Ich bin tatsächlich gespannt, ob das nicht ein knackiges Bußgeld wegen mangelhafter TOMs gibt und auch in Hinsicht auf die Frage der Datensparsamkeit: wofür braucht man soviele personalisierte Geodatensätze?
Wir User haben mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit tief versteckt in den AGBs die Einwilligung gegeben. Dagegen spricht ja auch nichts. Man kann die Daten nutzen, um z.B. die Ladeplanung zu optimieren, wenn es bei -5 Grad über die Kasseler Berge oder die Schwäbische Alb geht. Oder generell, um die E-Mobilität besser zu machen (Ladeangebote usw.). Dazu wertet man die Daten aus und nutzt dann das Ergebnis der Auswertung bzw. gibt die ausgewerteten Daten weiter (X Prozent der E-Auto-User fahren pro Tag maximal Strecken von 75km, bei Y Prozent stehen die Autos mindestens 7 Stunden auf der Arbeit)
Problem ist, wenn Cariad die Rohdaten ungeschützt, quasi für alle zugänglich ins Internet stellt.
Das Bußgeld im eigentlichen Datenschutzverfahren dürfte am Ende überschaubar sein. Der Reputationsschaden dürfte schwerer wiegen. Gerade in der aktuellen Situation könnte man Unterstützung der Politik brauchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man diese bekommt, wird dadurch nicht erhöht. Ebenso könnte eine Folge sein, dass ein Kopf rollen muss.
Des Weiteren hat der BGH vor einigen Wochen ein wegweisendes Urteil getroffen. Es reicht bereits aus, dass derjenige, der die Daten sicher verfahren soll, die Kontrolle verliert, um einen Schadensanspruch zu begründen. Sprich mit den abgegriffenen Daten muss nicht erst etwas angestellt werden oder die betroffene Personen muss einen Schaden nachweisen, um Schadensersatz zu bekommen. Im Fall von Facebook sind das 100 € für eine betroffene Person.
800.000 Datensätze mal 100 € sind 80 Mio. €. Das war für einen einfachen Datensatz. Ein Bewegungsprofil ist etwas ganz anderes. Das wäre quasi nur der immaterielle Schaden.
Angenommen die Polizei Hamburg mit ihren ID.4 muss jetzt die Einsätze der letzten Monate durchgehen und schauen, wo geheime Einsatzorte, Asservatenkammer usw. sind oder ob die Autos an Sicherheitskonvois teilgenommen haben und deshalb Routen usw. geändert werden müssen. Dann können die den realen Aufwand in Rechnung stellen.