Hier gehen die Meinungen und Erfahrungen ganz schön weit auseinander. Diejenigen, die mit ihrem Enyaq weitestgehend zufrieden sind, empfinden das Fahrverhalten im Schnee meist auch gut bis befriedigend und diejenigen, die im Enyaq den Untergang des Abendlandes sehen, sind auch mit dem Fahrverhalten bei Schnee nicht zufrieden.
Die Meinung bestimmt die Wahrnehmung der Fakten (ist leider in unserer YouTube und Social Media Gesellschaft stärker ausgeprägt als früher). Dieses Phänomen, in der Wissenschaft „selektive Wahrnehmung“ genannt, gab es aber schon immer.
M.E. und das sagten mir auch bisher alle Fahrinstruktoren beim ADAC und der Verkehrswacht, liegen Haftung/Grip weit überwiegend am Reifen und weniger am Auto. Ich bin übrigens schlamm-, matsch- und schneeerprobter Fahrer eines Bundeswehr MAN Kat 6x6 und kann das auch von einem Allrad (an allen 6 Rädern) getriebenen Fahrzeug bestätigen. Und auch mit dem kann man Steckenbleiben und es hilft nur noch das Aufziehen der Gleitschutzketten.
Jetzt sind wir bei den physikalischen Grenzen. Es gibt griffigen Schnee und matschigen Schnee. Es gibt festgefahrenen Schnee und lockeren Schnee und es gibt - wie aktuell bei uns in der Region - Eis unter matschigem Schnee. Das macht es dann ganz schwierig.
Meine Erfahrung (Hankook Winter iCept Evo 3) über 3 Winter:
- Der Enyaq macht seine Sache im Schnee ganz gut
- Ich bin Vielfahrer und fahre auch bei Schnee zu Bogenturnieren in abgelegene Feld- und Waldgebiete, wo nix mehr geräumt ist. Ich bin noch nie steckengeblieben und habe noch nie fremde Hilfe beim Anfahren nach dem Turnier benötigt
- Der Enyaq hat ausreichend Last auf der Hinterachse, damit die Reifen greifen
- Ein unvorsichtiger rechter Fuß lässt natürlich die Reifen schnell durchdrehen. Dann ist dort der Untergrund so rutschig, dass von dem Fleck natürlich kaum noch wegzukommen ist