Allgemein ist die Performance und Reaktionsgeschwindigkeit des Systems ein schlechter Witz. Ich schließe mich den anderen Meinungen hier an, dass schlichtweg zu schwache Hardware verbaut wurde.
Für die einen ist es zu schwache Hardware für die Software, für die anderen ist es zu schlechte Software für die Hardware.
Wenn ich mir angucke, wie heute Software entwickelt wird, sind absolut alle meine Fragen beantwortet, weshalb die Software so miese Reaktionszeiten hat.
Heute ist es halt modern, einen API Layer mit dem Nächsten zu erschlagen, und das solange, bis die beim Benutzer wahrgenommene Reaktionszeit bei nahezu Null angekommen ist. Wenn dann der Designprozess der Hardware schon durch ist und man dieses miese Softwaredesign nur noch durch noch mehr RAM und noch mehr Cores ausgleichen kann, ist's halt Essig mit 'nem performanten System.
Der Button auf dem Display löst ein Event aus. Der Eventhandler ruft einen Adapter auf. Der Adapter macht nichts weiter, als einen weiteren Adaptet aufzurufen, der wiederum einen weiteren Adaptor aufruft - weil der Codegenerator das nunmal so aus einem Berg von verschachtelten Klassendiagrammen produziert, oder weil ein frisch von der Uni hereingeschneiter Entwickler gehört hat, dass es für dies und jenes noch ein Code-Pattern gibt, das in der Software noch nicht angewendet wurde. Der Stacktrace geht durch 40 Funktionsaufrufe, nur um ein Button-OnClick Ereignis mit der eigentlichen Funktion zu verbinden.
Das ist heute zwar total modernes Softwaredesign, läuft aber auf Kacksoftware hinaus. Wie oft ich mich durch eine ellenlange Kette von Funktionen navigiere die jeweils nur aus einer einzigen Zeile Code bestehen; nämlich den nächsten Funktionsaufruf. Manchmal ist das echt kaum auszuhalten.
In meinem aktuellen Projekt wird die Software in 200 Dienste unterteilt. Jeder Dienst soll in einem eigenen Container laufen. Da frage ich mich echt warum? Die Software ist zwar Komplex, aber nicht so komplex, dass man da mit 200 in Containern isolierten Services arbeiten müsste. Es ist halt geil, "wir müssen auch mal was mit Containern machen, also machen wir das so". Macht keinen Sinn? Die Entscheidung ist jetzt gefallen und jetzt machen wir das so, basta.
Jedenfalls wundert es mich nicht, dass der zugehörige Computer 256GB RAM und weit über 80 CPU Kerne haben soll. Absolut lächerlich für (im Wesentlichen) eine GUI.
Wie auch immer. Ich denke, dass die Fähigkeit ressourceneffizienze Software herzustellen immer mehr verloren geht, bzw. der Hippness der eingesetzten Toolchains zum Opfer fällt. Mich wundert es jedenfalls nicht, dass die Software von Cariad so läuft wie sie läuft. Ich denke, auch mit stärkerer Hardware ist dem Problem praktisch kaum dauerhaft beizukommen.