Beiträge von Deichguckerin

    Ich denke nicht, dass irgendjemand hier in Frage stellt, dass die wirtschaftliche Welt heutzutage ohne globale Vernetzung auskommt oder ein europäisches E Auto bauen kann. Aber davon abzuleiten, dann kann ich ja gleich ein chinesisches Produkt kaufen, greift imho zu kurz.


    Durch den Kauf eines europäisches Produktes wird im Prinzip alles gleichzeitig unterstützt. Der globale Handel, die Wertschöpfung durch die Produktion in Europa, Arbeitsplätze, Zulieferer, die Anerkennung von Vorschriften zur Arbeitsqualität und so weit wie möglich umweltfreundliche Produktion.

    Das ist eben nicht zu dem Preis zu haben, den chinesische Hersteller durch die Subventionen von staatlicher Seite und den Arbeitsbedingungen aufrufen können.


    Kaufe ich ein rein chinesisches Produkt , unterstütze ich nur China und bestätige damit das chinesische System.


    Das sind alles schleichende Prozesse und vielleicht ist gegen die wirtschaftliche Übernahme durch China nicht mehr viel zu machen. Schau ich in die Schweiz , wo der Ausverkauf an China seit Jahren noch viel intensiver stattfindet als in anderen europäischen Staaten, denk ich mir selbst oft, was soll 's.


    Für mich allerdings hab' ich die Entscheidung getroffen, dass auch der Nachfolger vom Enyaq in 2028 ein E Auto aus europäischer Produktion wird mit dem chinesischen Anteil , den ein globaler Handel und die Technik an sich bedingt.


    So kann ich wenigstens als Konsument ein kleines Zeichen setzen.

    Du hast in allen Punkten recht. Aber ist das die Art von E-Auto die wir brauchen, um Leuten in engen Innenstädten ohne gute Ladeinfrastruktur den Umstieg vom Verbrenner zu erleichtern?


    Wer ist denn "Wir"? 🤔


    Ein Auto ist in den meisten Fällen ein individueller Kompromiss aus Wunsch, Notwendigkeit und Geldbeutel. Beim E Auto kommen noch die physikalischen Eigenschaften, das Gewicht und Platzbedarf der Batterie dazu, die Stand 2026 sowohl die Kwh wie auch die Schnellladefähigkeit begrenzen.🤷‍♀️


    In einen Epiq passt keine 91 kwh brutto. In einem KIA EV2 sind 61 kwh brutto verbaut und der kommt auch nicht weiter als der Epiq. 😉


    Der Epiq rundet das Portfolio nach unten ab und der Peaq erweitert es nach oben. 🙂


    Für Jemanden , der darauf besteht, erst zum E Auto zu wechseln, wenn man damit mindestens 700 km am Stück fahren und in 10 Minuten nachladen kann, wird auf Jahre hinaus keine Alternative gut genug sein.😉


    Der wechselwillige Rest freut sich über ein hochmodernes und immer wohl temperiertes Gefährt 🫠

    Da ist einiges dran. Die deutschen Hersteller haben die Konkurrenz lange belächelt, und bei der Garantie könnten sie sich wirklich mehr trauen.


    Zwei Dinge gehören aber dazu. Eine Garantie ist nur so viel wert wie der Hersteller, der sie hier auch über die Jahre mit Werkstätten und Ersatzteilen einlösen kann. Und „billiger“ kommt nicht nur aus besserer Technik. Es kommt auch aus wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen, die wir in Deutschland aus gutem Grund abgeschafft haben.


    Du schreibst, der Kunde kauft, was er sich leisten kann. Genau das ist der Punkt: Leisten kann er es sich, weil er hier Arbeit hat. Wenn die Industrie wegbricht, trifft das den Nachbarn beim Zulieferer, die Gewerbesteuer der Gemeinde und die Rentenkasse. Und ohne Konkurrenz hat auch keiner mehr einen Grund, uns günstige Preise zu machen.


    Nach der Flagge kaufen und nach den Folgen fragen ist nicht dasselbe.

    Das Thema XPENG wird gerne anders bewertet, weil die Fahrzeuge bei Magna in Graz montiert werden und damit gefühlt den Stempel "Made in Europe" haben. Die Software und der Profit bleiben trotzdem in China. Die reine Endmontage in Österreich ändert nichts an der strategischen Verschiebung.


    Ich habe als Kunde genau eine Stellschraube in der Hand.


    Nehme ich ein europäisches Produkt, bei dem zumindest die Wertschöpfung vorwiegend in Europa stattfindet – oder übergebe ich den Großteil des Gewinns an einen Hersteller, der am Ende unter staatlicher Kontrolle in China sitzt.


    Dazu kommt das Thema Datenschutz und Sicherheit, was imho zu wenig Beachtung findet. Ja, manche chinesische Hersteller haben auch Server in Europa. Aber die Softwareentwicklung und die Muttergesellschaften sitzen in einem autokratischen System und unterliegen dortigen Gesetzen zur Kooperation mit Behörden mit entsprechenden Abfluss der Daten im Hintergrund.