Ich hatte vorher einen Skoda Yeti mit Allrad. Auch kein Geländewagen, aber für einige Dinge besser geeignet, als sonstige Verbrenner mit Frontantrieb.
Gekauft habe ich den wegen des Wohnwagenbetriebs in Kombination mit Urlaub in Schweden/Norwegen.
Solo brauche ich bei uns kein Allradfahrzeug...
Wie oft habe ich Allrad in den 6 Jahren mit dem Yeti gebraucht:
Wirklich zwingend eigentlich gar nicht. Eine nasse Wiese mit Wohnwagen plus Spielerreien im Schnee (auf einer Wiese....auf Straßen haben wir so gut wie nie Schnee) mal ausgenommen.
Manchmal war es ganz nett, dass die Vorderräder beim Anfahren am Berg oder bei Nässe nicht durchdrehten. Das war es aber auch schon.
Die Bodenfreiheit war in Kombination mit dem geringen Radstand und den relativ kurzen Überhängen für schlechtere Wege ganz brauchbar, aber es gab m.E. nicht eine Fahrstrecke, die ich gefahren bin, die ich nicht auch z.b. mit einem ganz gewöhnlichen Golf, ohne Offroad-Ausrüstung, hätte fahren können.
Zum Enyaq:
Der hat in meiner 08/15-Version eine relativ große Bodenfreiheit; in jedem Fall mehr als Golf, Passat o.ä.
Offiziell sollen es 186mm sein, und somit sogar minimal mehr als es beim Yeti der Fall ist.
Dass der Radstand größer ist und die Überhänge länger, relativiert die Sache natürlich. Mit dem Yeti hätte ich daher ein etwas besseres Gefühl beim Fahren schlechter Wege....außerdem hat der keine empfindliche Bodenwanne drunter, die eine sauteure Batterie abdeckt.....und keine mindestens 500kg "Übergewicht"...
Aber egal:
In Norwegen hatten wir vor kurzer Zeit bei einer Unterkunft, eine wirklich schlechte Anfahrt auf den letzten 200m.
Sehr enger Weg mit teilweise losem Schotter, dazu eine extrem enge, letzte Kehre (der bereits recht kleine Wendekreis unseres Enyaqs reichte dafür knapp nicht aus) und das bei rund 30% Steigung.
Durch die Verwindung in der letzten Kehre, war das kurveninnere Hinterrad zudem stärker entlastet.
Das führte in der Kehre zu einem einem etwas intensiveren, aber letztlich nur kurzen Durchdrehen dieses Rades und ansonsten, ist der Enyaq auch an dieser Stelle mehrmals (wir waren für mehrere Tage dort) souverän den Weg hoch gefahren.
Ein ganz normaler Passat der Leute, die noch weiter hoch wollten, kam da ebefalls hoch, aber dessen Frontantrieb schrabbelte bei den rund 30% quasi die ganze Zeit.
Von daher bin ich mit den "Gelände"-Fähigkeiten meines lediglich Heck-angetriebenen Enyaqs völlig zufrieden. Solche Situationen kommen bei mir nur äußerst selten vor (bei uns zuhause gar nicht...) und mehr muss er für meinen Bedarf nicht können.
Wenn der Enyaq jetzt noch als hauptsächlich optische "Offroad"-Version kommen sollte, ist das für mich nur ein marketing-Gag.
Fz mit hauptsächlich optischen Kennzeichen eines Offroad-Fahrzeugs, gab es im VW-Konzern schon immer.
Falls diese dann etwas "höher gelegt" sind, um die Bodenfreiheit um ein paar Millimeter zu vergrößern, bringt das im "Gelände" kaum etwas, verschlechtert aber den CW-Wert dauerhaft.
Irgendwelche obligatorische "Kotflügel" verbreiterungen solcher "Off-Roader", bewirken das Gleiche.
Solange VW keine vom Fahrer deutlich einstellbare Luftfederung verbaut, bleibt es bei einer merklich eingeschränkten Geländegängigkeit.....so eine Luftfederung wird bei MEBs aber nicht kommen....das wäre eine echte Konstruktionsänderung und so etwas kostet tatsächlich viel Geld.