Man fährt einen 500 Kg schweren HV Batterieklotz, mit Energie bis zum Abwinken, durch die Gegend und ist vollkommen abhängig vom SoH der 12 Volt Batterie. Warum macht man die 12 Volt Batterie nicht einfach größer? Dann könnte sie Fehler, wie das mal ein Steuergerät nicht in die Busruhe geht, viel besser kompensieren. Man könnte öfter die App öffnen und das Auto wecken, viel Kurzstreckenbetrieb und Einschalten ohne direkt Zündung an, würden sich auch nicht so negativ auf die 12 Volt Batterie auswirken.
Ich habe den Eindruck, dass die Kapazität der 12 Volt Batterie so eben reicht, um den Enyaq auf Dauer am Leben zu halten. Sobald was dazwischen kommt gibt es schnell Probleme. Wenn ich schon die verzweifelten Versuche der App Programmierer sehe, die App so zuzunageln, dass sie möglichst nicht das Auto aufweckt. Das stellt man sich, gerade bei einem E-Auto und der heutigen und zukünftigen Digitalisierung irgendwie anders vor.
Ein E-Auto braucht eigentlich nur eine sehr kleine 12V-Batterie....
Diese muss im E-Auto weder einen eventuell sehr kalten Verbrenner-Motor jederzeit sicher starten können, noch ist sie dafür vorgesehen, wie z.b. bei Skodas reinen Verbrennern üblich, eine Art Minimalrekuperation zu gewährleisten noch muss sie nahezu bei jeder Ampel jeweils für kurze Zeit die komplette 12V-Versorgung plus einen zusätzlichen Startvorgang allein übernehmen.
Sie hat es daher eigentlich deutlich besser, als die 12V-Batterie im reinen Verbrenner:
Das aktuelle Verbrennerauto ermittelt ebenfalls den SOH der 12V-Batterie, kann aber im Gegensatz zum E-Auto, ohne gestarteten Motor, nicht jederzeit selbstständig nachladen.
Beim aktuellen, reinen Verbrenner wird die 12V-Batterie zudem, wegen der Rekuperationsfunktion, nur bis ca 80% geladen.
Das bedeutet, dass bei der Batterie faktisch nur 80% ihrer Nennkapaziät genutzt werden können und es bedeutet, dass die Batterie schneller altert, denn Bleibatterien mögen den teilentladenen Zustand, im Gegensatz zu LI-Batterien, nicht.
Das gibt es beim E-Auto nicht...
"Eigentlich" müsste so ein E-Auto daher mit einer 12V-Motorradbatterie (z.b. 20Ah) gut klar kommen.
Dass es bei VWs-MEBs teilweise nicht mal mit einer 50Ah-Batterie klappt, dass die ohne Probleme älter als 1 Jahr wird, liegt ursächlich nicht an der Batteriegröße....
Die Gründe, die sich bisher zeigen, sind:
1. eine teilweise außergewöhnlich hohe Zyklenbelastung durch viele, teilweise in Ruhezeiten entstehende Entladungsvorgänge, die bisher meines Wissens nicht geklärt sind. VW zeigte bisher, so weit ich das hier mitbekommen habe, auch kleine Anstalten, sich um diese Problematik zu kümmern.
2. eine teilweise deutlich verspätete, automatische Nachladung.
Zu Punkt 2:
Wenn, entsprechend des SOC (Ladezustand bzw. Spannungslage) der Batterie, rechtzeitig automatisch nach geladen werden würde, käme es zu keinen Funktionsausfällen und entsprechenden Warnhinweisen mehr und die zyklische Belastung wäre deutlich heruntergefahren.
Selbst das (so schwierig ist eine vernünftigge laderegelung normalerweise nicht...) hat man offenbar bis jetzt nicht geschafft....
Allein durch diese Maßnahme würde die Batterie deutlich älter werden (bei Verbrennern mit Rekuperation wird die ca 5 Jahre alt, bis die ersten Schwächen zutage kommen).
Wenn dann noch die Ursache der häufigen unerklärlichen Entladungen behoben wird, wäre alles gut...
Eine größere Batterie behebt keine der beiden Ursachen, verzögert den Alterungsprozess nur etwas.