Beiträge von Hannes1971

    Also bleibt der Unfall unter der Rubrik "aus ungeklärten Umständen in den Gegenverkehr gefahren" hängen..

    Aluhut schon gefaltet?


    Gerade Unfälle im Gegenverkehr werden aufgrund der meist gravierenden Folgen sehr genau untersucht. In den allermeisten Fällen sind das Fehleinschätzungen beim Überholen, Sekundenschlaf, medizinische Probleme des Fahrers oder schlicht Unaufmerksamkeit. Ungeklärt bleibt es gerade bei diesem Unfalltyp selten.


    Die Untersuchungen, die mir dienstlich (ich bin Sachverständiger) und aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit (> 30 Jahre Feuerwehr) bekannt sind besagen alle, dass gerade der Lane Assist sehr deutlich zu weniger Unfällen beiträgt. Nach Deiner Logik müsste ja die Zahl der Unfälle im Gegenverkehr zugenommen haben. Haben sie aber nicht. Dafür haben die Alleinunfälle durch Abkommen von der Straße durch die Assistenzsysteme nachweislich abgenommen. Der positive Nutzen ist also belegt.

    Ein Assistenzsystem, das die Fahrbahnmarkierung beachtet aber nicht den entgegenkommenden Verkehr, verwandelt jedes Auto in ein rollendes Selbstmordkommando. Ernsthaft, das darf nicht sein.

    Wie viele Unfälle sind denn (Dir) bekannt, in denen das die Ursache war? Unfälle aufgrund Abkommens von der Fahrbahn gibt es jede Menge, wobei diese dank der Assistenzsysteme tatsächlich immer weniger werden.


    Ein Zyniker würde sagen: solange Lane Assist und Co. mehr Unfälle verhindern als verursachen (und das tun sie eindeutig), haben sie ihren Zweck erfüllt. Das ist wie mit dem Gurt. Auf 100.000 gerettete Leben kommt der eine, der seinen Gurt nicht aufbekommt und deswegen im Auto verbrennt. Das ist dann der statistische Verlierer...

    Das hat dann nichts mit "Unterstützung bei der Fehlersuche" zu tun, sondern ist eher als Schikane vom Werk aus zu sehen.

    Da es hier ja auch Fälle gegeben hat, wo der gleiche Mangel problemlos ohne Video abgestellt wurde, scheint das eben nicht so zu sein.


    Keine Frage, ein Video kann nützlich sein. Aber wenn man das pauschal als Hürde für eine kundenseitige Reklamation installiert, geht das gar nicht. Wie vielen Unbedarften ist das zu aufwändig und sagen dann, "ach dann lass ich es..."

    Und genau das ist das Ziel der Autohäuser, die das einfordern. Also nicht höflich darum bitten, sondern die einen zum Video erpressen und ansonsten jede Tätigkeit verweigern.


    Hätte ich die Zeit und die Nerven dazu gehabt (und meinen AG als Eigentümer des Autos dazu gewinnen können), hätte ich das ganze juristisch auf die Spitze getrieben. Das Auto hat einen Mangel, der innerhalb der Gewährleistungsfrist gemeldet wurde und der Händler verweigert die Behebung des Mangels bzw. verlangt vom Kunden Maßnahmen, die mancher Kunde gar nicht erbringen kann (es soll noch Leute ohne Smartphone geben) oder legal (ohne Beifahrer) nicht erbringen kann. Und das bei einem Mangel, der nicht nur vereinzelt sondern häufig auftritt. Da wäre ich gespannt, wie das vor Gericht ausgehen würde. Aus meiner Erfahrung: nicht gut für die Werkstatt...

    Warum soll man nicht alle technischen Möglichkeiten, und dazu gehört auch ein Video, ausschöpfen. Spart nebenbei Zeit und Geld, und auch Zeit und Geld des Kunden.

    Es macht aber einen Unterschied, den Kunden höflich zu fragen ob er bereit ist und die Möglichkeit hat ein Video zu machen oder ein solches zu fordern. Nach dem Motto: komm wieder wenn Du ein Video hast, vorher machen wir gar nix. So war es bei mir. Und der Gipfel: nach dem erfolglosen Versuch der Reparatur per SW-Update noch ein Video zu fordern.

    Und ich finde es kinderfreundlicher, wenn ich ein Video hinschicke und sie daraufhin die Teile beschaffen, als wenn ich 2x vorbeifahren muss.

    Noch einmal: eigene oder begleitete Probefahrt heißt das Zauberwort...


    Video setzt ja schonmal das Vorhandensein eines Beifahrers und eines Smartphones voraus. Und jetzt stelle ich mir da meinen verwitweten und smartphonelosen Vater vor.


    Fehlerdiagnose gehört zu den ureigensten Aufgaben der Werkstatt. Das kann sie nicht einfach an ihre Kunden outsourcen. Und wie man hier in einigen Beispielen lesen kann: es geht auch ohne Video. Es gibt also auch kundenfreundliche Werkstätten.

    Die Steigerung davon, dass man diesen Assistenten zusätzlich noch, durch pACC oder TA, aktiv ins Fahrgeschehen eingreifen lässt, muss ich daher nicht haben.

    Wenn ich ohnehin quasi auf alles selbst achten muss und mich nicht mal auf basics, wie VZE, verlassen kann, fahre ich lieber gleich manuell, zumindest außerhalb von Autobahnen und gut ausgebauten Landstraßen.

    Dann gibt es zumindest keine zusätzlichen "Überraschungen", auf die ich gefasst sein muss.

    Ich nutze auf Autobahn und Schnellstraßen TA, ansonsten fast immer pACC. Außer auf kurvigen Strecken, da pACC dort ungefähr so dynamisch fährt wie mein 84-jähriger Vater. Ja, es ist weit weg von perfekt. Ich komme aber mit den Assistenten entspannter ans Ziel als ohne und das ist es, was letztendlich für mich zählt. Und ich habe noch kein Auto gefahren, das es besser macht, da habe ich durch die häufigen Leihwagen auf Dienstreisen schon ein paar Erfahrungen gesammelt. Mir fehlen allerdings Erfahrungen mit Fahrzeugen der Preisklasse > 80.000 €...