Um nochmal auf's Thema zurückzukommen: 😉
Profitmaximierung führt nicht zwangsläufig zu Innovationsbereitschaft. Eher im Gegenteil. Das haben US Autohersteller erfolgreich demonstriert, als sie Ewigkeiten dieselbe Technik in modischeren Karosserien verpackt haben. Das ging so lange, bis Anbieter aus anderen Märkten (damals vor allem Japan und Deutschland) nennenswerte Martanteile übernommen haben und die US Hersteller in eine tiefe Krise stürzten.
In China gibt es einen Mix aus staatlicher Kontrolle und unternehmerischer Freiheit. Dazu kommt, dass die Stabilität der Machthaber langfristig strategisches Handeln ermöglicht.
Dem hat "der Westen" derzeit wenig entgegenzusetzen.
Regierungen denken nur in Wahlzyklen. Industrien idR noch kürzer. Die Unternehmen der Gründerzeit waren von Familien/Patriarchen geführt, die an die nächste Generation gedacht haben, aka strategich.
Angestellte Geschäftsführer denken an ihren nächsten Bonus, aka taktisch.
"Compensation controls behaviour" hat ein kluger britischer Kollege mal gesagt.
Die (wenigen) superreichen Familien, die als Investoren die Kontrolle über die Industrie haben, müssten also gegensteuern und den Unternehmen langfristige Ziele setzen. Aber solange man noch genug Kohle rauswringen kann, ist das möglicherweise zu anstregend?