Beiträge von Monyaq

    Hallo Kaschne,


    Das mit Wasserstoff wird sich für PKW nicht durchsetzen weil: a) der Wirkungsgrad schlecht ist und b) wir den Wasserstoff für schwere Anwendungen brauchen werden: Schiffe, Flugzeuge, Züge, Stahlerzeugung.


    Ich unterrichte erneuerbare Energiespeicher an einer FH und wir haben da Zahlen gesammelt die belegen dass von 100kWh aus einem Windkraftwerk nur ca. 25kWh am Rad ankommen; der Rest geht bei Erzeugung von Wasserstoff, dem Komprimieren auf 300-700bar , dem Transport und die anschließende Zurückwandlung in Strom verloren. Bei BEV sind da je nach Model 75-83 kWh die wirklich am Rad ankommen, die Leitungs- und Ladeverluste sind nicht so hoch.

    ... Wir kommen jetzt zwar etwas "offTopic",aber naja, betrachten wir mal den Wirkungsgrad vom Verbrenner. Wenn ich mich erinnere liegt der zwischen 35 und allerhöchstens 40%. Vor ein paar Dekaden war das auch noch deutlich schlechter...Dabei die Erzeugung von Benzin / Diesel aus Rohöl nicht mitgerechnet. Andersherum: 1/3 des Benzins oder Diesels vernichten wir nur mit dem Effekt der Umwandlung in Wärme! So schlecht ist Wasserstoff also nicht! Außerdem braucht es nicht jede Menge Rohstoffe für eine dicke Batterie. Und wenn Sonne und Wind in reichlich vorhandenen Gegenden zur Erzeugung genutzt wird, dann ist das schon wieder interessant und sieht in ein paar Jahren sicherlich noch besser aus. Tankgeschwindigkeit und Reichweite sind selbstredend kein Thema. Insofern: Ich glaube fest daran das mein nächstes Auto nach dem Enyaq ein H2-getriebenes Gefährt sein wird. Ob es eintrifft wird die Zeit zeigen. Glauben heißt ja bekanntlich nicht wissen ;)

    Beim Leasing gibt es ja eine sogenannte GAP-Versicherung. Denn: Ohne diese - und früher war das eine böse Falle - kann es sein das nach Rückgabe des Fahrzeuges beim Leasing eine Nachberechnung des Restwertes erfolgte. Und die Differenz musste dann der Kunde bezahlen! Damit ist der Bank der Restwert auch egal, denn wenn das Blech hinterher weniger Wert ist, dann zahlt das der Kunde drauf, hat er eine GAP-Versicherung zahlt das eben die Assekuranz. Mittlerweile sin die (meisten) Händler aber so geschult das die das gleich mit anbieten. Trotzdem lohnt es sich, hinzuschauen ob ein möglicherweise geringerer Restwert abgesichert ist.

    Tja.... die lieben Banken...

    Zwecks der Batterieentwicklung würde ich aber nie und nimmer ein Elektroauto kaufen, der Restwert in vier Jahren ist nicht vorhersehbar oder z.B. die Batteriekosten nach acht Jahren. Deshalb Finanzierung (edit: klassischer Autokredit mi fixer Abschlussrate oder Rückgabe) oder Leasing, dann hat der Händler das Problem. Das Auto als Eigentum ist bei mir glaub eh durch, sehr gespannt bin ich z.B. auch auf kommende Abo-Modelle.


    Ja, aktuell ist das mit dem Restwert ein Rätselraten. Meinen vorherigen Ampera-E hatte ich ebenfalls auf 3 Jahre geleast. Den Enyaq möchte ich gerne 10 Jahre fahren. Und dann ist es mir egal ob der Restwert 3.000 oder 4000 EUR ist. Daher zahle ich den Bar, nehme dafür noch einen Rabatt mit und habe keine Finanzierungskosten. Außerdem kann ich die Kiste wenn ich möchte etwas umbauen. Ist beim Leasing immer schwierig.

    Ich gehe davon aus, das wir auch in 5 Jahren noch elektrisch fahren werden, dann aber schon viel mit Brennstoffzelle und weniger mit Akkupack. Das wird m.E. nach verdammt schnell gehen, der E-Auto Hype mit Akku ist für mich schon durch. Die H2-Technik ist fertig, primär mangelt es an Infrastruktur für Tankstellen. Wenn es hier in Fulda in der Nähe schon eine gäbe, hätte ich mir wahrscheinlich jetzt eine Hyundai mit Wasserstoff gekauft. Aber die nächsten sind im Norden wie auch im Süden 100km weit weg....

    Mal ganz im Ernst. Wenn man den Fernverkehr auf unseren Autobahnen realistisch beobachtet, fahren schon jetzt die wenigsten über 130km/h. Auch 95km/h von Frankfurt nach Kiel habe ich schon mehrmals im Superb probiert. Niemand hat gedrängt oder gehuppt. Mit 3,6L/100km ist man dann dabei. Theoretisch führe so man 1700km am Stück, also der Wagen. Ich schaffe leider kaum mehr als 250km bevor ein Boxenstopp notwendig wird. Reichweite wird noch immer überbewertet.

    ... bei 95km/h sollten mit den Enyaq auch 500km drin sein! Egal ob Verbrenner oder Öko-GoKart. Die Physik sagt nun mal, das der Luftwiderstand exponentiell mit der Geschwindigkeit steigt. Die genaue Formel gibt's hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrwiderstand

    Da werden wir uns beim iV80 wohl realistisch auf 20 bis 22kWh/100km einstellen können.

    Habe mich schon geistig auf 300-350km Reichweite mit genügend Reserve eingestellt. Alle 3 Stunden eine Pause zum Laden ist ja auch in Ordnung.

    Ja, wobei die reine Batteriekapazität und WLTP nur die halbe Wahrheit ist. Die Praxis zeigt, das ein E-Vergnügen von mehr Faktoren abhängt.

    1. Nicht vom Fahrer beeinflussbar:

    a) Batteriekapazität, selbstredend, je mehr desto weit!

    b) Luftwiderstand: Da wird es schon interessanter, der Enyaq ist recht groß und bietet viel Angriffsfläche. Hier bin ich auf die Praxis gespannt

    c) Verfügbarkeit von Ladestationen: Wenn ich mir keine Gedanken machen muss und (fast) immer und überall einen verfügbaren und funktionsfähigen Schnellader finde, dann bin ich entspannt. Was vor 3 Jahren noch eine Zitterpartie war, entwickelt sich aktuell recht gut.

    d) Ladegeschwindigkeit: Wenn ich statt 120 auch 145 fahre, dann ist die Frage, brauche ich dann länger beim laden als das was ich an Zeit durch die höhere Geschwindigkeit gewinne? Wo ist der Break?


    2. Vom Fahrer Beeinflussbar

    Hier bleibt nur Geschwindigkeit und Fahrweise. Digitales fahren (maximale Beschleunigung, maximale Bremse): dann knallt das natürlich richtig rein. Ich habe mich bisher zwischen 120...130km/h auf der Autobahn eingependelt. Das ist entspannt und hat eine gute Reichweite.


    Warum taucht das Gewicht nicht auf? Weil das bekanntermaßen nur eine untergeordnete Rolle spielt - im Gegensatz zum fahrbaren Heißluftgebläse.


    Fazit: Im Sommer bei ca. 22 Grad Außentemperatur und 120km/h auf der Autobahn gehe ich schon von 400km aus - und erwarte dann noch etwas Reserve.

    ...das Thema ist sehr interessant. Trotz der Geräusche hatte ich schon mehrfach Gelegenheit, Radfahrer Volley zu nehmen - wenn ich nicht selber aufgepasst hätte. Die hören das sehr schlecht, weil schlichtweg zu leise! Also passt auf wenn vor Euch Radfahrer auf der Straße fahren. Die hören nix und ziehen dann gerne mal unverhofft rüber. Ich mache da immer einen großen Bogen! Das wird sich mit zunehmender Anzahl von E-Autos auch klären und beide Seiten werden sich aneinander gewöhnen. Das Geräusch ist wichtig, ein Abschalten halte ich für keine gute Idee.

    Auch wichtig: Rückwärtsfahren! Auch Fußgänger sind an Motorengeräusche von Verbrennern gewohnt. Die laufen vor und hinter dem Auto vorbei, weil sie nicht davon ausgehen, das der losfahren könnte.

    Bin ja schon so einige E-Kisten gefahren. Darunter sind

    - Tesla Model S+X

    - Opel Ampera

    - BMW I3

    - Jaguar iPace

    - Hyundai Ioniq

    - Minicooper SE


    Im groben bestätigt die empirische Erfahrung die angegebenen Werte. Und auch die Ausreißer - gerade der Jaguar und Model X- haben mich mit dem Stromverbrauch schon einigermaßen überrascht. Hier kommt es ja immer auch auf die Testbedingungen drauf an. War das auf dem Prüfstand wie abgebildet? Was ist mit "Fahren im Winter"? Hier gibt es die größten Unterschiede. Der Minicooper braucht hier definitiv einige KW's mehr als zum Beispiel der Ampera. Alle anderen bin ich im Winter nicht gefahren. Das bestätigt sich auch im Stand. Vor kurzem 2,5h im Vollstau auf der Autobahn mit dem Ampera gestanden und war erstaunt, wie wenig das die Batterie belastet hat. (Das für alle die immer meinen, mit einem E-Auto im Stau erfriert man nach 2h...) Da hätte ich locker noch einen Tag stehen können und wäre trotzdem nach Hause gekommen! Die Klimatisierung des Mini ist hier definitiv verbrauchsfreudiger.

    Klar, das sind empirische Werte, richtig messen kann man nur unter absolut vergleichbaren Bedingungen. Daher aus meiner Sicht: Die Tester sollten Winterbedingungen heranziehen! Da wird es richtig interessant. Mal sehen wie sich da der Enyaq schlägt.