Um an einem modernen Auto mehr als einen Regenschirm nachzurüsten, braucht es Knowhow und Werkzeuge. Insbesondere in den markengebundenen Werkstätten ist Knowhow abseits des offiziellen Reparaturleitfadens absolute Mangelware. Außerdem zeigen die offiziellen Werkzeuge (Diagnosetester) kaum mehr als Dialoggeführte Assistenten an. Man kann zwar viele Dinge machen, die der Fahrzeughersteller vorgesehen hat. Der hat aber Nachrüstung nicht vorgesehen und deshalb gibt es auch nur wenige Funktionen in den Testern, mit denen man Nachrüstungen umsetzen kann.
Und nicht zuletzt: wenn die Fachwerkstatt für jeden Furz eine Freigabe vom Hersteller einholen muss, dann können sie es mit Nachrüstungen vergessen.
Ansonsten gilt: mindestens was es original vom Hersteller für das Auto gibt, kann auch nachgerüstet werden. Die Frage ist meistens, ob der Kunde das bezahlen will. Denn ein Steuergerät aus- und einzuclipsen ist die eine Sache. Das halbe Auto zu zerlegen, weil man eine einzelne neue Leitung von vorne nach hinten in den Kabelbaum einzwirbeln muss, kostet richtig Zeit. Und Zeit ist bekanntlich Geld. Wer die heutigen Stundensätze kennt, dürfte nicht verwundert sein, wenn für 5m 0,75qmm Kupferlitze 1000€ fällig werden. Da muss man die Nachrüstung schon wirklich wollen.
Fazit: Nachrüstungen sind wohl eher etwas für Enthusiasten und freie Werkstätten.