Mich hat der Bericht nicht beruhigt, sondern eher verunsichert. Ich warte auf mein erstes Elektroauto und bin auch bereit mich zu informieren. Aber ich hatte schon sehr gehofft, dass ich mit 2-3 Ladekarten plus Skoda Navi überall hinfahren kann, ohne gross vorher planen zu müssen. Der Reisebericht liest sich streckenweise immer noch wie ein (Lade)-Abenteuer und ich bin mir nicht sicher, ob ich mir das (Karten, Registrierungen, verschiedene Apps und Kreditkarten) antun möchte.
Die Bedenken und Sorgen kann ich nachvollziehen.
Nun fahre ich seit 3,5 Monaten E-Auto und Sorgen und Bedenken werden weniger.
Ich glaube, man muss sich eine etwas andere Routine zulegen, dann funktioniert das FAST so problemlos, wie Verbrenner fahren.
Mit dem Verbrenner habe ich beim Fahren die Tankanzeige beobachtet und wenn es kurz vor leer war die nächste Tankstelle angefahren. Auf der Autobahn (auch im Ausland) gibt es oft Hinweisschilder, "nächste Tankstelle 5km, übernächste 68km". Damit konnte man gut sagen, "ich hab noch 100km im Tank, also fahren wir an die ubernächste Tanke". Und das hat dann auch funktioniert.
Jetzt mit dem E-Auto muss man ein bisschen vorsichtiger denken. Wenn die Reichweite im Auto noch 100km ist, dann überspringe ich die nächste Ladesäule in 5km NICHT und verlasse mich darauf, dass in 68km ja noch eine Säule kommt. Denn ausgerechnet diese könnte defekt, schnarch-langsam oder zugeparkt sein.
Also lieber eine Möglichkeit früher rausfahren und nicht den letzten Tropfen Juice aus dem Akku pressen.
(Hat sich eigentlich schonmal jemand den Spaß gemacht, an einer Zapfsäule zu parken, auszusteigen und erstmal für 1,5 Stunden essen zu gehen? Gäbe bestimmt ein ordentlichen Shitstorm, insbesondere von den Verbrennerfahrern, die dann fäusteschwingend, zu ihrem Auto gehen und endlich von der Ladesäule davonfahren.)
Was die Ladekarten angeht:
Ich habe zwei Karten, mit hohem Preis aber sehr hoher Akzeptanz (Powerpass und EnBW) und zwei Karten mit niedrigem Preis und geringer Akzeptanz (Thüga und ESB).
Die billigen Karten sind meine Standardladekarten und die anderen beiden nehme ich, wenn die anderen nicht gehen. Da kommt es dann nur drauf an, dass ich überhaupt laden kann, selbst wenn die kWh 2€ kosten sollte.
Damit bin ich bisher überall hingekommen.
Nach den 3,5 Monaten habe ich festgestellt, dass E-Auto fahren nur ein bisschen aufwändiger ist. Den riesen Aufriss, den ich hier manchmal lese mache ich nicht. Einmal kurz ABRP angeworfen, um zu gucken, ob generell Ladesäulen da sind. Und ansonsten einfach los und nach gesundem Menschenverstand fahren und laden, wie es nötig ist, selbst wenn man dann nicht das Optimum an Ladeplanung betrieben hat, um auch die letzte Minute Fahrzeit oder den optimalsten Ladepeak rauszulutschen.
Wenn ich auf Langstrecke Pause mache, wird geladen, egal ob noch 53% im Akku sind oder nicht. Und wenn ich weiter will, wird wieder abgesteckt. Fertig.