Beiträge von Hannes1971

    Der entscheidende Unterschied beim 60 ist, wie bereits erwähnt, die Software.


    Ich kenne sowohl die alte (zuletzt 3.8) als auch die neue (aktuell 5.2) aus eigenem Erleben.


    Neben dem etwas anderen Erscheinungsbild sind die Hauptvorzüge von 5.2 im Vergleich zu 3.8:


    Höhere Geschwindigkeit:

    Bei 3.8 muss man nach dem Einsteigen ca. 30 Sekunden warten, bis das Infotainment "hochgefahren" ist. Bei 5.2 ist beim Platznehmen alles schon da.


    Genauere Reichweitenberechnung:

    5.2 berücksichtigt bei der Reichweitenberechnung auch die Topographie. Wenn man unter 3.8 mit automatischer Ladeplanung navigiert ist es völlig normal, dass der nächste Ladestopp ein bis dreimal umgeplant wird, weil der Verbrauch höher ist als vom Navi angenommen. Unter 5.2 passen die Stopps meistens, evtl. mal eine Korrektur. Außer natürlich, es kommen unverhersehbare Einflüsse (Gegenwind, starker Regen) dazu. Gerade starker Regen ist ein echter Reichweitenkiller...


    Akkuvorwärmung:

    Mit 5.2 wird der Akku bei geplanten Ladestopps so temperiert, dass beim Laden die höchstmögliche Leistung erreicht werden kann (sofern die Fahrzeit und -Strecke dafür ausreicht). Mit 3.8 passiert das nicht. Da muss man deutlich mehr darauf achten, dass man nicht mit kaltem Akku am HPC ankommt. Z.B. indem man "im Anflug" auf den Ladestopp etwas forcierter fährt. Im Winter einen HPC früher anpeilen und dafür die letzte halbe Stunde dahin den Tempomaten auf 150 statt 130 einstellen. In der Praxis habe ich aber auch unter 3.8 stets Ladeleistungen > 130 kW gesehen, da ich immer mit vollem Akku starte und nach einer AB-Etappe am HPC zwischenlade. Dann ist der Akku sowieso einigermaßen warm.


    Alles in allem ist der Enyaq aber mit beiden SW-Versionen ein gutes Auto. Den Hauptunterschied zwischen dem 85 und dem 80 macht der Motor aus, der spürbar effizienter und auch kräftiger geworden ist. Beim 60 ist das ja kein Thema.

    Davon abgesehen, dass du mal mit Brutto-Werten, dann wieder mit Netto-Werten rechnest

    Falsch. Alles netto. Die Brutto-Werte stehen nur rein informativ daneben.


    Wir hatten sogar den Extremfall eines Kollegen, der hat über ein gesamtes Wochenende am an einer DC-Säule gestanden, weil er sich mit dem Thema schlichtweg nicht beschäftigt hat und "die Karre voll sein sollte, wenn mein Flieger landet".

    Dem hätte ich die Blockiergebühren komplett aufs Auge gedrückt. Solche Idio... haben wir aber in der Firma auch nicht. Zumindest halten die sich nicht lange...


    Zitat

    Rein vom Finanziellen her müsste man die DKV-Karten als Frechheit zurücksenden - aber genau das ist eben nur ein Aspekt neben vielen anderen.

    Eben. In meinem Fall beträgt die Ersparnis gegenüber Elli nicht einmal 21 € / Monat. Wenn man das als repräsentativ ansieht, wären es für die gesamten 30 BEV im Unternehmen 625,50 € / Monat. Ob es sich dafür rechnet, die gesamte Flotte (insgesamt ca. 120 Fahrzeuge) zu UTA umzuziehen (die sind günstiger als DKV, aber teurer als Elli) oder statt einer zwei Rechnungen pro Monat zu bekommen, kann ich Dir nicht sagen. Ich habe das Thema mehrfach angestoßen, bisher kam immer die Antwort "rechnet sich unterm Strich nicht".

    Die Leute sollen nicht denken, sondern die in irgendwelchen Vorlesungen, Fortbildungen und Schulungen eingetrichterten Inhalte stumpf anwenden.

    Nunja. Da es unser Geschäftsführer (CFO) geschafft hat, ein vor 8 Jahren "auf der Kippe" stehendes Unternehmen komplett auf solide Füße zu stellen, in dieser Zeit die Anzahl der Ingenieure im Unternehmen von 65 auf 110 zu erhöhen und zum Marktführer der (kleinen) Branche zu machen unterstelle ich ihm mal, dass er rechnen kann...


    Ich habe mal durchgerechnet:


    In 2025 habe ich 33.500 km absolviert. Dafür habe ich 4.843 kWh an der heimischen Wallbox geladen und diese mit 26,85 Cent / kwh (= netto 22,56 Cent / kWh) verrechnet (insgesamt 1.300,22 € brutto bzw. 1.092,62 € netto). 1.787 kWh habe ich mit der DKV-Karte geladen. Auf Basis der neuen Preise und der zweithöchsten Kategorie (64 Cent netto / kWh) wären dies externe Ladekosten in Höhe von 1.143,86 €. Insgesamt hat der Spaß die Firma also 2.236,48 € Stromkosten gekostet, dies entspricht 6,68 € / 100 km.


    Zum Vergleich:


    Ausgehend von einem Verbrauch von 7 l und einem Spritpreis von 1,50 € / l (bzw. 1,26 € / l netto) wären mit einem Verbrenner 8,23 € / 100 km angefallen.


    Schlussfolgerung: rechnet sich alles in allem auch mit DKV-Karte (im Vergleich zum Verbrenner). Und dabei sind die entfallene KFZ-Steuer, THG-Quote etc. noch gar nicht eingerechnet...


    Hätte ich eine Elli-Karte gehabt und damit durchschnittlich für 0,50 € / kWh (netto) geladen, wären "externe" Stromkosten in Höhe von 893,64 € angefallen. Ersparnis zu DKV: 250,22 € bzw. 20,85 € / Monat. Für mich schwer zu sagen, ob diese 20,85 € / Monat den Minderaufwand für die vereinfachte Rechnungsprüfung (nur 1 Monatsrechnung für die gesamte Flotte) aufwiegen.

    Bei uns wird mit DKV gearbeitet, weil wir genau einen Anbieter wollen, bei dem dann überall geladen werden kann, und es kommt monatlich genau eine Rechnung über die Ladekosten pro Fahrzeug,

    Das bekommst Du bei UTA genauso (wobei ich nicht weiß, wie gut da die Akzeptanz der Ladekarte ist), sofern diese eine Rechnung die Verbrenner im Fuhrpark auch umfassen soll. Für einen rein elektrischen Fuhrpark bieten auch Elli und EnBW Flottenlösungen. Einziger Nachteil: Autowäsche etc. kann dann per Ladekarte nicht abgerechnet werden.

    Dass damit Geld verbrannt wird, interessiert hier niemanden.

    Bei uns leider auch nicht.


    Ergänzung:


    Alle BEV-Nutzer in der Firma laden überwiegend zuhause. Laut GF ist die Quote der "Auswärtsladungen" so niedrig, dass ein "zweigleisiges" Fahren (Verbrenner bleiben bei DKV, BEV wechseln zu Elli, was ist mit den PHEV?) oder ein "Umzug" der kompletten Flotte zu UTA vs. den zusätzlichen Aufwand für die Rechnungsprüfung der Buchhaltung nicht lohnt. Mag sein. Selbst ich, der ich aufgrund meiner Spezialisierung vermutlich der BEV-Fahrer mit den meisten Langstrecken im Unternehmen bin, komme alles in allem auf maximal 30 % "Auswärtsquote" der geladenen Strommenge.


    Es ärgert mich trotzdem. Nach der letzten Unverschämtheit von DKV (Preiserhöhung der ohnehin schon unverschämten Preise + Blockiergebühren 30 Minuten nach Ladebeginn) würde ich schon aus Prinzip wechseln. Ich habe aber dem GF klar und deutlich zu verstehen gegeben, dass ich eine Weiterverrechnung von Blockiergebühren an mich (das wurde ganz zu Beginn der Einführung der DKV-Karte für die BEV mal angekündigt) auf keinen Fall akzeptieren werde. Damit war er auch einverstanden. Sofern ich nicht stundenlang am HPC angestöpselt bleibe.

    am Ende hat man mit einem großen Fuhrpark aber auch keine Lust bei einzelnen Betreibern irgendwelche Abos abzuschließen.

    Muss man ja auch nicht. Elli bietet ebenfalls eine hohe Akzeptanz bei allen möglichen Anbietern (kann mich nicht erinnern, dass ich mit dem PowerPass mal eine Säule nicht aktivieren konnte) und ebenfalls eine Flottenlösung. Einziger Nachteil: die Kollegen mit PHEV müssten dann zwei Karten nutzen.


    Aber auch UTA bietet eine kombinierte Tank- und Ladekarte zu günstigeren Konditionen (was die Ladekosten angeht) als DKV. Die Akzeptanz kenne ich allerdings nicht.