Beiträge von Supyaq

    Wer kauft bitte ein Auto mit etwas Leistung wegen "Ampelrennen"? Das hab ich noch nie verstanden, nicht mal in "jungen Jahren".

    Für mich bedeutet Leistung souverän mal überholen zu können (auch mit etwas Beladung, da ist der Enyaq schnell mal bei knapp 2,5to Gewicht). So von 60 oder 70 auf gut 100 geht mit dem 85/85x bedeutend besser als mit dem alten 80er. Das ist alles. Da gehts nicht um Rennen oder sonst was bei mir. Ich fahre auf der Autobahn auch selten schneller als 110 oder 120, dafür brauch ich die Leistung nicht. Für mich ist da besser haben als brauchen. Der 85x macht das recht gut, der 80er hat mich auf der Landstraße eben nicht "vom Hocker gerissen" - da fehlte mir das gewisse Etwas für ein Elektroauto (ja muss man eh nicht haben, ist eher ein Habenwollen). Vom Leistungsgewicht ist der iv80 identisch mit einem 150PS Octavia TDI - ja das passt eh. Bei mir wars eher - wenn schon Elektroauto, dann darf es etwas mehr sein. Somit alles gut, ich kann den Threadersteller aber verstehen. Ich versteh nur nicht, dass sowas sofort mit Ampelstarts und gefährlichem Fahren gleichgesetzt wird. Beides ist mir fern und ich freue mich immer über einen niedrigen Verbrauch.

    Ohne jetzt alles gelesen zu haben - auch ich war vom 80er bei einer Probefahrt nicht wirklich "begeistert". Ich kann dir da eigentlich nur sagen, nimm einen 85er - das ist quasi von der Motorisierung ein anderes Auto. Bleibt ein Problem: Das Budget. Die 550NM des APP550 Motors fühlen sich recht gut an, beim 85x sinds sogar etwas mehr. Beim Vorfacelift kann man hier nur nach einem 80x oder RS suchen um etwas mehr von der Beschleunigung zu spüren, ist aber halt wieder eine Preisfrage. Nicht falsch verstehen, der 80er reicht schon aus, von einem BEV habe ich mir aber etwas mehr erwartet und der 85er bietet das durchaus.

    Mich holt der PV5 auch überhaupt nicht ab, das Design ist es dabei nicht mal, damit könnte ich leben. Aber als vollwertiges Familienauto hat der für mich einfach deutlich zu wenig Reichweite / Akku Kapazität. Also City-Shuttle ("Kinder-Taxi") ists ok, aber für weitere Ausflüge oder Urlaub wäre mit das einfach zu wenig, vor allem weil der als fahrende Schrankwand doch einen nicht zu geringen Stromverbrauch hat. Laut EV-Database z.B. 298Wh/km im Winter auf der Autobahn bei 110km/h. Der Enyaq 85 liegt da bei 235Wh/km so als Vergleich. Was das für die realistische Reichweite im Winter bedeutet kann sich jeder selbst ausrechnen (wenn man mit dem Enyaq dann bei 130km/h vielleicht 300km schafft). Ebensowenig holt mit der Staria EV ab, gut 200PS bei wohl über 2,5to Leergewicht (ein wenig beladen dann gut 3to), 84kWh Akku und Frontantrieb. WLTP wird derzeit bei knapp 400km angegeben. Wieder: Für vollwertiges Familienfahrzeug im Winter ist mir das zu wenig. Der wird dann (reine Mutmaßung) bei mind. 350Wh/km Winterverbrauch (110km/h - Highway) liegen. Da wird wieder wie beim PV5 nach 200km fast Schluss sein. Einzig die Ladeleistung ist dort besser. Warum gönnt man so einem Teil (bei 5,20m Länge) nicht mindestens 120kWh Akku? Würde man dann mit Zuladung die 3,5to überschreiten? Ein Schiff mit über 5,2m Länge, beladen über 3to sollte für mich für gute Rekuperation >=250kW Leistung haben (auch ohne Rasen zu wollen) und 110 oder 120kWh Akku. Dann wäre er aber wohl nicht mehr bezahlbar.

    In einen 7 Sitzer der 2026 vorgestellt wird (Auslieferung wohl dann 2027?) muss mindestens ein 100kWh Akku rein bei der Fahrzeuggröße. Das ist meine bescheidene Meinung. Nachdem das Fahrzeug größer und ggf. auch höher als ein Enyaq wird, wird der spezifische Verbrauch in Wh pro km (oder wie auch immer) sicher nicht unter dem des Enyaq liegen, eher etwas darüber. Somit wird es die 100kWh brauchen um auf 600 oder 650km laut WLTP zu kommen. Von der Motorisierung wird man schon mit rund 250kW leben können, aber mit 100kWh Batterie kann man schnell mal mit 2300 oder 2400kg Leergewicht rechnen, weniger sollt es dann eigentlich auch nicht sein.

    Ich finde ja, dass der EX60 ja ein wirklich gutes Auto geworden ist, auch mit den kleineren Akkus. Der Preis war halt erwartbar, da kann kein Hersteller in Europa zaubern (auch wenn die Basis ggf. von woanders ist). Zaubern kann halt niemand und wenn wir jetzt Akkus mit teilweise deutlich über 100kWh haben, dann wird auch der CCS2 Standard (max. 500A bei 1000V) ausgereizt (wenngleich manche den natürlich schon weiter ausreizen mit noch besser gekühlten Ladekabeln und Steckern). 10 Minuten von 10 auf 80% SOC bei so einem Akku (nur der Ladehub sind dann 80kWh) sind dann gleich mal fast 500kW durchschnittliche Ladeleistung, nur bei 70% SOC kenn ich keine solchen Akkus, die das bei dem SOC schaffen. Ich bleib dabei - diese extremen Ladeleistungen benötigen die meisten Nutzer nicht (dienstliche Langstrecken mal außen vor). Genau so wenig wie 400kW oder noch mehr Motorleistung. RWD mit 2 Paketen in Österreich konfiguriert als P6 macht Liste gut 65.000€ - wären das 55.000€ wäre das eine echte Kampfansage. 80kWh Akku, 300kW Ladeleistung, keine 20 Minuten von 10 auf 80%, 275kW maximale Leistung - mehr braucht doch eigentlich fast niemand.

    Ich finde die Diskussion super spannend und hab ja auch selbst schon "mitgemacht" - aber rein von der Zielgruppe bzw. dem Preis ist der EX60 schon eine Nummer über dem Enyaq und somit eher keine direkte Alternative. Für alle, die "aufsteigen" wollen und können - gerne mehr neue tolle Modelle, die neue Benchmarks setzen und so dann nach und nach auch die Klassen darunter nachziehen werden und wohl auch müssen. 120kWh (brutto) bzw. rund 112kWh netto an Akkukapazität ist durchaus auch eine Ansage. Ladeleistung passt auch. Ich würde ja weiterhin auch auf sowas wie einen Kia PV5 mit 100kWh Akku, vernünftiger Motorleistung (200kW), vernünftigem Preis und vernünftiger Reichweite (dank Akku) warten. Es ist aber wie es ist - Neuheiten und technologische Sprünge gibts zuerst in der Oberklasse, dann obere Mittelklasse und dann erst woanders. Wenn auch der EX60 in einem Winter wie diesem dann 22 bis 25kWh auf 100km benötigt, dann kommt man erstmals auch im Winter auf der Autobahn realistisch 400 bis fast 500km weit (beim Enyaq mit dem Verbrauch sinds eher 250 bis 300 (mit Bauchweh). Das ist schon ordentlich - zu einem "ordentlichen" Preis.

    Die Vorkonditionierung der Batterie wird zwischen 85 und 85x eher keinen Unterschied machen. Meine Erfahrung nach 200km Autobahn (und 20km Landstraße am Ende) mit rund 130km/h (Autobahn, Landstraße halt was so erlaubt ist zwischen 50 und 100km/h) bei -3 oder -4°C (Facelift 85x): Manuelles Vorkonditionieren hat über 50 Minuten gedauert (hab ich schon auf der Autobahn aktiviert), dann hat er auch bei -4°C bei 30% SOC mit gut 150kW gestartet. War für mich durchaus ok, war da in rund 15 Minuten von 30 auf 70% SOC. Ohne Vorkonditonierung wäre die Ladeleistung bei 50kW oder irgendwas in der Gegend gelegen. Heißt selbst Autobahn bei gut 120km/h reicht nicht um die Batterie bei solchen Temperaturen in einen vernünftigen "Zustand" betreffend Laden zu bekommen.

    Danke fürs Feedback.


    Auch wenn ich erst seit kürzerer Zeit "dabei" bin habe ich viele Videos (auch der letzten Jahre) natürlich angesehen. Da hat man schon gemerkt, wie alles professioneller geworden ist, wie alles wohl mehr und mehr Aufwand verursacht hat. Irgendwann (da sind wir wieder beim Business) muss sich das wirtschaftlich tragen, als Hobby funktioniert sowas einfach dann nicht mehr, so eine Selbständigkeit, also auch ein Einpersonen-Unternehmen, muss auch irgendwann wirtschaftlich tragfähig sein. Und auch in dem Bereich ist man nicht alleine, da hat man super viele Mitbewerber.

    Und um im Bereich der Mobilität bzw. Elektromobilität Reichweite zu generieren ist wohl weiterhin um ein Vielfaches schwieriger als mit dem eigenen Körper, Fitness, Mode, Lifestyle. Für die Meisten sind solche Videos bei oder vor dem Autokauf interessant und um hier eine sehr sehr hohe Anzahl an Personen halten zu können (und mit Content versorgen) ist wohl ungleich schwieriger. "Schminken" und hübsch kleiden tun sich viele täglich, Autos kauft man nur alle paar Jahre. So mein laienhaftes Fazit. Und div. persönliche Gründe die da dann oft noch dazu kommen sind sowieso privat und gehen niemanden etwas an.

    Leute wieder der "Teslabjorn" hauen ja teilweise täglich ein bis zwei Videos raus - ich kenn da die Hintergründe nicht, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass das alleine noch zu schaffen ist. Dort gehts aber oft auch schon mehr um Lifestyle als um tief technische Infos, das lässt sich schneller produzieren. Du bist aus meiner Sicht in einen Bereich rein gegangen, der viel technisches Wissen, noch mehr Recherche und ebenfalls so viel Vorbereitung voraussetzt. Genau das habe ich geschätzt, aber genau das machts halt aus meiner Sicht nicht möglich, eine breite Basis an Fans, Abonnenten, etc. fast täglich mit neuem Content zu versorgen.


    So, wieder mal viel zu viel Text von meiner Seite, ich darf jedenfalls weiterhin viel Erfolg bei dem wünschen, was du dir als nächstes vorgenommen hast. So, wie du Dinge präsentieren, erklären und darstellen kannst werden dir sicherlich viele Türen offen stehen.