Die Frage ist doch, wieviele Menschen weltweit einen aktuellen Elektroneuwagen kaufen, diesen auf (Sommer-)Stahlfelgen umrüsten und diese dann auch noch verchromen lassen. (Das Thema Winterräder ist ja ein eigenes, es treibt die Ökobilanz bereits auch schon nach unten)
Ich kenne jetzt keine Erhebungen darüber, aber ich bin davon überzeugt, dass andere -viel häufigere- Effekte die Ökobilanz an einem E-Auto um einiges maßgeblich verschlechtern.
zB. Starke Beschleunigungen, dadurch erhöhter Reifenabrieb, der nicht zu vernachlässigen ist. Dann die Frage, ob das Auto immer aus erneuerbaren Energien geladen wurde, oder ob auch schmutziger Strom genutzt wurde usw.
Ich vermute ganz stark, dass viele - wenn nicht sogar die meisten Leute - irgendwo die Kirche im Dorf lassen. Umweltbewussteres Leben ist sicher geboten. Aber wenn das zum Klimaterror wird, dann hört der Spaß für mich zumindest auf. Ich werde nicht bei jedem Abbiegen die Windrichtung prüfen um in den Wind hinein abzubiegen, weil auch das noch 100stel Energie spart.
Ich werde nicht einen Umweg um eine Kopfsteinpflasterstrasse machen, weil diese noch mehr Reifenabrieb erzeugen könnte.
Ich werde den Ladestecker nicht mit Teflon überziehen, weil das Rein- und Rausstecken auch Abrieb am Steckergehäuse verursacht.
Irgendwo müssen wir uns klarmachen, dass JEGLICHE Existenz eine Interaktion mit der Umwelt ist. Und Interaktion mit der Umwelt resultiert immer in irgendeinem Effekt. Selbst wenn ich nackt im Wald sitze und nur atme, hat das Auswirkungen auf die Umwelt.
Dass man nicht mit der Axt alles kurz und klein haut (im übertragenden Sinne) ist richtig. Aber wir können uns noch so sehr anstrengen... wir WERDEN einen Fußabdruck hinterlassen.