Wenn der Hersteller 77kwh netto angibt, existiert zumindest offiziell kein Grund, davon aus zu gehen, dass es einen zweiten Nettowert gibt, der nochmals 5kWh niedriger angesiedelt ist.
Wo schreibt VW/Skoda davon?
Sämtliche offizielle Berechnungen (WLTP) basieren z.B. auf dem "1." Nettowert von 77kWh.
Der muss zur Nutzung zur Verfügung stehen.
Natürlich hängt die effektiv nutzbare Maximal-Kapazität der Batterie, genau wie bei jeder Bleibatterie, u.a. von der Belastunghöhe und der Temperatur ab.
Deshalb wird die Kapazität einer Batterie ja auch unter Normbedingungen angegeben, wie auch bei jeder Bleibatterie. Diese sogenannte Nennkapazität ist die Grundlage, für SOH-Berechnungen.
Wenn diese Prüffirma dem Akku nur noch rund 68kwh maximal nutzbare Energieabgabe attestiert, obwohl der Hersteller davon schreibt, dass 77kWh maximal entnommen werden können, ist der SOH halt nur noch bei rund 88% und das wäre für so ein junges Fz mit relativ wenig Kilomtern definitiv schlecht.
Die tolle Garantie von 160tkm und/oder 8 Jahren tritt nur dann in Aktion, wenn ein SOH von 70% unterschritten wird.
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Und hier liegt für mich der Fehler der Testfirma...denn sie führt die Tests nicht unter den Normbedingungen durch, wie es Skoda macht. Sondern der Tests erfolgt bei den durch den Fahrenden vorgegebenen "Bedingungen" durch die "Entladefahrt".
Diese kann höchst unterschiedlich ausfallen, bei unterschiedlichen Temperaturen, Beaufschlagung der Batterie mit Strom und Grad der Entladung (für den Test reichen, wenn ich es richtig sehe, 10% SoC oder weniger).
Es mag sein, dass die Testfirma durch entsprechend grosse Anzahl an Datensätze und wie sie es nennt intelligente Algorithmen hier die Schwankungen des Fahrenden versucht herauszurechnen und das Ergebnis zu normalisieren...ein Test unter Normbedingungen wird dadurch nicht daraus.
Insofern stellt sich die Frage, wie die Testfirma zu ihrem eigenen Referenzwert von 72kWh gekommen ist. Gemäss einer mir zugegangenen E-Mail durch eigene Referenzfahrten des Fahrzeugs. So wurde es einem Testkunden auf Nachfrage geschrieben. Hier stellt sich mir erneut die Frage, inwieweit mehrere Referenzfahrten die Normbedingungen erfüllt (welche wahrscheinlich nicht einmal bekannt sind bzw. wüsste ich nicht, dass Skoda/VW diese veröffentlicht haben).
Die Testfirma wirbt mit einer TÜV Austria Zertifizierung für den Test. Hier wäre zu prüfen, was genau zertifiziert wurde...Das Messverfahren? Die Berechnung? Das Ergebnis?
Ich habe weiterhin meinen Zweifel an der Vergleichbarkeit eines Tests unter Normbedingungen (Auto steht, Batterie wird kontrolliert entladen und überwacht) vs. eines Tests durch Leerfahren der Batterie nach Gusto des Fahrenden.
Was die Garantie von Skoda betrifft, so bezieht sich diese auf die Herstellerangabe von 77kWh. Sollte es zum Garantiefall/Anspruch kommen, so wird eine Skoda-Werkstatt einen Batterietest unter Normbedingungen durchführen (ja, den gibt es und die Werkstätten können diesen durchführen) und dann den SOH bestimmen. Der Test wird sicher ebenfalls kostenpflichtig sein und nein, ich denke es ist nicht sinnvoll jetzt die Werkstätten zu stürmen und alle Quartal einen Test zu machen 