Das ist - zumindest bei rein radar-basierten ACCs - Absicht. Das Radar kann die relative Geschwindigkeit von Objekten in Strahlrichtung ("Radialgeschwindigkeit") direkt über den Dopplereffekt messen. Daraus kann bei Kenntnis der eigenen Geschwindigkeit und unter der Annahme eine parallelen Bewegungsrichtung die absolute Geschwindigkeit der Objekte über Grund berechnet werden. Wenn diese kleiner ist als ein Schwellwert, wird das Objekt als stehend betrachtet. Und stehende Objekte werden grundsätzlich ignoriert! Warum? Weil es davon jede Menge gibt, auch mitten auf der Straße. Gullideckel, Cola-Dose, Brücken, Ampeln sind für das Radar alles stehende Ziele auf der Straße, weil es keine Höhenmessung gibt. Es gäbe also andauernd unmotivierte Bremsungen. Und beim ACC wird immer auf geringe Falschalarme hin optimiert, also im Zweifel lieber nicht gebremst als einmal zu oft.
Wenn jetzt eine Kamera dazu kommt, könnte das System grundsätzlich prüfen, ob diese stehende Detektion wirklich ein Objekt ist, auf das gebremst werden muss. Und das klappt häufig auch. Aber eben nicht immer, Bilderkennung ist immer fehlerbehaftet. Vor allem in größerer Entfernung, in der das ACC das Objekt schon erkannt haben müsste, um eine sanfte Bremsung einzuleiten. Wenn sich das ACC nicht sehr sicher ist, dass da ein Auto, LKW oder Motorrad ist, wird lieber nicht gebremst. Man kann sich nicht darauf verlassen, es bleibt ein Assistenzsystem.