Mal davon abgesehen, dass es gar keinen Tarifdschungel gibt (das hört man immer nur von Verbrennerfahrern, die noch nie geladen haben), ist die Bezahlung per EC-Karte eine einzige Katastrophe! EC-Karten gibt es inzwischen gar nicht mehr und dennoch setzt man auf einen Standard von Vorgestern. Kreditkarten lasse ich gelten, aber die Adhoc-Tarife sind dann ja nochmals teurer als die Vertragstarife mit Ladekarte und somit der Tarifdschungel zurück! Ein neues Phishing-Problem entsteht zudem.
Ein EC-/Kreditkartenterminal kostet in der Anschaffung ordentlich Geld, d.h. macht eine Ladesäule teurer, die Technik ist störanfälliger als NFC mit Ladekarte, jede einzelne Transaktion kostet Gebühren und selbst wenn das Terminal gar nicht benutzt wird werden Gebühren fällig.
Folglich müssen alle mehr pro kWh zahlen, damit 1% der Ladungen per Kreditkarte abgerechnet werden können.
Wahrscheinlich wird die Akzeptanz der Kreditkarten an den Säulen auch noch geringer sein als die Ladekarten der großen Player.
Da wäre es sinnvoller gewesen den NFC-Schlüssel ins Smartphone einzulesen, denn ein Smartphone hat nahezu jeder dabei - zumindest ist die Smartphone-Dichte höher als die Kreditkarten-Dichte.
Anstatt einer Karte müsste man dann nur sein Telefon an den Leser halten und nicht umständlich eine PIN eingeben, die von Umstehen oder technischem Gerät erkannt wird.
Also hier muss ich mal wiedersprechen. Viele Punkte stimmen einfach nicht.
Ich kann Dir aus dem Stand 10 Ladetarifanbieter nennen. Jeder von denen hat mindestens 2 Tarife im Angebot. Und damit der Markt noch lange nicht abgedeckt. Wenn das kein Tarifdschungel ist, haben wir eine unterschiedliche Definition von "Tarifdschungel".
EC Karten gibt es nicht mehr. Soweit so gut. Mit EC Karten wird hierzulange umgangssprachlich "alles andere als Kreditkarten" bezeichnet. Und das gibt es sehr wohl. GiroCard, Vpay, Maestro fallen unter den Begriff "EC Karte" , auch wenn es nicht präzise ist.
Die Anschaffungskosten eines Zahlungsterminals kostet praktisch nichts. Die Hardware bekommt man bei Einzelabnahme für ab 30€. Das ist Nichts.
Bei den Payment-Gateways sieht es anders aus. Kleinabnehmer zahlen in der Regel weniger als 3% vom Umsatz plus eine Transaktionsgebühr. Großabnehmer (und ein Ladeanbieter dürfte zu den Großabnehmern gehören) zahlen weniger und oftmals keine Transaktionsgebühr. Ich bin mir sicher, dass für den Säulenbetreiber die Abrechnung über Karte oder Ladeanbieter in etwa das gleiche kosten wird.
Und dass Gebühren fürs Paymentgateway anfallen, wenn es nicht genutzt wird ist auch nur ein Teil der Wahrheit. Da gibt es alles von 0 Grundgebühr bis X Grundgebühr und hängt meist mit dem Umfang des Risikomanagements ab.
Womit Du Recht haben wirst ist, dass mit Kreditkarte kaum Zahlungen gemacht werden - selbst wenn sie ermöglicht sind.