In Deutschland wird kaum noch etwas produziert. Nur extrem teure Premiumautos werden möglicherweise noch hier gebaut; alles andere entsteht im Ausland, wo die Kosten niedriger sind – was auch deutsche Hersteller betrifft. Dass sich Arbeitnehmer ein in Deutschland gefertigtes Produkt nicht leisten können, liegt zudem an stagnierenden Löhnen und stark gestiegenen Ausgaben. Es handelt sich also eher um ein volkswirtschaftliches als um ein betriebswirtschaftliches Problem. Produktionssteigerungen sind nur möglich, wenn mehr Aufträge eingehen, also wenn die Menschen über ausreichend Geld verfügen, um es in den Markt zu geben – wofür die Löhne steigen müssten. Die Lage ist nicht einfach. Wer als deutscher Autokonzern jahrelang mithilfe von Lobbyismus an der Verbrenner-Strategie festhält, später erkennt, dass sie nicht mehr funktioniert, und dann zumindest eine parallele Strategie zwischen Verbrenner und Elektroauto verfolgt, darf sich über hohe Kosten für Käufer nicht wundern. In China hat sich der Staat klar für Elektro entschieden, was unseren Verbrennerherstellern Probleme bereitet. In anderen Ländern wie Norwegen wurde die Elektromobilität ebenfalls maximal gefördert, mit dem Ergebnis, dass man 95% Elektro-Neuwagenkäufe hat.
Politische Entscheidungen setzen eine klare Richtung voraus, was angemessen ist. Die Vorstellung, den Markt sich selbst zu überlassen, ist ein Mythos, der nicht funktioniert. Der Staat übernimmt Aufgaben, den Markt gezielt zu steuern – dazu zählen Umweltschutz und der Schutz der Menschen vor Umwelteinflüssen. Das Problem hierzulande ist, dass keine Partei unangenehme Themen angeht. Jede Partei betreibt Klientelpolitik, weshalb sich nichts verändert; alles richtet sich nach der nächsten Wahl. Viele der gegenwärtigen Parteien kümmern sich nicht um die Probleme der Menschen – das übernehmen rechtsextreme Parteien, die sich zwar auch nicht darum kümmern, es aber vortäuschen.