Roadtrip UK - Planung, Erfahrung, Bericht

  • ... und nun zu etwas völlig anderem: mit einem Enyaq nach und in UK


    Nachdem wir in den letzten Jahren uns zwischen Jurassic Coast / Bristol / York / London bewegten sollte es dieses Jahr weiter in den Norden gehen

    Irgendein Teufel hat uns geritten, die Ijmunden-Newcastle-Fähre zu nehmen.


    Anfahrt optimal: Von Soest aus mit drei Rädern auf AHK mit 8% bei Electra in Mijdrecht (NL), Parkplatz des Hotels 'Mijdrecht', angekommen, während des Provianteinkaufs fürs Mittagessen bis 100% geladen. Einkaufsmöglichkeiten (Albert Heijn, Kruidvat etc) in ca. 15 min Fußweg, WC direkt im Hotel.


    Auf der Fähre (King Seaways) Kabine 948 mit Blick nach vorne erwischt (sie werden nämlich innerhalb der Kategorie wohl irgendwie gelost), direkt über dem Whalewatching-Deck. Das All-you-can-eat-Abendbuffet war nichts besonderes und davon sehr viel. Wer einen Gummizugmagen hat wird bestens bedient. Dasselbe gilt übrigens fürs Frühstück. Auf der Rückfahrt haben wir beides mit gutem Gewissen nicht gebucht.

    1. Woche an einem Motorhomes-Platz in Newbiggin verbracht. Günstige Lademöglichkeiten wären Ionity nördlich von Newcastle und Tesla südlich. Wurden jedoch nicht benötigt, da 100 kWh mit Erlaubnis der Besitzerin des Motorhome per Ladeziegel geladen wurden.

    2. Woche in Falkland (Drehort Outlander) bei Perth. Habe abendlichen Großeinkauf bei Tesco (god save the long opening hours) mit dem 0,34-Pfund / kWh-Laden bei Tesla in Perth verknüpft. Während der Inverkeithing-Highland Games adhoc mit Barclay's VISA für 0,22 Pfund / kWh fast voll geladen (vorgemerkte 30 Pfund wurden erst nach 6 Tagen wieder freigegeben). ZapMap oder ChargePlace Scotland wären auch gegangen, aber wozu der Aufwand, wenn es auch so ging?


    Auf der Rückfahrt zur Fähre kurz bei Ionity in Alnwick (Drehort Downton Abbey / Harry Potter / Transformers 5) nachgeladen, was für 5% bis Electra Mijdrecht reichte. Auf der 'Princess Seaways' hatten wir die Kabine 5511, Maschinen waren hörbar, geschlafen wurde trotzdem.

    In Mijdrecht während des Ladens Picknick eingekauft, welches beim Besuch des Burgers' Zoo in Arnheim verzehrt wurde. Während dessen lud der Enyaq per OVO Charge-App für 0,42€ am dortigen Parkplatz.


    Insgesamt ca. 2300 km zurückgelegt, knapp 330 kWh nachgeladen (Abfahrt mit 96%), 105 € gezahlt.


    Fazit: die Fähre ist (für uns) des Geldes nicht Wert, das nächste mal wieder Dünkirchen - Dover und evtl. eine Übernachtung, wenn's weiter in den Norden gehen soll, als bis Yokrshire.

    iV80, 175 kW, WP, Panodach, AHK, 19" Regulus

    bestellt 21.09.2020 - Übergabe 18.05.2021

    Einmal editiert, zuletzt von T800 ()

  • Jetzt kann ich auch berichten, wie unsere Reise mit dem Enyaq 85x nach und in Schottland verlief. Insgesamt war es wenig spektakulär, alles hat gut geklappt.


    Da wir davor schon eine Woche in Belgien waren, sind wir von Amsterdam nach Newcastle-upon-Tyne mit der Fähre gefahren. Kurz vor dem Fährterminal haben wir in Haarlem an einer CircleK Ladestation aufgeladen, um in England startbereit zu sein.

    Wir hatten unsere Hündin dabei und auf der Princess Seaways die hundefreundliche Kabine gebucht. Der Check-in war sehr effizient und freundlich; die Kabine direkt am Hundedeck und Abendessen und Frühstück am Buffet sehr lecker, vielfältig und reichhaltig.


    Unsere Route verlief grob über Edinburgh, Aberdeen, Pennan-Buckie, Speyside, Inverness, Skye und über Glasgow wieder nach England. Den Rückweg in die Schweiz sind wir über England, Le Shuttle und Frankreich angetreten.


    Ich hatte mir die Chargeplace Scotland und ZapMap heruntergeladen, aber keine Ladekarte bestellt. Wir haben im Endeffekt nur ZapMap benutzt, sie enthält alle Ladestationen und zeigt bei den meisten die Preise. Und, sehr wichtig: man kann in ihr bezahlen.


    Wenn bei bestimmten Ladestationen noch Apps nötig waren (z.B. Pod Point, Ionity oder EZO) haben wir die auch noch geladen. Wir hatten 16 Ladevorgänge in Schottland und bei praktisch allen haben wir in der ZapMap App oder direkt mit der Debit-/Kreditkarte bezahlt. Die Preise bewegen sich zwischen 0.43 und 0.99 €/kWh, meistens haben wir ca. 0.7 €/kWh bezahlt. Wir haben nicht nach besonders billigen Lademöglichkeiten gesucht, sondern dann geladen, wenn es nötig oder zeitilich/preislich gerade günstig war. Wir sind in Schottland ca. 1800 km gefahren und haben im Schnitt ca. 20 kWh/100 km verbraucht (die Temperaturen waren zwischen 10 und 18°C).


    Wir sind nie in Ladestress gekommen. In den etwas abgelegeren Gebieten (wir waren im Norden von Skye z.B.) sollte man etwas vorausplanen, dort hat es zwar Ladestationen, aber wenn die dann gerade nicht funktionieren….

    Wir haben eigentlich nur mit EZO schlechte Erfahrungen gemacht (keine Verbindung, Ladevorgang wird nicht gestartet, teuer). Sehr zu empfehlen ist die chat Funktion in der ZapMap App, hier findet man Rückmeldungen anderer Fahrer.


    Die Elektromobilität ist in Schottland angekommen, man sieht sehr viele EV (gefühlt mehr als in der Schweiz oder Deutschland) und Laden ist überall (wo wir waren) möglich. Die Preise sind eher hoch und, wenn man sehr preisbewusst ist, sollte man vorausplanen und ggfs. Abos abschliessen. Da es sehr viele, auch kleine lokale, Anbieter hat, ist das aber eher aufwändig.


    Wenn jemand noch spezifische Tipps möchte, gerne melden.

  • Schottland und wenig spektakulär in einem Absatz 😉 ... Das passiert auch nur im Kontext der e-Mobilität.

    Ich erinnere mich an unseren Kumpel mit Verbrenner-Mietwagen irgendwo im nirgendwo in den Highlands "ich brauche in max. Kilometern ne Tanke 🫣" ... Lader gab's fast an jedem kleinen Supermarkt.

  • Schottland und wenig spektakulär in einem Absatz 😉 ... Das passiert auch nur im Kontext der e-Mobilität.

    100% Zustimmung. Wir waren im Frühjahr mit einem befreundeten Paar auf Schottland Tour. Wegen Zeitmangel mit Flug und Mietwagen (Benziner). Retrospektiv kann ich sagen, dass ich mit dem Verbrenner zu feige war. Ein E-Auto wäre kein Problem gewesen. Wenn nächstes Jahr der Enyaq da ist, mache ich gerne nochmal 'ne Tour im eigenen Auto. Zumal eine Werksführung bei Linn in Glasgow seit drei Jahrzehnten auf meiner Bucket-List steht.

    Schottland ist einfach spektakulär und Humor und Herzlichkeit der Locals sind kaum zu übertreffen. Eine Lebensweisheit die ich im Mai gelernt habe (vom Kassierer im Distillery Shop der Aberlour Distillery): "The rain of today is the whisky of tomorrow!"

    Mit so einer Grundeinstellung fällt vieles leichter.

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