Beiträge von enopol

    Hier geht es erst einmal um ganz grundsätzliche Dinge, über die es m.E. keinerlei Hersteller-Infos gibt.


    Auf welche Basis bezieht Skoda/VW den SOH (allgemeiner Batteriezustand)?


    Der SOH ist üblicherweise (wird m.E. bei allen Batterien so ermittelt) das Verhältnis von entnehmbarer Kapazität zur Nennkapazität einer Batterie als Prozentwert (und das selbstverständlich, wie immer, unter bestimmten Temperaturbedingungen und Entladestrom).


    Die HV-Batterie besteht aus mehreren Zellen.

    Die Nennkapzität aller Zellen (288 Stück) des 82kWh-brutto-MEB-Akkus = 288 x 78Ah = 22464Ah

    1 Zelle hat eine Nennspannung von 3,65V, so dass sich ein Gesamt-Nennenergieinhalt von 3,65V x 22464Ah = 81994Wh (= ca 82kWh) für die Batterie ergibt.


    Diese insgesamt ca 82kWh sind der Energie-Nennwert der Batterie, der sich aus den Herstellerangaben (LG) der Zellen dieser Batterie ergibt und diese 82kWh sind bekanntlich auch der Wert, den VW/Skoda für die große Batterie nennt.

    Dieser Wert ist daher üblicherweise die Basis auf die sich SOH-Ermittlungen beziehen.


    D.h., wenn die Garantie ab einem SOH von 70% greifen soll, müsste den gesamten Zellen der Batterie noch eine Kapazität von 0,7 x 22464Ah = 15725Ah (entsprechend: 57,4Kwh) entnommen werden können, bis alle Zellen einen Zustand erreicht haben, den der Zellenhersteller als 0% SOC (Ladezustand) bezeichnet.

    0% SOC sind üblicherweise dann erreicht, wenn eine bestimmte Spannung bei einer bestimmten Entladestromstärke unterschritten wird.


    Das wäre m.E. die korrekte Berechnung von 70% SOH der Batterie......der sogenannte Nettoenergieinhalt spielt bei dieser Ermittlung absolut keine Rolle, denn es geht beim SOH nur um die Batterie, für die der Fz-Hersteller selbst ja 82kWh als (m.E. zugesicherte) Eigenschaft genannt hat.


    Der Netto-Energieinhalt (also in diesem Fall 77kWh) ergibt sich durch eine programmierte (gewollte) Einschränkung der nutzbaren Energie durch den Fz-Hersteller.

    Diese Einschränkung hat zwar gute Gründe (Akkuschonung), aber das ändert nichts daran, dass diese Netto-Energie nichts mit dem SOH der Batterie zu tun hat und daher (eigentlich) auch keine Basis für die SOH-Ermittlung sein kann.


    Der Fz-Hersteller hätte theoretisch auch 50% Netto-Energie für die 82kWh-Brutto-Batterie nennen (und programmieren) können (und dadurch eine erhöhte Lebensdauer der Batterie mit entsprechend weniger Reichweite erzielt).


    Wieviel Sicherheit er einbaut, um die Batterie zu schonen, kann er letztendlich frei bestimmen und daher kann diese Nettoenergieangabe auch keine Grundlage zur Bestimmung des SOH, der ja den Batteriezustand beschreibt, sein.

    Der Batteriezustand hat mit Programmierungen/künstlicher Einschränkungen jeglicher Art nichts zu tun, sondern ist eine Eigenschaft der Summe aller Zellen einer Batterie.


    Bin mal gespannt, mit welcher indirekten Messmethode (die direkte Messmethode ist viel zu aufwändig und schädigt die Batterie eventuell) der Fz-Hersteller aufwartet, um den SOH "hochrechnen" zu können.


    Vielleicht bleibt er ja weiterhin im "Geheimnis-Modus", denn nichts ist besser, als Kunden die keine Ahnung haben und sich, auch wegen des Risikos relativ hoher Kosten, ohnehin nicht trauen, die Garantie in Anspruch zu nehmen.


    Wie schon geschrieben:

    Darüber gibt es m.E. leider keine Infos und in sofern ist die 70% Garantie des Herstellers mehr oder weniger wertlos.

    Dazu kommt, dass der Kunde überhaupt keinen Anhaltspunkt hat, wie er die Unterschreitung dieser Grenze feststellen kann.


    Da es sich bei den 70% um eine Garantie, also eine freiwillige Leistung, handelt, kann der Fz-Hersteller die Bedingungen und Methoden natürlich selbst festlegen. Schön wäre es trotzdem, wenn er darüber mal informieren würde.....

    ohcojack

    Wenn er Recht hat, übernimmst Skoda ja auch die Kosten. Wenn nicht, eben nicht.


    Ist ja auch richtig so, sonst lässt jeder mal für umme aufs geradewohl seinen Akku austesten.

    VW/Skoda müsste mal konkret sagen, auf welcher Grundlage die Garantiebedingungen für die Batterie gelten.

    Das wäre zumindest ein Anfang.

    Auf was beziehen sich die mindestens garantierten 70% SOH?

    Dazu bisher m.E. keinerlei Angaben.


    Wie kann der Kunde die Garantie geltend machen?

    Muss er auch dazu zu Skoda und trägt dann im Zweifel die 500-600€ selbst, wenn Skoda, unter welchen Bedingungen auch immer, nur 71% ermittelt und keine 70 oder weniger?


    Für die erste Abschätzung des SOH der Batterie muss/sollte es eine deutlich kostengünstigere Methode geben und dazu sollte m.E. das, was das BMS des Autos selbst liefert, ausreichen.

    Das BMS des Autos ist, neben der Batterie, die Komponente, welche bestimmt, wieviel geladen und entladen werden kann.

    Von daher sollten die Werte, die das BMS zur Batterie liefert, auch eine Relevanz haben.

    Dave Chimny kann sein, mit OBD kann man die Innentemperatur auslesen, zumindest konnte ich beobachten dass dort die eingestellten 21°C erreicht werden, trotzdem, wenn der Beifahrersitzt nicht belegt ist, habe ich die Füße kalt.

    Wird halt auch darauf ankommen wo dieser Sensor sitzt.

    mfg

    Der Innentemperatursensor sitzt bei VW-Verbrennern i.d.R. am Infotainment.

    Wenn man die Innentemperatur gerne woanders gemessen hätte, sollte man die Innenraumtemperatur schlichtweg anpassen....

    Mit OBD kann man normalerweise aber auch die Temperaturen an den unterschiedlichen Ausströmerbereichen (z.b. Fußbereich) auslesen oder besser aufzeichnen.

    Dann weiß man zumindest, weswegen man kalte Füße hat....

    Erst warst du durch die falsche Berechnung von vorher (Verbrauch für die Strecke mit 17,53kWh geschätzt, anstatt 12,96kWh wie angezeigt) mit der vorherigen SOC-Differenz von 26% auf 67,4kWh Gesamt-Energieinhalt gekommen und jetzt klappt ca das gleiche Ergebnis (Gesamtenergieinhalt: 67,8kWh) aufgrund der jetzt bereits genaueren SOC-Anzeige mit nur noch 19% Differenz für ca 12,9kWh entnommemer Energie bereits unter Verwendung der richtigen Werte....


    Die Tendenz ist daher, dass sich die SOC Differenz für die ca gleiche, entnommene Energie (ca 12,9kWh) von 26% auf 19% verringert hat.

    Die BMS-berechnete 100%-SOC-Energie ist dadurch von vorher (12,96kWh/26*100=) 49,8kWh auf jetzt (12,89kWh/19*100=) 67.8kWh gestiegen....


    Das lässt ja hoffen.....falls die SOC-Differenz für die rund 12,9kWh, die du auf der 72km-Strecke ca. der Batterie entnimmst, mal auf ca 17% sinken sollte, hat deine Batterie ihren versprochenen Energieinhalt von 77kWh....

    gem. BMS-Berechnungen.....

    Wenn man 19,48 an Wallbox lädt, gibt ca. 10 % Ladeverluste. Das sind 17,53 kWh. Das wurde nachgeladen für eine Strecke von 72 km.


    Und dann hast Du noch den ersten Teil mit dem zweiten Teil vermischt. Der erste Teil basiert auf der Anzeige des SOCs und des Verbrauchs im Auto.


    Und klar. Die Werte sind sehr unterschiedlich. Anzeige im Auto sagt ca. 12.96 kWh Energieverbrauch und nachgeladen wurde ca. 17.53 kWh. Genau das ist mir aufgefallen. Ein riesiger Unterschied, den ich mir nur erklären kann, dass der Akku seine Kapazität beim ersten Ladevorgang erhöht hat oder irgendein anderer Fehler. Die Erklärung könnten die Lernzyklen eines jungfräulicher Akkus sein. Das wäre ja noch die angenehmste Erklärung.

    Also:

    die 10% Ladeverlust sind bei AC-Ladung vermutlich realistisch (s. auch die Messergebnisse des ADAC), aber sie sind von dir letztendlich nur geschätzt, denn ablesen kannst du die meines Wissens nirgendwo.

    Beim ADAC wurden ca 86kWh AC benötigt, um den 77kWh-Netto-Akku vollständig zu laden, was halt rund 10% Ladeverlust entspricht.


    10% Ladeverlust bedeuten, dass du rund 10% mehr Energie in Form von Wechselstrom laden musst, als du dem Akku in Form von Gleichstrom entnehmen kannst.

    Von daher sind laut dieser Rechnung inkl. Schätzung nicht 17,53kWh nachgeladen worden, sondern 17,53kWh müssten dem Akku zu entnehmen sein und diese schätzung ist halt meilenweit von den laut Fz angeblich entnommenen 12,96kWh entfernt.


    Die 19,48kWh sind der reale Verbrauch des Autos, inkl Ladeverlusten. daran gibt es keinen Zweifel.....

    Das wäre das Fazit welches man aus deiner AC-seitigen Messung treffen kann.


    Jetzt deine Werte, die du dem Fz entnommen hast:

    Entnommen hast du der Fz-Anzeige, dass eine SOC-Differenz beim Entladen von 26% bestand und du hast beim Aufladen in dem Moment gestoppt, wo der SOC-Ausgangswert (80%) wieder erreicht wurde.

    Sofern die Anzeige bereits korrekt arbeitet (was ich nicht glaube....), kann man davon ausgehen, das der Akku nach dem nachladen tatsächlich den gleichen SOC hat, wie vor dem entladen.

    Genau wissen tut man es nicht, denn der SOC-Wert wird vom BMS berechnet.....


    Für 72km wurde vom Fz (BMS) eine entnommene Energie von 12,96kWh angezeigt, was 18kWh entnommener Energie für 100km entspricht.

    Dieser Wert (eine reine Energiezählung) wird recht realistisch sein, denn bei dem Wert gibt es, im Gegensatz zur Feststellung des SOC, zudem nichts "hoch zu rechnen".


    Nachgeladen wurden für diese 72km real (Anzeige Wallbox) 19,48kWh.

    (wenn denn die SOC-Geschichte stimmen würde....)


    Anhand dieser beiden Zahlen, die den Unterschied zwischen der Energie, die dem Fz von außen zugeführt wurde (19,48kWh) und der Energie, die dem Akku entnommen wurde (12,96kWh), zeigen, wäre der Ladwirkungsgrad bei über 30%.


    Von daher ist m.E. eindeutig aus zu gehen, dass es bei deinem Fz mit den Werten, die das Fz-BMS ermittelt (z.b. der SOC), noch nicht annähernd klappt.

    Erst wenn du tatsächlich anhand der Wallbox- und BMS-Werte ca auf 10% Ladeverlust kommen würdest, stimmt die Geschichte einigermaßen.