Beiträge von Rumpelkammer

    Wenn ein Anbieter in so einem Markt die Mengen limitiert, könnte das darauf hindeuten, dass das aktuelle Preismodell nicht nachhaltig ist oder dass es interne Probleme bei der Beschaffung oder Bereitstellung des Stroms gibt. Zumal abgesehen von IONITY der Preis nicht fix ist sondern variabel. Sie könnten also darüber jederzeit steuern, dass die Marge passt. Ausgenommen IONITY, wo sie die Preise übernehmen die der CPO hat.


    Dies wirft die Frage auf, warum ein Unternehmen, das eigentlich von der Abnahme größerer Mengen profitieren sollte, solche Einschränkungen vornimmt. Es könnte sein, dass die aktuellen Preise nicht kostendeckend sind oder dass es andere strategische Überlegungen gibt, die hier eine Rolle spielen. In jedem Fall scheint es, als ob die aktuellen Tarife und Bedingungen nicht im Einklang mit den Grundprinzipien eines Commodity-Marktes stehen, was für die Kunden letztlich zu höheren Kosten und weniger Flexibilität führt.


    Daraus könnten wir ableiten, dass die übrigen Anbieter wenig bis kaum genutzt werden, da diese im Tarifmodell zu teuer sind. Ebenso liesse sich eventuell ableiten, dass es kaum Kunden gibt, die den Premium Tarif nutzen. Eine weitere mögliche Schlussfolgerung kann sein, dass Elli bei IONITY draufzahlen muss, um den gleichen Ladepreis des CPO anbieten zu können. Es wäre denkbar, dass IONITY aufgrund seiner Marktposition keinen Rabatt gewährt, selbst bei enormen Abnahmemengen oder Zusage garantierter Utilization. Oder die Rabatte zu niedrig für ein wirtschaftlich tragfähiges Modell sind. Oder aber IONITY begrenzt die an Elli angebotene Menge, sodass tatsächlich nicht genug zur Verfügung stehen würde für alle Kunden. Wenngleich ich dies als unwahrscheinlich ansehe. Dies würde jedoch, wenn all diese Annahmen zutreffen, erklären warum sie Menge limitieren.

    Im Lobbyregister des Deutschen Bundestags findet man den Geschäftsbericht 2023 von Ionity (https://www.lobbyregister.bund…ITY_Geschaeftsbericht.pdf). Da gibt es ein paar interessante Fakten:

    - Umsatz: 130 Mio., davon MSPs 93 Mio, Ionity B2C 18 Mio, has.to.be MSP 9 Mio.

    - Zitat: "Bislang wurde mehr als 80 % des Umsatzes aus dem B2B-Geschäft gewonnen. Die neue IONITY-Strategie zielt darauf ab, das bedeutende B2B-Geschäft durch adjustierte Angebotsstrukturen weiter auszubauen und zusätzlich Anstrengungen im B2C-Geschäft zu entfalten, d.h. in die direkte Kundenansprache zu gehen. [...] Zielsetzung ist der Aufbau einer eigenen, loyalen IONITY-Kundenbasis, insbesondere das Kundensegment der „Vielnutzer“ des IONITY HPC-Netzwerks. Dieses Kundensegment stellt einen besonderen Wert für das Unternehmen dar. Einflüsse aus der Marktpositionierung im B2C-Vertriebskanal auf den B2B-Vertriebskanal und vice-versa sind zu erwarten und operativ auszusteuern."


    Das könnte ein Grund sein, warum Elli bei 300kWh einschreitet. Ein weiterer könnte der Tarif Premium für 17,99 € sein.

    Ionity wurde oben abgefrühstückt. Dann gibt es noch das Selected Partner Network (Aral, Mer austria, zunder, Ionity, Audi charging hub, ewiva), wo man wahrscheinlich entsprechende Verträge abgeschlossen hat.

    EnBW als größter CPO in Deutschland wird einzeln ausgewiesen. Die 87ct entsprechen den Adhoc-Preisen von EnBW, die der Rechtfertigungsgrund für die Roaming-Preise sind. Ich verstehe das so, dass Elli dem Endkunden das quasi 1:1 berechnet.

    Bleiben noch die AC für 50ct und DC für 69ct. Beim DC findet man ganz schnell CPOs deren Adhoc-Preis bei über 69ct liegen. Elli wird da ein Mischkalkulation machen müssen. Meine Vermutung ist, dass ich relativ unbeschwert bei Aldi (Adhoc max. 47ct) oder Tesla (max. 65ct) laden kann, aber bei EWE GO (84ct) werden die 300kWh als harte Grenze betrachtet.

    Wenn man nicht ausschließlich bei Ionity lädt und mittels Plug&Charge einen Komfortgewinn haben will, braucht man Elli/Powerpass nicht.


    Ich frage mich, wie diese Änderung das Licht der Welt erblicken konnte.

    Elli hat ein Problem festgestellt und will etwas ändern. Dann sucht man eine Lösung und macht sich an die Umsetzung. Aber wie konnte diese Formulierung (300kWh-Grenze) überhaupt weiterverfolgt werden und dann durch die interne Qualitätskontrolle (hoffentlich haben die eine) kommen?

    Per E-Mail kam folgende Info von Powerpass:

    Das Problem ist aus meiner Sicht für Elli/Powerpass nicht die beiden Ionity-Tarife sondern der Premium-Tarif. Dort kostet DC mit ein paar Ausnahmen 69ct. Als Grundlage für den Roaming-Preis gilt ja der Adhoc-Preis. Schauen wir mal, was bekannte CPOs als Adhoc-Preis verlangen: EWE Go 84ct, Shell recharge 79ct, Pfalzwerke 79ct. Da zahlen die dann drauf bzw. die 17,99€ im Monat werden aufgezehrt. Das wollen die möglichst unterbinden. Darum auch die relativ harte Grenze. Je nachdem wo man lädt, werden die das entsprechend prüfen.

    Powerpass schließt die gemeinsame Nutzung des Kontos aus (sowohl in den alten als auch neuen AGBs). Der Vertrag ist personen- und nicht fahrzeufgebunden. Im Endeffekt heißt es zwei E-Autos, zwei Ladekarten.

    Nehmen wir jetzt an, dass das Konto auf Michael Mustermann registriert ist. Dann kann er seinen Enyaq damit laden, aber auch den Werkstattleihwagen Elroq, den Tesla Model S Plaid, den er sich fürs Wochenende von einem Freund ausgeliehen hat, und den Mercedes EQB im Urlaub.

    Den BMW iX1 seiner Frau kann er auch laden, wenn er mit dem Auto unterwegs ist. Ist seine Frau aber alleine mit dem iX1 unterwegs und lädt, braucht sie eine eigene Ladekarte.


    Dass das praxisfern ist, sieht wohl jeder selbst ein. Keiner wird im Familienkreis wohl zwei Ladeabos (beim gleichen Anbieter) haben. Solange das nicht übertrieben wird, kräht kein Hahn nach. Aber die Ladevorgänge sollten sich nicht auf die Regionen Hamburg und Berlin verteilen und dazwischen keine Anknüpfungspunkte geben. Des Weiteren sollte die Ladehistorie plausibel sein.

    Die verstehen das Problem nicht! 300 oder auch 500kWh im Monat sind kein auffälliges Nutzungsverhalten und rechtfertigt keine (manuelle) Untersuchung und ggf. Konsequenzen. Oder geben die damit echt zu, dass kein Nutzer so dumm ist und die absurden Preise (Ausnahme: die beiden Ionity-Tarife) zahlt?


    Die nicht-private Nutzung und das Account-Sharing sind ja bereits jetzt ausgeschlossen. Das lässt sich heute automatisch kontrollieren. Die notwendigen Daten (Standort Ladesäulen, Energiemenge) liegen ja vor. Wie kann man das rausfinden?

    - Account-Sharing: Sind die Werte plausibel? Um 8 Uhr in München zu laden und dann um 10.30 Uhr in Frankfurt passt nicht. Aus den den Standorten der beiden Ladesäulen kann ich die Wegstrecke berechnen. Der Routenplaner berücksichtigt Stau und spukt auch den Verbrauch aus. Durchschnittsgeschwindigkeit von 130km/h und ein Verbrauch von 30kWh/100km sind auf einer Autobahnetappe möglich. Quer durch die Eifel eher nicht.

    - Gewerbliche Nutzung: Wird entlang bestimmter Routen geladen oder sind das Punktwolken in bestimmten Regionen?


    Ist die automatische Prüfung unauffällig, werden die Daten gelöscht, ansonsten geht es an den Mitarbeiter. Der kann sich das dann ansehen und ggf. handeln.

    Diesen schrägen 17,99 Tarif, in dem Ionity mit 45 Cent teurer ist als im Ionity Power für 11,99 monatlich und 39 Cent die kWh habe ich eh noch nicht verstanden.

    Bei den 17,99€ kosten die anderen DC (Ausnahme EnBW) pauschal 69ct. Das ist wahrscheinlich ein Relikt aus der Anfangszeit der E-Mobilität, wo man es der Kundschaft möglichst einfach machen wollte. Das kann man machen, führt dann aber wahrscheinlich zu dieser 300kWh-Begrenzung, weil diese Ladesäulen-Wegelagerer im Roaming abkassieren. Da wäre es konsequent zu sagen: "Ladeanbieter > 60ct, get the fu** out of here!". Wird nicht gemacht, weil man die für sein Elli Business Fleet gedöns haben will.


    Powerpass bzw. Skoda kann nur das anbieten, was Elli bzw. VAG/Cariad möglich macht. Das wurde in den Videos von Matthias öfter deutlich, dass Skoda selbst wohl durchaus gewisse Dinge will, aber durch Konzernvorgaben beschnitten wird.

    Nix wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.


    a) Ich gehe nicht davon aus, dass Elli den Vertrag kündigt, nur weil jemand mehr als 300 kWh im Monat lädt.

    Aber da fängt doch das Problem an. Als Verbraucher weiß man nicht, woran man ist. Diese Intransparenz geht gar nicht.


    Ich kann mir ein Szenario vorstellen, gegen das sich Elli/Powerpass schützen will. Es gibt den Tarif Premium für 17,99 € im Monat. Dort kann man mit Ausnahme von Ionity (45ct) und EnBW (87ct) DC für 69ct laden. Die Adhoc-Preise, die die Grundlage für die Roaming-Preise sind, liegen bei EWE, Shell, EON, Pfalzwerke bei 75-79ct. Hier müsste Elli/Powerpass dann draufzahlen. Bei 18€ und 10ct Differenz ergeben sich 180kWh. Darüber zahlt Elli/Powerpass dann drauf. Verständlich, dass die das nicht wollen. Aber warum kann man die Nutzungsbedingungen nicht anders formulieren oder die Tarife anpassen?