Das ist nicht die absolute Ausnahme.
Es ist die deutliche Minderheit. Ich kenne viele Dienstwagennutzer, darunter aber keinen einzigen, der seinen Dienstwagen ausschließlich privat nutzt.
In unserer Firma fahren ca. 100 Firmenwagen. Davon sind es drei, die nicht überwiegend dienstlich genutzt werden: die der beiden Geschäftsführer und des Eigentümers. Bei meinem ersten Arbeitgeber sind / waren es es ca. 500 Firmenwagen, dort war der Firmenwagen ab der Ebene Hauptabteilungsleiter aufwärts Gehaltsbestandteil, unterhalb nur dann, wenn man das Auto dienstlich braucht (Außendienst, Service, QS-Auditoren etc.). Geschätzt waren es dort ca. 10 % der Dienstwagen, die überwiegend privat genutzt wurden. Bei den beiden Arbeitgebern danach (vor meinem jetzigen) waren es ca. 20 Dienstwagen, die einzigen ausschließlich privat genutzten waren die der Geschäftsführer, also jeweils einer.
Und, ich werde nicht müde das zu betonen, würde der Staat verpflichtend die Besteuerung nach Fahrtenbuch einführen, würde er Verluste machen. Dann müssten zwar die wenigen Ausschließlich-Privat-Nutzer mehr bezahlen, die große Mehrheit aber eben nicht bzw. sogar sparen. Seltsamerweise führen auch einige der Dienstwagennutzer im Bekanntenkreis kein Fahrtenbuch, da zu aufwändig, zu teuer etc. Man muss es nur einmal gemacht haben, dann geht es ganz einfach und die 250 Euro Jahresgebühr, die das elektronische Fahrtenbuch kostet, kann man sogar auch noch von der Steuer absetzen...
Und da ist -egal welche Versteuerung- der Steuerzahler, der jenige der diese Autos subventioniert.
Eben nicht. Bei einer Versteuerung der auf die Privatnutzung entfallenden Kosten würden bei 100 % Privatanteil auch die gesamten Kosten vollständig als geldwerter Vorteil versteuert werden. Und bezahlen tut die Rechnungen der Arbeitgeber, nicht der Steuerzahler.
Im Falle des Enyaqs musste mein Arbeitgeber in 2022 ca. 11.000 Euro Kosten aufbringen (ich bekomme die jährliche Kostenaufstellung automatisch). Das wären für mich bei 100 % privater Nutzung ca. 916 Euro pro Monat geldwerter Vorteil, entsprechend ca. 400 Euro Mehrbelastung (St.-Kl. 3). Bei einem Privatanteil von 40 % (die Fahrten ins Büro zählen da auch rein) käme ich auf 366 Euro zu versteuern bzw. ca. 160 Euro netto weniger. Mit der 0,25 %-Pauschalversteuerung 182 Euro bzw. netto ca. 80 Euro. Ok, da spare ich gegenüber der Versteuerung der tatsächlichen Kosten in der Tat ca. 960 Euro pro Jahr...