Ich glaube, hier herrschen irgendwie falsche Vorstellungen davon, was heute alles nachgewiesen werden muss und was die Hersteller vorgeben. Da darf eben nicht jeder mit einer kurzen Einweisung an Hochvoltsystem herumfuhrwerken, auch wenn er es vielleicht praktisch könnte. Wenn da was passiert, hat der Betreiber der Werkstatt aber Party im Betrieb bis hin zum Strafverfahren.
Ob man das gut findet oder nicht, das ist eine andere Frage. Tatsache ist, dass seitens des Gesetzgebers diverse Vorgaben für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen gemacht werden, und die kosten viel Geld. Gleiches gilt für die vom Hersteller vorgegebene Ausstattung der Werkstatt. Auch das gibt es nicht für billiges Geld.
Und ein E-Auto besteht eben nicht nur aus Teilen, die es auch beim Verbrenner gibt. Es sind nunmal auch Teile zu überprüfen, bei denen der Mechatroniker wissen sollte, was er da macht. Und das beschränkt sich ja nicht nur auf die Hardware, sondern auch auf die Software. Übrigens kann sich beides erheblich von Verbrennern unterscheiden. Ich lasse ja auch keinen Orthopäden mein Gehirn operieren, auch wenn der Orthopäde das nach einer kurzen Einweisung vielleicht könnte...
Nicht falsch verstehen, ich halte 700 oder mehr Euro für eine Inspektion an einem Enyaq auch für mehr als fragwürdig, aber dass es für 200,- oder 250,- € eben auch nicht geht, ist mir, der viel mit Werkstätten zu tun hat und die Kostenstruktur gerade bei den großen Herstellern zumindest oberflächlich kennt, auch klar.