Beiträge von Enyaq2020


    Und: Ich möchte mit diesem (Meinem letzten) Post durchaus jene, die wie ich mit dem Enyaq zufrieden sind aufrufen, dies auch einmal kundzutun.

    Ich weiß, dass es Menschen leichter fällt, ausführlich über Negatives zu schreiben als über Positives — und das ist in diesem Forum grundsätzlich auch nicht anders.


    Allerdings sind in diesem Forum für mich ungewohnt Viele noch dabei, die schon ihren ENYAQ haben und überwiegend damit (sehr) zufrieden sind, ich gehöre auch dazu.:) Daher finde ich es schade, wenn Du als zufriedener ENYAQ-Fahrer Dich aus dem Forum zurück ziehst.:(


    Unabhängig davon wünsche ich Dir weiter ein erfolgreiches Fahren und Genießen mit dem ENYAQ.:)

    Weil es gerade gut passt, schildere ich mal meine Fahrt letzten Donnerstag von Norddeutschland nach Stuttgart mit dem Focus auf dem Laden:

    • Die gesamte Strecke sollte rund 650 km entlang den Autobahnen 7 - 81 - 8 gehen.
    • Zur vorbereitenden Verbrauchs- bzw. Lade-Planung:
      Bei der derzeitigen Witterung schaffe ich mit einem SoC von 100 % um die 350 km, wenn ich durchschnittlich 120 km/h fahre.
      Das Auf und Ab der "Kassler Berge“ (Strecke zwischen Hann. Münden und Kirchheimer Dreieck) egalisiert sich bei einem E-Auto weitestgehend.
      Und die Baustelle auf der A7 zwischen Seesen und Göttingen mit „nur“ maximal 80 km/h war mir bekannt.
      => Ich habe geplant:
      — ein Zwischen-Ladestopp in Eichenzell (AD A7/A66) mit PowerPass an IONITY
      — mögliche Ausweichen-Ladeplätze sind Ladepark am Kirchheimer Dreieck (A7/A4/A5)
      — ein End-Laden am Flugplatz Stuttgart mit PowerPass an EnBw (neben Kiss&Fly)
    • In den Nachrichten kam dann die Info, dass wegen einer kurzfristig notwendigen Bombenentschärfung bei Fulda genau die letzten Kilometer der A7 vor meinem geplanten Zwischenladen in Eichenzell gesperrt werden sollen.
    • Kurz vor Erreichen des AD Kirchheim habe ich mich spontan entschlossen, statt über die A7 nun über die A5 (Rheinschiene) zu fahren.
    • Da ich mir auf dem bordeigenen Navi die „Reichweiten-Wolke" anzeigen lasse, wusste ich, dass ich nun irgendwo bei Gießen laden musste.
      Über die Suche mit „IONITY“ - „entlang der Route“ habe ich mich für die Zwischenladung am Rasthof Reinhardshain entschieden (Es ist ein kleiner Rasthof mit 4 IONITY-Ladesäulen direkt am Shop).
      Da ich Zeit hatte, habe ich von rund 18 % auf 100 % aufgeladen (diesen Ladevorgang habe ich auch mitgeschrieben).
    • Dann ging die Fahrt über A5 Richtung Stuttgart, wobei ich wegen diverser großer Staus auf der A6 und der A8 letztendlich ab Bruchsal quer über das Land gefahren bin, was natürlich auch Verbrauchs-dienlich war.
    • In Stuttgart habe ich mich dann mit 24,5 % wieder an den Schnelllader am Flugplatz angedockt.

    Ich weiß, dass ich mich mit meinen Erfahrungen von rund 28.000 km Langstrecke mit dem ENYAQ schon eher leicht tue. Ich kann aber guten Gewissen allen Mut zusprechen, weitestgehend „fast einfach so los zu fahren“. Und wenn ich so an meine Anfangszeit mit dem Autofahren Ende der 70er Jahre zurück denke, waren da auch bei längeren Strecken ein oder zwei Tankstops notwendig (die zugegebenermaßen weniger Zeit benötigten).

    Auch ich bin noch kein „alter Hase“ in Bezug auf die E-Mobilität. Mit meinem ENYAQ habe ich seit Mitte Mai nun um die 28.000 km gefahren und habe daher recht viel Langstreckenerfahrung, die sich weitestgehend auf die Nord-Süd-Verbindungen von nördlich der A2 nach südlich der A8 und zurück entlang den Autobahnen A7, A71, A81 beziehen.


    Zu Anfang habe ich mir relativ genau vor den Fahrten überlegt, wo ich wann wie laden werde — auch an den Zielorten. Inzwischen fahre ich immer mehr wie früher mit einem Verbrenner, weil ich weiß, dass ich immer Lademöglichkeiten finden werde. Und so nutze ich situativ die Möglichkeiten:

    — Wenn ich von zu Hause losfahre, fahre ich immer mit 100 % SoC los.

    — Beim Zwischenladen fahre ich so bei SoC 20 % einen Ladepark an oder im Umfeld der Autobahn an. Wenn ich die Wahl habe, nehme ich zumindest zu Stoßzeiten (z.B. Ferienreiseverkehr) lieber Ladeparks an weniger befahrenen Autobahnen oder an Fahrtrichtung gebundenen Raststätten, weil dort das Risiko, warten zu müssen, gegen Null geht. So lade ich z.B. gerne an der A71 an den Rastanlagen „Geraer Land“ in der Nähe vom Rennsteigtunnel und wenn ich merke, bis dorthin wird es knapp, dann nehme ich eine Rastanlage vorher noch kurz für 10 Minuten ausreichend Strom auf.

    — An Zielorten nutze ich das dortige Angebot. Letzte Woche hatte ich jemanden in Stuttgart vom Flugplatz abgeholt und wieder zum Flugplatz gebracht und da hat es sich angeboten, die Schnelllademöglichkeit neben dem Ride&Fly-Parkplatz zu nutzen, weil diese nah am Terminal liegt und ich so die Parkgebühren zum Laden nutzen konnte.


    Meine Empfehlung ist daher, die oben bereits genannten Randbedingungen „im Hinterkopf“ zu haben und ansonsten mit passender Reserve „Mut zur Lücke“.

    An kälteren Tagen macht es im oben beschriebenen Fall Sinn, erst nach der Besprechung mit DC zu laden und so den Akku bereits aufzuwärmen.


    Ansonsten würde ich bei dem Gall sehr pragmatisch vorgehen und dann laden, wann es vom ganzen Ablauf her mir als Mensch am Besten passt.