Mit der Schreibweise wirst du leben müssen, ich bin nunmal direkt. Da ich in der Schweiz arbeite, ist mir auch klar, dass meine direkte „Tonalität“ dort nicht gern gehört wird. Das sollte man auch Hündlihäufli zu einem Haufen Hundeka… sagen. Stinken tut es trotzdem, wenn man den Mist am Schuh hat. Mir geht es um Inhalte der Aussage, nicht um das Verpacken in rosa Watte. Ist so.
Direkte „Toanlität“ wird immer wieder gerne dann behauptet, wenn einfach nur wenig Empathie vorhanden ist. Daher ist es oft beleidigend. Oft sind diejenigen Menschen davon überzeugt, dass sie zwar „direkt“ seien, aber ansonsten sehr freundlich.
Direkt sein, bedeutet aber NICHT, immer in Kauf zu nehmen, dass sich jemand beleidigt fühlt.
Das ist ein kommunikatorischer Irrweg und führt zu nichts als Frust und Ärger.
Man erreicht mit einer vermeintlichen und „falsch verstandenen“ „direkten Art“ auch keinen Konsens oder wenigstens ein darüber Nachdenken beim Gegenüber, sondern lediglich Abwehr und Selbstschutz.
Ist ja auch klar, diese Definition von „direkt“ bedeutet auf diese Weise ja auch nichts anderes als mit der Brechstange zu kommunizieren.
Ich würde mich freuen, wenn andere Menschen als Individuen respektiert werden und hieraus eine persönlich gemäßigtere Kommunikation aufgebaut wird. Ich würde dies lieber als „offen“ sehen als „direkt“.
„Direkt“ ist eher ein Ziel anzuvisieren und dann abzuschießen. „Offen“ bedeutet, bei sich zu bleiben.
Eine Meinung zu Themen darf man immer haben, es ist nur die Frage, wie „direkt“ man jemanden persönlich konfrontiert. Wenn dann auch noch Ironie, Sarkasmus oder Spott dazu kommt, ist das ein Kommunikations-Super-Gau.