Beiträge von Selenium

    Ich meine gelesen zu haben, dass das ein anderer Hersteller sehr wohl so macht. Die einzelnen Adern sind dann eben unbenutzt. Vorteil davon ist aber, dass man z.B. eine Anhängerkupplung leichter nachrüsten könnte, anstatt einen neuen Kabelstrang verlegen zu müssen.

    Das wird auch immer wieder bei VW vom Betriebsrat moniert, dass deren Teilevielfalt zu komplex sei.


    Darüber möchte ich mir kein Urteil erlauben. Es ist aber nun mal Teil des Geschäftsmodells von VW (und Konsorten). Diese Art der Individualisierung, weshalb ich im wesentlichen auf einen Hersteller setze, der so ein Modell anbietet, hat nun mal seinen Preis. Allerdings wird ja auch hier bereits gegengesteuert. Schon allein die Platformen sind ein Beweis dafür. Möglichst mit vielen Gleichteilen möglichst viele verschiedene Fahrzeuge abzudecken.


    Den 4fachen Preis würde man bestimmt nicht zahlen.

    Man schätzt bspw., dass ein komplett in den USA hergestelltes iPhone nur ca. 100$ teurer wäre.


    Den Autoherstellern geht es um jeden Cent, damit der Gewinn möglichst hoch ausfällt.

    Damit ist aber nicht das Problem gelöst, das hier angesprochen wird. Oder zumindest ist es nur halb gelöst.


    Die Produktion zurück ins Heimatland zu holen, würde das Produkt wahrscheinlich etwas verteuern, aber man wäre immernoch von einem Markt abhängig. Zwar nicht mehr von - sagen wir - China, sondern eben vom Heimatmarkt. Ob die Lieferkette nach China abreisst, oder im Heimatmarkt ist ja egal.


    Der Hersteller kann also alles daran setzen, die Produktion wieder von China nach Deutschland zu holen. Dann wird in Deutschland mal wieder gestreikt und schon bricht die Lieferkette ebenfalls zusammen. Für den Hersteller ist das gehupft wie gesprungen.


    Um die Verfügbarkeit von Teilen zu verbessern müsste er Redundanzen Aufbauen. Und eben diese Redundanzen kosten Geld, die der Käufer nicht bereit ist zu bezahlen.


    Für den Hersteller ist es übrigens unerheblich, ob EIN Kunde bereit wäre für Redundanzen zu zahlen. Die Mehrheit der Kunden müssten dazu bereit sein. Wenn ich vor die Wahl gestellt werde, doppelt so lange zu warten und dafür nur den halben Preis zu zahlen, oder umgekehrt, würde ich länger warten und weniger zahlen. Da mag man mir "Geiz ist Geil" Mentalität vorwerfen - wäre ok für mich. Letztlich stehen mir auch nur gewisse Ressourcen zur Verfügung (z.B. Geld und Zeit) mit denen ich nur arbeiten kann.

    Wieso kritisiert hier eigentlich keiner die Beschaffungspolitik vom VW Konzern. Es ist in einem Land Krieg und die Produktion in ganz Europa steht.

    Man hat nichts gelernt auch 2 Jahren COVID!

    Immer noch Single Source, immer noch Just in Sequence. Immer noch Lagerhaltung auf der Straße!

    Das gehört angeprangert!

    Du scheinst die Tragweite von Lieferketten echt nicht zu verstehen.


    WENN jedes Auto gleich wäre, wie z.B. bei Tesla oder vielen asiatischen Herstellern, DANN könnte man immer den gleichen Kabelbaum herstellen, sich den auf Halde legen und ein Lager aufbauen.


    Da bei den deutschen Herstellern aber die Individualsierbarkeit im Vordergrund steht, kann man sich keine Kabelbäume auf Halde legen.


    Und auch mit anderen Bauteilen ist das nicht, als würde man eine Flasche Rapsöl bei Lidl nicht kriegen, wo man dann einfach zu Aldi geht. Wenn man ein iPhone kaufen möchte, MUSS man zu Apple gehen. Samsung wird kein iPhone liefern können. Wenn also Apple aus irgendeinem Grund nicht liefern kann, hilft es überhaupt nicht sich darüber zu empören, dass Samsung kein iPhone liefern kann. Auch nicht, wenn sie genug Zeit gehabt hätten.


    VW hat verschiedene Hersteller von Kabelbäumen. Einer davon ist Leoni. Nicht jeder Hersteller baut alle Kabelbäume.


    Leoni wiederum hat verschiedene Standorte, an denen sie Kabelbäume bauen. Sie bauen aber nicht jeden Kabelbaum an jedem Standort.


    Der Kunde möchte das nämlich nicht bezahlen. Oder würdest den 4-fachen Preis für Dein Auto bezahlen wollen und können, wenn jedes Einzeteil mehrfach hergestellt wird, für den Fall dass irgendwo ein unerwartetes Liefer- oder Herstellungsproblem entsteht?


    Das ist doch aber auch nicht so schwer zu verstehen. :rolleyes:

    Also wenn ich mir die äußerst feingliedrige Diskussion um die Spareffekte der Wärmepumpe ansehe (die durchaus spannend ist), dann ist die Frage für mich bereits sehr klar beantwortet.


    Wenn hier klar raus käme, dass die WP für 3kWh geringeren Verbrauch sorgt, oder dass man ohne WP 95km weniger Reichweite hat, dann wäre für mich klar: WP soll rein.


    Da hier aber sehr akademisch über theoretische Ersparnisse im Milliwattbereich diskutiert wird, die der eine sieht und der andere sich nicht erklären kann... das ist für mich der Hinweis darauf, dass sich die WP nicht lohnt.


    Bitte nicht falsch verstehen: mir geht es um die unwiederlegbare Deutlichkeit der Spareffekte, die ich nicht sehe.


    Ich bin zwar nicht unbedingt Laternenparker, werde aber ebenfalls nur öffentlich laden können, bei gleichzeitig 75% Kurzstrecken und gelegentliche Strecken um 170km. Deshalb habe ich mich für den großen Akku, aber gegen die WP entschieden.


    Hätte die WP einen nicht nur messtechnisch nachweisbaren, sondern auch praktisch fühlbaren Verbrauchsvorteil, hätte ich es vielleicht andersrum probiert: 60 Akku und WP.


    Aber irgendwann begann der finanzielle Schuh dann zu drücken und ich musste entscheiden, worauf ich verzichte. Hätte Geld keine Rolle gespielt, hätte ich selbstverständlich auch die WP. So aber ist sie anderen Dingen zum Opfer gefallen, die (nach meinem Gusto) einen fühlbareren Effekt brachten.


    Meine Empfehlung also: WP nur, wenn man sie sich leisten will. Bei überwiegend Kurzstrecken glaube ich nicht, dass die kurzen Strecken genügend lange dauern, dass die WP schon was am Verbrauch ausrichten kann.

    Manche sagen die Produktion ist reduziert, manche sagen es ist gestoppt.


    Skoda informiert hier ja ausnahmsweise relativ transparent. Produktion ist angehalten, Fahrzeuge im Banking werden mit verfügbaren Teilen fertig gebaut.


    Diskussion: Skoda Enyaq iV Bestellen - Wartesaal - Lieferzeit 2022, Lieferzeiten 2023

    Dass unfertige Enyaqs jetzt fertig gebaut werden, IST reduziert.


    Enyaqs, die noch keinen Kabelbaum haben, werden auch nicht angefangen, daher "gestoppt".


    Die Kabelbäume wachsen nämlich nicht an Bäumen. :rolleyes:


    PS: Zur Vervollständigung...


    Neue Enyaqs können nicht begonnen werden, da die erforderlichen Kabelbäume in der Ukraine gefertigt werden.


    Dass halbfertige Enyaqs jetzt fertiggestellt werden können, liegt daran, weil die fehlenden Teile (außer Kabelbäume) in homöopathischen Dosen reinkommen. Damit wird jetzt nichts neues begonnen, sondern nur halbfertiges fertig gebaut.

    Ich hätte ja noch eine Idee für Deine enge Garage. Ich kenne jetzt nicht genau Deine Bestellung aus der Signatur. Aber solltest Du die ParkingPLUS Option mitbestellt haben, dann solltest Du doch das Feature mit dem angelernten Einparken bekommen.

    Also: Auto einmal rückwärts möglichst weit rechts in die Garage fahren und den Weg anlernen. Dann wieder rausfahren, Prozedur speichern. Dann könntest Du beim nächsten Mal rückwärts bis vor die Garage fahren, bequem aussteigen, das Ladekabel anstecken (vorausgesetzt, es ist 10m lang) und den ENYAQ ferngesteuert in die Garage fahren. Dabei Ladekabel händisch nachführen. Raus dann umgekehrt..

    Ob das geht, muß man vor Ort ausprobieren - ich habe diese Parklernfunktion natürlich nicht und auch noch nicht "live" gesehen.

    Kann man so machen; funktioniert aber nicht.


    Trainiertes Parken funktioniert nur, wenn man im Auto sitzt. Das kommt vielleicht später mit Remote Parking.

    Die Vergabe der FIN/VIN hängt sicher nicht an den Rädern. Eher an der Karosserie, da sie dort eingestanzt wird.

    Zuerst beantragt der Hersteller die FIN beim KBA. Erst wenn die da ist, wird mit dem Bau des Autos begonnen. Genau genommen, könnte man also die FIN in der Hand haben, wenn noch nicht ein Blechteil zum Auto existiert. Um gekehrt gibt es immer eine FIN, sobald am Auto irgendwas zusammengebaut wurde.

    Ich meine das alte Parken Plus (also bis 8.2.2022) kostete 380€ beim 80er.


    Der Preis des neuen Parken Plus liegt in Luxemburg bei 720€. Die sind üblicherweise einen Ticken teurer. Aber gehe mal von 720€ für das neue Parken Plus aus, wenn es irgendwann wieder bestellbar ist.

    Noch ein Grund für die Prepper unter uns:


    Sollte die Zombie-Apokalypse drohen und das Öl zur Neige gehen... das E-Auto kann man notfalls selber aufladen - Solarzelle, Wind- oder Wasserrad sei dank. Aber Benzin aus einer Flasche Salatöl selber zu kochen halte ich für schwierig. ;)

    Ach. Und wie begründest du, dass bei Skoda schon vor dem Russen-Überfall Lieferzeiten von 18 Monaten im Raume standen und andere Hersteller DEUTLICH schneller sind? Habe ja schon zwei genannt, Tesla ist der dritte.

    Der VW-Konzern hat sich verkalkuliert, so einfach ist das.


    Ich gehe einfach mal davon aus, dass in der Firmenzentrale von VW oder Skoda der Chef nicht in seinem Büro sitzt und sich die Hände reibt, wie großartig er die Kundschaft mit Ausreden an der Nase herumführt. Ich meine, was hätten Skoda und VW davon?


    Für deren Erfolg ist Gewinn entscheidend. Gewinn erzielen sie nur durch Verkäufe. Verkaufen können sie momentan nur auf dem Papier, denn nur ein geliefertes (!) Auto bringt Geld. Wenn sie also keine Autos ausliefern, nehmen sie kein Geld ein. Die Kosten durch Personal und Produktionsstätten laufen aber weiter.


    Also... mal ganz ehrlich: was hat Skoda davon, den Kunden was vom Pferd zu erzählen?


    Man kann ja daran glauben, dass die einem falsche Gründe vorsetzen. Ok, meinetwegen. Dass deren Entscheidung, die Bestellungen zu reduzieren nicht die cleverste war, wissen die jetzt auch. Im Nachhinein läßt sich dann aber immer trefflich kritisieren, insbesondere wenn man selber nicht in der Situation war abliefern zu müssen. Während der Pandemie haben die ganz gewiss am Tisch gesessen und versucht abzuschätzen, wie die Pandemie ablaufen könnte und was sie tun müssen, um die Firma nicht gegen die Wand zu fahren.


    Um nur mal die Dimension zu verdeutlichen, was es bedeutet, bzw. dass da in kurzer Zeit Vorhersagen getroffen werden mussten und die resutltierenden Entscheidungen substanziell Kosten bremsen mussten: der Konzern, von dem ich spreche, kostet jeder Monat ohne Einnahmen 1,5Mrd.€. Bei einer damaligen Reserve von 8Mrd.€ hätte es nur 5 Monate gedauert, bis die Firma insolvent gewesen wäre. Wohlgemerkt ohne eigene Fehlentscheidungen und bei eigentlich gut laufendem Geschäft. Niemand konnte wisse, welche drastischen Mittel die Behörden aufrufen. Niemand konnte wissen, ob die Firmen schliessen müssen. Niemand konnte wissen, wie lange das dann laufen könnte. Deshalb wurde innerhalb weniger Tage riesige Sparprogramme auf den Weg gebracht, die dafür sorgen sollten, die Liquiditätsreserven zu verlängern. Und auch bei uns ist man mit diesen Entscheidungen hohe Risiken eingegangen.


    Volkswagen ist noch viel größer, als unser Verein. Wenn die es einfach mal so hätten laufen lassen, hätten sie riskiert, dass es nach einer eventuellen Zwangsschliessung über möglicherweise Monate hinweg kein VW mehr gegeben hätte.


    Ja, in einem Umfeld, in dem sich behördliche Rahmenbedingungen schneller änderten, als sie Änderungen zu Papier gebracht werden konnten - und das nicht nur in Deutschland, sondern in zig Ländern, die alle mit in die Überlegungen eines Weltkonzerns einfliessen müssen - haben sie vielleicht die falsche Vorhersage und damit die falsche Entscheidung getroffen. Das ändert aber ja nichts daran, dass es Corona mit (erzwungenen) Werksschliessungen, Chipkrise, Lieferkettenprobleme und jetzt noch dem Krieg tatsächlich gibt. Und zwar nicht nur in der Realität von VW und Skoda, sondern auch von allen anderen Firmen.


    Warum trifft die Chipkrise nun den einen Hersteller stärker, als den anderen?


    Tesla baut ein Standardprodukt. Da gibt es DEN Tesla. Den kann man in ein paar Farben aussen und in zwei Farben innen bestellen und man kann noch FSD hinzuwählen. Das wars. Es ist immer das gleiche Auto. Die können also 10000 Teslas produzieren und auf Halde legen - die nächsten 10000 Besteller bekommen diese 10000 produzierten Autos.


    Bei den deutschen Herstellern dagegen bekommt man hochgradig konfigurierte Autos. Ich erinnere mich vor einigen Jahren an eine Werksführung bei Mercedes, wo es hieß, dass in der gesamten Vorjahresproduktion nur insgesamt drei Fahrzeuge exakt gleich waren. Die deutschen können also nicht auf Halde produzieren. Deren Kernkompetenz ist, ein individuelles Einzelstück in eine laufende Fließbandproduktion einzusteuern.


    Nichts davon ist besser oder schlechter; sie haben schlicht unterschiedliche Nischen besetzt. Nun kann ich mich doch nicht für die hochgradige Konfigurierbarkeit entscheiden und dann rumjammern, warum die nicht genauso produzieren, wie die Konkurrenz mit dem Standardprodukt.


    Im übrigen: dass der Fiat 500 Elektro nur 3 bis 4 Monate Lieferzeit hat, würde meine Nachbarn freuen zu hören, die warten nämlich jetzt den 8ten Monat drauf.