Beiträge von herrnik

    Es sind die sich ständig wechselnden politischen Marschrichtungen. Zusätzlich zu den sich ändernden Bedingungen des Marktes haben europäische Firmen echte Probleme mit Regulierung, die dich auch ständig ändert, nur nicht weniger wird. Die Firmen haben schlicht Angst davor, große Investitionen zu tätigen. Mit etwas hier in die Vollen zu gehen, kann selbst bei großen Schwungmassen zum Konkurs führen, wenn die Politik bei der nächsten Wahlperiode eine 180° Wende macht. Das ist der Effekt, wenn der Staat immer stärker in die Märkte eingreift, wirken sich Politikwechsel auch immer stärker auf den Markt aus.


    Ich sehe in meiner Firma, wie da mit großen Investitionsrisiken rumjongliert wird, um Schlimmstenfalls nicht die ganze Firma mit in den Abgrund zu reißen.

    Nicht unbedingt. Wenn man eine Langzeitstrategie hätte, wie z.B. Verbrenneraus in 2035 (was zeitlich viel zu weit in der Zukunft lag als es 2022 beschlossen wurde). Wurde aber ja jetzt wieder gekippt durch EU (Deutschland als Treiber). Das sind nicht die politischen Rahmenbedingungen, die stärker in die Märkte eingreifen, sondern es sind die sich ständig wechselnden Bedingungen.

    China macht es anders: Dort wird der 5 Jahresplan gemacht der dann aber erst nach 5 Jahren wieder ersetzt wird durch einen neuen 5-Jahresplan.

    Jahresvergleich

    Elektro (BEV) Neuwagen machten mit 88.599 Einheiten und einem Anteil von 34,5 Prozent mehr als ein Drittel der Neuzulassungen im September 2026 aus.

    88.599 Einheiten sind übrigens der zweithöchste Wert für die Anzahl Zulassung von Elektrofahrzeugen, nur noch übertroffen vom Ausnahmemonat Dezember 2022 (wegen Auslaufen des Umweltbonus).
    Damals lag der Anteil der BEVs allerdings nur bei 33%, wir haben also beim Anteil einen neuen Rekord erreicht.


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    Ich frage mich manchmal: Was machen die Strategen bei VW eigentlich beruflich?

    Warum hat man mit einer Planung zur eigenen Batteriezellfertigung so lange gewartet (PowerCo erst 2022 gegründet) und PowerCo kann erst jetzt geringe Stückzahlen liefern?

    Warum wird die Motorenproduktion für den APP550 nicht auf ein zweites Werk ausgeweitet (aktuell nur Kassel)? Dies führt zu möglichen Flaschenhälsen, auch bei allen anderen Marken (wie hier im Forum häufig an den den langen Lieferzeiten zu sehen).


    Warum wird in Mladá Boleslav noch immer als einzigem Standort hybrid auf demselben Band gefertigt (Verbrenner + E-Modelle)?

    All diese Gründe führen dazu, dass aus betriebswirtschaftlicher Sicht aktuell VW an jedem Verbrenner mehr verdient als an einem Elektrofahrzeug und daher eine Tendenz, was hat konzernintern Priorität, klar sein dürfte ;)
    FYI:
    Oberleinsiedler
    Speicher

    Elektroautos überholen Verbrenner bei VW-Bestellungen in Deutschland
    Volkswagen passt seine deutsche Produktion an: In Wolfsburg entfallen Sonderschichten für Verbrenner, Emden und Zwickau sollen mehr Elektroautos bauen.
    www.heise.de

    Zitat

    Wendepunkt in der Transformation

    VW-Vertriebsvorstand Martin Sander spricht von einem „Wendepunkt in der Transformation des Automobilmarktes“: Gemessen an den Auftragseingängen verkaufe Volkswagen in Deutschland derzeit mehr batterieelektrische Autos als Verbrenner. Als Gründe nennt er höhere Kraftstoffpreise und eine sinkende Nachfrage nach Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Allerdings veröffentlichte VW weder absolute Bestellzahlen noch eine prozentuale Verteilung oder einen konkreten Vergleichszeitraum. Auch bleibt offen, ob sich die Aussage ausschließlich auf die Marke Volkswagen Pkw bezieht oder weitere Konzernmarken einschließt und ob Flotten- sowie Gewerbekunden in den Zahlen enthalten sind.
    ..


    Einstiegsmodelle treiben die Nachfrage

    Zusätzliche Dynamik erzeugt der Konzern mit seinen neuen Einstiegs-Elektroautos: Für die technisch eng verwandten Modelle VW ID. Polo, Cupra Raval, Skoda Epiq und VW ID. Cross liegen konzernweit mehr als 100.000 Vorbestellungen vor, allein auf den VW ID. Polo entfallen davon mehr als 40.000. Der ID. Polo startet bei 24.995 Euro mit einer WLTP-Reichweite von 334 Kilometern, der ID. Cross bei 27.995 Euro. Die vier Modelle basieren auf der Plattform MEB+, werden jedoch in Spanien gefertigt und verbessern daher die Auslastung der dortigen Werke, nicht die der deutschen Standorte Emden und Zwickau.

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    Kurzfristige Erholung, langfristige Unsicherheit

    Bei den aktuellen Produktionsanpassungen handelt es sich nach derzeitigem Informationsstand um eine kurzfristige Reaktion auf den Auftragseingang, nicht um eine dauerhafte Kapazitätserhöhung. Eine bessere Auslastung der Elektroauto-Werke bedeutet zudem nicht automatisch höhere Profitabilität: VW erzielt mit Elektroautos weiterhin geringere Gewinnmargen als mit vergleichbaren Verbrennern, vor allem wegen der hohen Batteriekosten.

    Ich schmeiß mal noch die Einflussfaktoren "Vollmond" und "Stimmungsschwankungen/Herbstdepression" in den Ring. ;)

    Die Stimmungsschwankungen der VW Führungsetage hat natürlich den größten Einfluß auf die Lieferzeiten ;) . Vor allem wenn man bedenkt, wie oft sich die Markteinschätzung von "Hochlauf der E-Mobilität forcieren" auf "nee lass mal lieber Verbrenner bauen, da verdient man mehr" schwankte in den letzten Jahren.
    Was ich nicht verstehen kann: Warum man dann immer noch so ein Riesenberg an E-Fahrzeug Bestellungen vor sich her schiebt und nicht alles daran setzt bestehende Werkskapazitäten hochzufahren.
    https://www.heise.de/news/VW-v…Deutschland-11464498.html