Ich bin heute auf einem Event der AMS den Mazda 6e recht ausführlich auf dem Gelände des Bosch Prüfzentrums in Boxberg gefahren.
Das Auto ist gut verarbeitet, da klappert und knirscht selbst auf den Schlechtwegestrecken absolut nichts. Die Materialien wirken hochwertig, das Design ist (für mich) durchaus gelungen.
Ansonsten fand ich das Auto nicht so wirklich überzeugend. Gemessen an der Außenlänge innen recht eng. Vorne wenig Kopffreiheit, für mich mit meinen 1,90 m geht der Sitz nicht weit genug nach unten, und ich bin nicht einmal ein Sitzriese.
Hinten ist die Kopffreiheit OK, aber die Sitzbank deutlich zu tief montiert, die Beine liegen so praktisch nicht auf der Rücksitzbank auf. Und man kann die Füße nicht unter die Vordersitze schieben. Bei Freiheit ist bestenfalls OK, bei 4,92m Länge hätte ich mehr erwartet. Ein ID.7 hat erheblich mehr Platz im Innenraum wie auch Kofferraum. Dafür hat der China-Mazda einen Recht ordentlichen Frunk.
Fahrwerk ist sehr gut, straff aber sehr fahrsicher, kann muss es schon ziemlich doll treiben, bevor das ESP eingreift.
Assistenzsystem könnte man da nicht wirklich testen, ACC war aber m.E. eher anstrengend, hat ein 160er-Schild auf dem Oval (mit Steilkurven...) beharrlich als Tempo 100 gelesen und deswegen auf 90 gebremst.
Was mir auf dem Oval negativ aufgefallen ist: es ist echt schwer, ein konstantes Tempo zu fahren. Jede noch so minimale Bewegung des Gaspedals sorgt entweder für eine Beschleunigung oder eine sehr deutlich Verzögerung, weil das Auto sofort stark rekuperiert. Das aber wiederum nur für zwei oder drei Sekunden, dann ließ das nach.
Das Bremsgefühl gefällt mir deutlich besser als beim Enyaq.
Fazit: für mich keine Alternative, zu groß, innen zu eng und letztlich etwas zu lahm. Dafûr bekommt man viel Auto mit viel Ausstattung für ziemlich wenig Geld. Ein vergleichbar ausgestatteter ID.7 kostet dann halt doch mal gleich 15.000,- mehr (oder noch mehr).