Soll jeder nach seiner Fasson glücklich werden und pinkeln gehen, wann immer er es für nötig hält. Ich kenne leider zuviele, die mit Tempomat auf 160 die 1.100km durchfahren und noch stolz darauf sind.
Meins war das nie...
Bis vor 1 Jahr war ich auch noch eher ein Gegner der E-Mobilität, weil sie aktuell noch nicht so wirklich für die breite Masse alltagstauglich ist. Aber jede Technologie braucht zu Beginn enthusiastische Pioniere.
Was mir auf den Senkel geht, ist eine zunehmende Polarisierung auf vielen Ebenen, es gibt nur nach Schwarz, oder Weiß, gut, oder schlecht. Zu viele halten sich für unfehlbar, die eigene Meinung ist ausschließlich richtig, der andere liegt falsch. Die Politik wird von Lobbyisten manipuliert, bekommt Dinge eingeflüstert, alles wird sakrosankt und ideologisch aufbereitet. Am schlimmsten sind die, die keine Erfahrungen von der Materie haben, aber am lautesten dagegen wettern.
Wir hatten mit Bio-CNG die Übergangstechnologie, die klimaneutral auf bewährter Technik den CO2-Ausstoß im Verkehrssektor signifikant hätte senken können. Ist aber gezielt von ideologisch verblendeten ökologischen Heilsbringern, die die alleinige Weltrettung durch E-Mobilität herbeiredeten, kaputt gemacht worden. Man hätte die Übergangszeit sinnvoll nutzen können, um die klassischen Verbrenner in Rente schicken zu können und gleichzeitig die BEV massentauglich weiterzuentwickeln.
Der Grund zum Umschwenken war, dass bei unserem CNG-Zafira nach 16 Jahren treuen Diensten in den konventionellen Bereichen zu teure Reparaturen notwendig wurden, die sich nicht mehr gerechnet hätten. Neufahrzeuge mit CNG Fehlanzeige, ein Diesel oder Benziner aus Umweltgründen undenkbar....
Ich gebe dir vollkommen Recht, momentan ist ein BEV eher was für "Bekloppte":
der Irrsinn mit den Ladetarifen und -preisen, die fehlenden Lademöglichkeiten für z.B. Menschen, die in Mehrfamilienhäusern wohnen, die noch recht geringe Reichweite, hohe Anschaffungskosten sind definitiv keine Pluspunkte in der Argumentation.
Trotzdem glaube ich fest daran, dass das die Zukunft sein wird.
Das ganze zögerliche Verhalten, die wenig umweltfreundlichen Verbrenner auf fossiler Basis abzulösen, wird der Generation unser Kinder noch schwer zu schaffen machen.
H2 für den Verkehr ist vollkommener Irrsinn, die immensen Verluste der vielen Wandlungen vom Strom zu Gas, LKW-Transporte zu Tankstellen, Tiefkühlung zur Lagerung in Zentimeter dicken Stahltanks, wieder Umwandlung zu Strom in der Brennstoffzelle sind zu hoch. Zudem gibt es in der Industrie genug Bedarf für grünen H2, der dort ohne Wandlungsverluste sinnvoller verwendet werden kann.
Ich bin in der sehr komfortablen Situation, mein Leben Recht umweltbewusst gestalten zu können, bewohne seit 25 Jahren ein Passivhaus, bemühe mich um Ressourcenschonung, habe eine PV-Anlage auf dem Dach und kann es mir leisten, rein privat einen Enyaq zu fahren.
Ich bin mir vollkommen im Klaren darüber, dass das aktuell für den Großteil der Bevölkerung nicht möglich ist, daher sollten wir alles dafür tun, dass sich das bald ändert.
Das sind wir den nachfolgenden Generationen schuldig.
Wir müssen so überzeugend sein, dass sich was tut, um die o.a. Übergangsdefizite möglichst schnell zu überwinden.