Beiträge von BlauesCoupe

    Wie viele Unfälle sind denn (Dir) bekannt, in denen das die Ursache war? Unfälle aufgrund Abkommens von der Fahrbahn gibt es jede Menge, wobei diese dank der Assistenzsysteme tatsächlich immer weniger werden.


    Ein Zyniker würde sagen: solange Lane Assist und Co. mehr Unfälle verhindern als verursachen (und das tun sie eindeutig), haben sie ihren Zweck erfüllt. Das ist wie mit dem Gurt. Auf 100.000 gerettete Leben kommt der eine, der seinen Gurt nicht aufbekommt und deswegen im Auto verbrennt. Das ist dann der statistische Verlierer...

    Nun der Zyniker würde sagen: Zeugen leben nicht mehr. Und da Angeklagte (Hersteller) sich nicht selber belasten müssen, werden sie einen Teufel tun und die Daten aus dem völlig zerstörten Fahrzeug holen und den Ermittlungsbehörden zur Verfügung stellen. Also bleibt der Unfall unter der Rubrik "aus ungeklärten Umständen in den Gegenverkehr gefahren" hängen... Und da gibt es immer wieder welche, auch mit assistierten Fahrzeugen.

    Da wäre ich mir nicht so sicher. Ist es schon Stufe 2? Ist es bei Stufe 2 überhaupt schon in der Lage, den Gegenverkehr zu beachten. Laut Bezeichnung ist es ein Assistent, also Stufe 1. Das heißt: der Fahrer lenkt. Die Hände müssen ja auch dauerhaft am Lenker sein, auch wenn der Assistent hilft. Das muss einfach klar sein.

    Selbstverständlich hatte ich die Hände am Lenkrad, sonst würde ich hier nicht mehr schreiben können. Aber ist es nicht ein Wahnsinn, dass wir mit einem Auto unterwegs sind, dass uns lieber in den entgegenkommenden LKW steuert, als zu nah an den Fahrbahnrand zu kommen? Ich war mir in dem Augenblick nicht bewusst, dass der Spurhalteassistent aktiv war, und plötzlich lenkt das Auto von selbst nach links... in den Gegenverkehr... weswegen ich ja so weit rechts gefahren bin. Da ist mir die Autonomiestufe sch...egal

    Dann macht der Assistent doch alles richtig, wenn er einen da zwischen den beiden Begrenzungslinien halten möchte.

    Woher soll der, ohne Mittellinie (Leitlinie) wissen, ob es sich bei der Straße um eine zweispurige Straße mit einem Fahrstreifen je Richtung oder um eine großzügige Einbahnstraße handelt...

    Ein Assistenzsystem, das die Fahrbahnmarkierung beachtet aber nicht den entgegenkommenden Verkehr, verwandelt jedes Auto in ein rollendes Selbstmordkommando. Ernsthaft, das darf nicht sein.

    Ich glaube, hier muss mal klar dargestellt werden, wo dieses "in den Gegenverkehr lenken" passiert. Ist das eine vollwertige, zweispurige Straße, bestenfalls mit Mittelstreifen? Oder ist das ein 3-4m breiter "Teerweg" zwischen kleinen Ortschaften, wo man sowieso bei Gegenverkehr etwas ausweichen muss? Bei letzterem ist das klar, da würde ich auch nie auf den TA setzen und erwarten, dass das sauber funktioniert. Bei Straßen mit 2x 2,55m Breite kann ich mir das aber nicht vorstellen.

    Konkret: 3mal zwischen Eschenz und Herdern. Die Strasse ist breit genug, dass 2 LKWs bzw. Busse ohne Probleme und ohne Bremsen aneinander vorbeikommen. Das ist kein Feldweg. Es gibt einen Mittelstreifen aber keine Markierung am Fahrbahnrand. Und hier ist es sowohl meiner Frau als auch mir passiert, dass der Enyaq konsequent vom Fahrbahnrand weg in den Gegenverkehr gelenkt hat und man mit entsprechend Nachdruck ihn davon abhalten musste. Sicher keine voll ausgebaute Fernverkehrsstrasse aber eine ganz normale Nebenstrasse in der Schweiz. Das musst Du Dir nicht vorstellen. Es ist passiert.

    Das grösste Problem mit den Assistenten des Enyaq hatten wir bisher mit dem Spurhalteassistenten. Der ist nämlich mehr als einmal der Meinung gewesen, dass auf einer schmalen Strasse entgegenkommender Verkehr weniger gefährlich ist, als der Strassenrand. Gegen diesen widerspenstigen Assistenten muss man sich dann auch noch leicht erschreckt durchsetzen und nicht überreagieren... sehr unschön und fast schon lebensgefährlich.