Moin
2. Praktische Betrachtung (aus Sicht des Anwenders):
Den notwendigen erheblich größeren Energievorrat in Form von flüssigem Kraftstoff kann man "an jeder Ecke" in 5 Minuten auffüllen und wieder 600 - 1000 km fahren.
Der Kostenvorteil der besseren Energieeffizienz des BEV verpufft bei Nutzung öffentlicher DC-Ladesäulen mit Preisen > 50ct/kWh.
(Ausschließlicher Vergleich der praktischen Nutzung als "Kilometerfresser", ohne Berücksichtigung von Aspekten wie endliche fossile Rohstoffe, CO2-Ausstoß, Emissionen etc.)
Oder sehe ich das falsch?
[…]
Ich fahre im Jahr ca. 35 - 40.000 km, überwiegend Autobahn. Je nach Wetter und Verkehrslage (bisher) gerne mit 150/160 km/h (im Verkehrsfluss mitschwimmen). Das würde mit dem Enyaq zu häufigen Ladestopps und entsprechenden Kosten führen (DC-Ladesäulen). Werde mich wohl anpassen müssen!
[…]
Fahrt ihr wirklich bis zur Restkapazität von 0%, weil dann noch ausreichend stille Reserve vorhanden ist?
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Pardon, falls der Eindruck einer etwas unhöflichen Antwort entstanden ist. Ich muss aber zugeben, dass mich dieser Erstbeitrag etwas die Augen hat verdrehen lassen. So in der Art „da kommt ein Diesel-Dieter mit seinem 3-Liter-Passat (womit nicht der Hubraum gemeint wäre) und jetzt muss er E-Auto fahren, weil eine weltfremde Dienstwagen-Policy das so vorgibt und das kann ja gar nicht ohne Reibungsverluste abgehen, aber er hat es notgedrungen probiert und das Ergebnis seines Tuns in diesem Drei-Monats-Fazit auf seinen fast erwartbaren Punkt gebracht“.
Hm … war vielleicht ungerecht von mir, denn da steht ja nicht einmal, dass auch der Skoda ein Dienstwagen ist. Selbst wenn, könnte die Wahl eine freiwillige gewesen sein und dann ist die Enttäuschung groß, weil an diesen permanenten Reichweitenvorwürfen doch mehr dran ist als die Tesla-Fanboys <duck> einen Glauben machen wollen. Na gut, die wollen das meistens gar nicht, das bilde ich mir nur wieder ein …
Wenn es aber eine eigene Wahl in Form einer Bestellung (und nicht aus einem Pool) war, dann hätte ich vermutet, dass man sich vorher damit beschäftigt und dann wäre diese 5xx Autobahn-km-Erwartung schon abgeräumt. Aber ich spekuliere zu viel rum.
Zu den Tankstellen „an jeder Ecke“. Das war mal so, heute sieht das nur noch so aus, weil Du Dich möglicherweise bei den vielen Kilometern entlang jener Achsen bewegst, an denen die liegen. Es sind etwa 14000, davon 350 an Autobahnen (€€€), und wenn man nicht gerade auf SuperPlus/Ultimate/VPower/etc. angewiesen ist, haben die meist auch mehr als einen „Ladepunkt“. Schnellladepunkte für E-Autos gibt es deutlich mehr, dazu zählen in der Statistik allerdings auch diese 50kW-Säulen. Die sind prima für die längere Einkaufspause und für die sehr lange Mittagspause schafft das auch was, „in 5 Minuten“ helfen sie Dir kaum weiter (außer im Notfall und der sollte dann nicht abends bei Lidl eintreten …).
Echte HPC (150kW aufwärts) gibt es angeblich derzeit auch 14000, aber Ladepunkt bedeutet ja nicht Ladeort. Da die fast immer 2 Ladepunkte je Säule haben und auch mal mehr als eine Säule da steht, ist Dein Eindruck, dass es mehr Tankstellen als HPC-Standorte gibt, wohl nicht ganz falsch. Wenn ich z.B. in den Landkreis Cuxhaven blicke, dann sieht das außerhalb der Hauptverkehrsachsen auch schon sparsam aus und solche Flächen dürfte es durchaus auch woanders geben. Nacht um 01:00 Uhr tanken will man aber dort vielleicht auch nicht müssen 
Ladepunkte überhaupt gibt es indes sehr reichlich (um die 190000 in D), die zeigt Dein Auto ja auch größtenteils an, nur sind davon halt viele AC-Ladepunkte und für die brauchst Du viel Zeit. Ob Du die zwischendurch mal für eine Stunde oder so nutzen kannst, weißt Du nur selbst. Immerhin, die Dinger sind meistens rund um die Uhr in Betrieb.
Tankstellen suchst Du vermutlich nicht, die „sind ja einfach da“. Also meistens. Die Ladepunkte kennst Du noch nicht und siehst die meistens nur auf dem Navi. Fährt man immer um dieselben Kirchtürme, ändert sich das dort natürlich irgendwann.
Hinsichtlich der Ladeplanung kann ich Dir keine Ratschläge geben. Ich persönlich würde es unter Zeitdruck nicht zu umständlich haben wollen, das Auto macht selbst in den alten Versionen ja eine, nur steht man dann halt vor irgendeinem Anbieter (ggf. begrenzt auf die Powerpass-Funktionalität) und das muss nicht die günstige Option sein.
Zu den Kosten: bei dem Vergleich müsste man sehen, wie hoch der Verbrauch eines Verbrenners denn beim eigenen Einsatzprofil lag und dann auch ein wenig auf die Modellwahl achten. Ich habe keine Ahnung vom Passat, aber die Statur des Enyaq fällt schon ein wenig anders aus (etwas höher, etwas breiter) und das ist geringeren Autobahnverbräuchen nicht förderlich. Aber auch ein evtl. passenderer ID.7 verbraucht bei höherem Tempo deutlich mehr Strom als in der Stadt. Ich hoffe, den Enyaq (80x) im ganzjährigen Mittel auf 20kWh (inkl. Ladeverluste) halten zu können, der vorherige, gleich große Diesel-SUV lag bei etwas über 7.7l, da habe ich preislich ausreichend Luft beim kWh-Preis.
Die Wartungskosten könnten etwas geringer sein, da der Skoda nur das Zeitintervall hat (falls der Passat noch auf 30tkm limitiert). Gilt aber auch nur, wenn der Händler beim Škoda keine Phantasiepreise aufruft. Dazu kommen die ersparte Kfz-Steuer und die - schwankende - THG-Quote (Gutschrift), das relativiert sich bei 40tkm p.a. natürlich etwas.
Zum Mitschwimmen: Sind 150km/h noch wirklich ein „Mitschwimmen“ ? In Ballungsräumen mit entsprechend Verkehr würde ich eher 110-120 km/h annehmen, auch wenn man bei 150 selbst immer noch überholt wird (aber wohl von weniger, als man selbst überholt). Was verbraucht so ein RS, wenn man sich daran versucht ? Sind ja nicht konstant 150, im Schnitt vielleicht 115 ? Würde mal so 24kWh / 100km schätzen, bei sehr niedrigen Temperaturen mehr. Ok, bei max. 120 sind es weniger, ob das Dir dann einen Ladestopp erspart, steht aber auf einem anderen Blatt. Konstant 115 können ja manchmal auch recht eintönig wirken.
Ich kann da nicht mehr wirklich mitreden, Fernverkehrsstrecken fahr ich meistens nur mit 95, weil sonst fängt mein dafür noch vorhandener Diesel an zu saufen (und ich darf eh nicht schneller, oder öfters nicht überholen …).
Zur Restkapazität: mein Fahrprofil passt nicht zu Deinem, weil ich nicht mehr beruflich unterwegs bin. 10% sind 25-35km, mit Bleifuß im Winter sicher auch weniger. Käme jetzt drauf an, wohin und wie weit ich noch muss und ob ich irgendwelche Ladestrom-Anbieter vorziehe (Roamingpreise). Kann ich am Zielort laden und wieviel Zeit habe ich dafür und wieviel brauche ich überhaupt für den nächsten Abschnitt und wie sieht es dort dann aus ?
Aber gut, mit einem Mazda 6e würde ich es derzeit eher nicht tun 
Gruß
K.R.