dumm ... welche anderen Erklärungen könnte es dafür geben, dass sie eine 12V-Batterie mitsamt dieser bestimmten Ladelösung in die Systemarchitektur der (aus Konzernsicht strategisch überlebenswichtigen) Elektro-Plattform eingeplant haben?
Vielleicht, weil sie nicht daran gedacht (es nicht intensiv getestet) haben, wie oft und wie intensiv es zu Entladungen in der so genannten Ruhezeit kommen kann.....und wie schnell die Warnschwelle bezüglich des Batteriezustandes unterschritten werden kann, was dann zu Funktionsausfällen führt.
Das zeigt eigentlich schon die Wahl der anfänglich verwendeten Starterbatterie:
Es wurde anfänglich eine Batterie der Bauart EFB verwendet.
Theoretisch, es geht ja lediglich um die Ansprüche eines reinen E-Autos, war das m.E. völlig ok....
Warum nicht von Anfang an, eine AGM-Batterie, die bekanntlich genau das (etwas) besser kann, was in einem MEB gefordert wird, nämlich mehr Zyklen durchhalten?
Wusste man nicht, wieviel Kapazität ein MEB in einem Jahr in der Realität in die Batterie durchschnittlich lädt, bzw. entlädt?
Erfahrungen mit diesen Batteriebauarten sollte es reichlich geben, denn nahezu alle reinen Verbrenner des Konzerns haben so ca ab 2013 (Ca. Start des Golf 7) ein Start&Stop-System inkl. Rekuperation verbaut, dass die Batterien "eigentlich", aus mehreren Gründen, deutlich mehr fordern sollte, als es bei einem reinen E-Auto der Fall ist...u.a., weil es bei den Verbrennern keine Möglichkeit gibt, jederzeit, auch in Ruhephasen, nachladen zu können.
Bei diesen Verbrenner-Fz kommt es meiner Foren-Beobachtung nach zu einer durchschnittlichen, vollständigen Funktionsdauer von, ganz grob, rund 5 Jahren. Erst dann findet z.b. Start und Stop weniger bzw. weniger lange statt,
Ohne die spritsparende Start&Stop-Technik, sowie Minimalrekuperation, kommt man i.d.R., selbst mit günstigen Starterbatterien, weiter.....das kann man bei vielen älteren Modellen sehen.
Zumindest das (die 5 Jahre...) sollte man bei den MEBs daher auch hinbekommen, weil deren Voraussetzungen für ein längeres Starterbatterieleben, "eigentlich" deutlich besser sein könnten.
Die Realität zeigt bisher, dass die kurze Lebensdauer der Starterbatterien nicht nur mit bedauerlichen Einzelfällen (und selbstverständlich nur aufgrund der schlechten Batteriequalität...) erklärt werden kann. Zudem gibt es handfeste, private Spannungsdiagramme die durchaus Anormalitäten zeigen, welche die relativ starke Entladung während der Ruhephasen deutlich machen.
Diese Diagramme werden von VW/Skoda nicht gewürdigt und eigene Langzeit-Aufzeichnungen machen die Werkstätten nicht bzw. dürfen sie offenbar nicht machen. Sie wechseln nur die Batterie.....
Auf mich macht diese Schlappe mit den teilweise sehr kurzen Batterie-Funktionszeiträumen bei den MEB (durchaus auch nur mal 1 Jahr...) eher den Eindruck, dass da etwas generell nicht stimmt (wieso wird in Ruhephasen teilweise für 1-2 Stunden recht viel Strom, und für was, gebraucht?), eventuell vorher nicht ausreichend getestet wurde oder man es drauf ankommen lassen wollte, weil keine Zeit mehr vorhanden war.
Ausgreift wirkt das definitiv nicht, egal wie schlau die Ingenieure waren.