Die maximale Ladeleistung ist ja immer das viel genannte "Verkaufsargument". Da schauen die Leute hin, wenn sie ein Auto kaufen.
Und 175 kW sind halt mehr als 135 kW.
Und trotzdem kann man mit 135 kW den Akku schneller oder genau so schnell voll haben, weil am Ende die Ladedauer entscheidet. Und die hängt unmittelbar von der Ladekurve ab.
Beim Enyaq sieht man das doch sehr schön. Der 85X hat eine höhere Ladeleistung, fällt aber schneller ab und der 85 hat die niedrigere Leistung, aber er hält das Plateau länger. Und am Ende haben beide die gleiche Ladezeit von 10-80%.
Am Ende ist es doch so dass, wenn man performant laden möchte, man sich mit den genauen Eigenschaften des eigenen Fahrzeugs vertraut machen muss.
- mit manchen Fahrzeugen gibt es halt nur Ladeleistung, wenn man < 10% ansteckt
- andere laden auch gut, wenn bei 30% angesteckt, so dass man auch mal die "Lieblingsladesäule" anfahren kann
- manche machen einen großen Unterschied je nach Temperatur und ggfs. noch vorher gefahrener Strecke
- manche laden extrem schnell bis 60% und fallen dann so stark ab, dass sich ggfs. mehr und kürzere Stops auf der Langstrecke lohnen
Die E-Mobilität hat halt noch genau diese Schwierigkeiten. Die geringere Reichweite, längere Ladezeiten im Vergleich zum Tanken UND, dass man zum Laden wenige Kleinigkeiten beachten muss (für die man aber mit der Faustformel: 10-80 schon gut aufgestellt ist).
Aber das man auf der Langstrecke ein wenig planen muss, geht den Verbrennern ähnlich, denn auch dort schwankt der Verbrauch (Beispiel: Downsizing) teilweise extrem mit der gefahrenen Geschwindigkeit, an der Autobahntankstelle zahlt man schnell mal einen guten Aufschlag und hinter einer Landesgrenze kann es günstiger oder teurer werden, so dass man auch hier den "Ladestopp" planen muss - aber kein NAVI hat, dass einen dabei unterstützt.