Beiträge von Selenium

    Der Zweck heiligt die Mittel ;)


    Kenne mobile devices die einen "maintenance reboot" machen, nach xx Stunden Betriebszeit. Anstatt in den regulären Suspend zu gehen (via K15 oder timeout) starten sie neu durch und gehen danach in den Suspend ... Der Nutzer merkt das in idR nicht mal und es hilft der Stabilität. Bei Komplexen System gibt es so viele Abhängigkeiten, das kann man (wirtschaftlich) gar nicht alles testen und selbst technisch kommt man an die Grenzen.

    Und jetzt wissen wir, warum Flugzeuge, Waffensystem und Kernkraftwerke so teuer sind. Da sind solche den Zweck heiligenden Mittel einfach inakzeptabel. ^^


    Zitat

    Was für eine blödsinnige Aussage, an Polemik kaum zu toppen.

    Na da geht schon noch eine ganze Ecke mehr.


    Zitat

    Ohne die 95 g CO2-Vorgabe würden die heute noch fette 8-ender oder V10 in den Tuareg bauen.

    Und jetzt rate mal, warum sie die noch bauen würden? Weil sie gekauft würden.


    Wie oft habe ich in Foren gelesen, "oh, die bieten meinen A6 nicht mehr mit V8 an", oder "mein Spaßmobil gibt's nicht mehr mit V6". Flenn... V12, heul... V8, jammer... V6.


    Die Politik hat lediglich verstanden, wen sie leichter bei den Eiern packen können, um ihre Ziele zu erreichen. Eigentlich wollen sie ja uns steuern. Sie verbieten also nicht 40 Millionen Autofahrern 12-Zylinder zu kaufen, weil sie es nicht kontrollieren können. Nein, sie verbieten einer handvoll Herstellern diese herzustellen. Denn die Hersteller haben sie unter der Knute; die Käufer da zu packen, ist viel aufwändiger.


    Und das bringt uns gleich mal auf:

    Zitat

    Wenn ich geschätzte 450 kg für die Batterie abziehe, wiegt der Enyaq immer noch 1,7-1,8 Tonnen. Ist doch Wahnsinn.


    Wenn ich einen Founders Edition 80x kaufe, dann signalisiere ich dem Hersteller: ja lieber Hersteller. Ich möchte


    - ein hohes Auto (mit entsprechender Stirnfläche),

    - mit zwei (schweren) Motoren,

    - ich will (schwere) DCC Dämpfer,

    - ich will den großen (schweren) Akku,

    - ich möchte die (schweren) Ledersitze,

    - ich möchte meine Sitze mit jeder Menge (schwerer) Servomotoren,

    - ich möchte ein HUD (das nicht nichts wiegt),

    - ich möchte Fenster, die mit Motoren bewegt werdem (die nicht nichts wiegen),

    - und so weiter...


    WIR (und ich hoffe Du erkennst, wen ich hier auch addressiert auch habe), sagen dem Hersteller, was wir für Autos haben wollen. Und die Message ist momentan, dass wir dicke, schwere, große Autos haben wollen und bereit sind viel Geld dafür zu bezahlen. Und wir sagen ihm auch, dass wenn wir die Wahl haben zwischen einem dicken, großen, schweren, luxuriös ausgestatteten Enyaq, bei dem der Hersteller vielleicht 10000€ verdienen kann und einem Dacia Spring, bei dem von allem erheblich weniger drin ist, der weniger wiegt, der weniger kostet, der weniger Materialeinsatz erfordert und bei dem der Hersteller vielleicht noch 3000€ verdienen kann - dann wählen WIR den Größeren (also auch Du).


    Das ist, was beim Hersteller ankommt.


    Wir reden von einem Hersteller, dessen einziger Geschäftszweck es ist, durch die Herstellung von Autos Gewinn zu erwirtschaften. So will es das Finanzamt - erwirtschaftet das Unternehmen dauerhaft keinen Gewinn, ist es kein Unternehmen mehr, sondern vielleicht noch eine Liebhaberei.


    Natürlich finde auch ich, dass der Hersteller zu viel verdient - weil ich mit meinem Geld den Gewinn bezahlen muss. Das liegt in der Natur der Sache. Gewinn erwirtschaftet ein Unternehmen, indem es möglichst billig einkauft und möglich teuer verkauft. Auch das liegt in der Natur der Sache. Ja, er versucht ständig die Kosten zu minimieren und den Profit zu maximieren: das ist Systembedingt. Dem Hersteller aber vorzuwerfen, dass er Gewinn erwirtschaftet (egal, wieviel) und gleichzeitig permant nach Verbesserungen zu schreien, ist zwar aus Kundensicht ok, aber auch nur solange, wie wir unsere Brötchen nicht bei dem Hersteller verdienen. Wenn wir dann mal gucken, wie unser Arbeitgeber sein Geld verdient, mit dem wir bezahlt werden, ist da kein Unterschied.


    Und aus dem Gewinn wird genau die Weiterentwicklung bezahlt, die ständig von der Politik gefordert wird.


    Während ich also (nicht) vom Warpantrieb träume...

    Zitat

    ist eine Gewichtseinsparung, noch effizientere Motoren und leichtere Batterien durchaus möglich. Und technisch relativ schnell realisierbar.


    Natürlich ist das möglich. Die Karosserie könnte zum Beispiel durch Karbon leichter werden. Karbon verbietet sich aber wegen des Insassenschutzes und des Fußgängerschutzes. Es splittert beim Aufprall. Oder man nimmt Titan? Dann kostet die Karosse halt 5 mal soviel. Will der Kunde nicht bezahlen. Oder man nimmt Alu-Matrizen. Die haben halt andere Nachteile. Nur weil die Politik fordert, geht es nicht unbedingt schneller. Die Suppe braucht halt 30 Minuten bis sie fertig ist. Und wenn der Chefkoch fordert, dass sie in 15 Minuten fertig zu sein hat, ist sie trotzdem erst in 30 Minuten fertig... sogar wenn er doppelt so viele Köche um den Topf herumstellt.


    Die Ambitionen der Politik haben sicherlich steuernden Charakter. Dennoch bin ich der Meinung, dass man zwar schnell irgendwelche Forderungen rauströten kann, dass die sich aber nicht immer erfüllen lassen. Nur weil man wie ein Kleinkind mit dem Fuß aufstampft und schreit "ich will aber", ist es trotzdem nicht immer oder nicht immer SOFORT möglich. Wir können auch verlangen, dass eine Solarzelle 90% Wirkungsgrad haben muss... "ich will, ich will, ich will". In 20 Jahren ist es vielleicht auch soweit. Aber jetzt ist es nur ein frommer Wunsch, egal wie sehr ich das will. Die technologischen Entwicklungen brauchen Zeit.


    Und wie man ja auch sehr eindrucksvoll an der aktuellen Zeit sehen kann, kann man sich zwar vornehmen in Rekordzeit aus allen möglichen Energieträgern auszusteigen, dann muss man sich aber nicht wundern, wenn einem die Forderungen um die Ohren fliegen.


    Wie auch immer...


    Im Grunde liegst Du ja mit Deiner Aussage völlig richtig. Und ich vermute auch anhand Deiner sonstigen Beiträge, Du wirst vielleicht verstanden haben, was ich eigentlich mit meinem Post aussagen wollte (jenseit von Polemik). Dennoch... wir haben jeder unsere Meinung. Du verteidigst Deine, dass man die Hersteller mit politischem Druck zum Fortschritt zwingen muss. Ich verteidige meine, dass die Politik sich nicht das erste Mal mit unrealistischen Forderungen verrannt hat und mehr kaputt gemacht als geholfen hat.


    Und damit soll's dann für mich auch gut sein.

    Ein Bekannter von mir ist im Bereich Embedded Systems unterwegs. Schon vor 10 Jahren wussten die, um die Stabilität eines solchen Systems zu erhöhen, sogenannte "Microreboots" helfen können. Das heißt man kann auch nur einen Teil der Software, z.B. einen Treiber resetten, ohne dass die ganze Software angehalten werden muss. Das merkt der Anwender gar nicht. Das Steuergerät an sich scheint ja zu reagieren, aber irgendwas scheint gestört. Die Kommunikation mit der SIM oder das Radio-Modul?

    Damit erhöht man die Stabilität eines mistig programmierten Systems. Die Progammierung ist aber immernoch fehlerhaft.


    Normalerweise hängt ja die CPU nicht einfach, sondern die Software ist in einem Deadlock gefangen. Die CPU arbeitet weiter und arbeitet Instruktionen ab, die allerdings in dem Systemzustand nichts mehr bewirken. Der Deadlock muss gefunden werden.


    Mit Resets versucht man lediglich die Software immer wieder von einem definierten Zustand loslaufen zu lassen. Watchdogs haben durchaus ihre Berechtigung, um aus einem unvorhergesehenem Fehler rauszukommen. Der Einsatz eines Watchdogs als reguläres Mittel, um die Softwarestabilität zu erhöhen ist ein armseliger (oder verzweifelter) Versuch die Fehlerbehebung zu umgehen (die in der Regel sehr teuer ist).

    Und mit einem ambitionierten Wert wären die Hersteller genötigt, die Autos effizienter und dann auch wieder leichter zu machen (kleiner Verbrauch -> kleinere Batterie).

    Schwer zu realisierende Vorgaben fördern das Entwicklungstempo.

    Nach dieser Vorstellung müsste die Politik ja nur mal interstellare Reisen mit Lichtgeschwindigkeit und Zeitreisen vorschreiben. Der Druck müsste dann ausreichen, damit die Hersteller endlich mal in die Puschen kommen und sowohl den Warpantrieb, als auch Zeitmaschinen entwickeln.


    Mit der entsprechenden Motivation geht einfach alles, solange die Sanktionen und der politische Wille nur groß genug ist... hab ich daraus entnommen. :/

    Allerdings kann ich ein Tesla Model Y innerhalb von 2 bis vier Monaten in meiner Wunschausstattung bekommen. (Das Model 3 ist für mich nicht mit dem Enyaq vergleichbar, daher ist das Argument von peter181 nicht so ganz passend.)


    Wenn ich einfach so stornieren könnte, dann wäre ich vllt auch beim Model Y. Ja der Preis ist hoch. Verglichen mit einem vollausgestatteten 80x aber garnicht so weit weg und was Support und Software angeht ist Tesla Lichtjahre voraus.

    Einen Tesla in Wunschausstattung... welche Wunschausstattung soll das bitte sein? Bei Tesla kannst Du die Aussenfarbe wählen, die Innenfarbe und ob Du Full-Self-Driving haben willst. Ach ja: und seit Neuestem, ob Du den Ladeziegel haben willst, oder nicht. Das war's mit Wunschausstattung.


    Einiges, was man bei z.B. Skoda als Wunschausstattung kriegen kann, kann man bei Tesla nicht für Geld und gute Worte bekommen.


    Wenn Deine Wünsche nicht zufällig dem Ausstattungsumfang eines Teslas entspricht, wie er angeboten wird, ist "Wunschausstattung" zwischen Tesla und Skoda einfach nicht vergleichbar.


    Und ein Vollausgestatteter 80x hat dann nochmal einiges an Wunschausstattung mehr drin, als ein Model Y - und das zu einem geringeren Preis.


    Tesla kann zwar schneller liefern, aber die Liefergegenstände sind nicht vergleichbar.

    Ich fürchte da wirst Du Pech haben. Soweit ich weiß ist das eine EU Vorschrift: der Spurhalteassistent muß beim Einschalten des Fahrzeugs immer aktiv sein und darf nicht dauerhaft deaktiviert werden. Das kostet dich sonst die Zulassung.

    Wie aktivieren denn die Autos den Spurhalteassisten, die keinen haben? Soweit ich weiß ist ein Spurhalteassist noch keine Zulassungsvoraussetzung!?

    Es gibt ja auch Leute, denen ist die Automatik zu anstrengend. Die setzen sich lieber in ihren Schaltwagen und finden das voel entspannter.


    Da ist es doch schön, dass man wählen kann. Ich komme mit den Assistenten sehr gut klar und nutze sie gerne. Andere kommen mit den Assistenten nicht gut klar und deaktivieren sie.


    Das einzige, was dann schade ist: die Ressourcen zur Herstellung der Assistenten hätte man sich sparen können, wenn man mit mehr Bedacht an die Bestellung gegangen wäre.