Auch ich bin noch kein „alter Hase“ in Bezug auf die E-Mobilität. Mit meinem ENYAQ habe ich seit Mitte Mai nun um die 28.000 km gefahren und habe daher recht viel Langstreckenerfahrung, die sich weitestgehend auf die Nord-Süd-Verbindungen von nördlich der A2 nach südlich der A8 und zurück entlang den Autobahnen A7, A71, A81 beziehen.
Zu Anfang habe ich mir relativ genau vor den Fahrten überlegt, wo ich wann wie laden werde — auch an den Zielorten. Inzwischen fahre ich immer mehr wie früher mit einem Verbrenner, weil ich weiß, dass ich immer Lademöglichkeiten finden werde. Und so nutze ich situativ die Möglichkeiten:
— Wenn ich von zu Hause losfahre, fahre ich immer mit 100 % SoC los.
— Beim Zwischenladen fahre ich so bei SoC 20 % einen Ladepark an oder im Umfeld der Autobahn an. Wenn ich die Wahl habe, nehme ich zumindest zu Stoßzeiten (z.B. Ferienreiseverkehr) lieber Ladeparks an weniger befahrenen Autobahnen oder an Fahrtrichtung gebundenen Raststätten, weil dort das Risiko, warten zu müssen, gegen Null geht. So lade ich z.B. gerne an der A71 an den Rastanlagen „Geraer Land“ in der Nähe vom Rennsteigtunnel und wenn ich merke, bis dorthin wird es knapp, dann nehme ich eine Rastanlage vorher noch kurz für 10 Minuten ausreichend Strom auf.
— An Zielorten nutze ich das dortige Angebot. Letzte Woche hatte ich jemanden in Stuttgart vom Flugplatz abgeholt und wieder zum Flugplatz gebracht und da hat es sich angeboten, die Schnelllademöglichkeit neben dem Ride&Fly-Parkplatz zu nutzen, weil diese nah am Terminal liegt und ich so die Parkgebühren zum Laden nutzen konnte.
Meine Empfehlung ist daher, die oben bereits genannten Randbedingungen „im Hinterkopf“ zu haben und ansonsten mit passender Reserve „Mut zur Lücke“.