Beiträge von Chili

    Zum Thema BMW hatte ich auch schon recherchiert.


    Du musst immer davon ausgehen, dass niemand was zu verschenken hat.

    Google mal nach dem BMW / E.ON Angebot, das ist das mit den vergüteten 40 Cent.

    Das ist Bauernfängerei.


    Der Kunde ist ja nicht dumm und kann auf die Idee kommen, sein Auto über die PV voll zu machen (es entgehen allenfalls 8 Cent Einspeisevergütung).

    Und dann den Strom für 40 Cent an E.ON via V2G zu verkaufen. Weit gefehlt:


    "Beachten Sie: Sie können beim bidirektionale Laden Ihres BMW an der BMW Wallbox Professional elektrische Energie entweder in das Hausstromnetz (Vehicle-to-Home (V2H) – nur in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage) oder in das öffentliche Stromnetz (Vehicle-to-Grid (V2G)) einspeisen. Ein Wechsel zwischen Vehicle-to-Home (V2H) und Vehicle-to-Grid (V2G) ist derzeit nicht möglich."


    Quelle: https://www.bmw.de/de/s/articl…orteile-oEc6C?language=de


    Es scheint so zu sein, dass du zwar mit 40 Cent / kWh vergütet wirst.

    Aber beim Laden wirst du mit 32,97 Cent /kWh zur Kasse gebeten.


    Ist ja irgendwie logisch, dass BMW/E.ON das anders kaum zulassen.


    Der Arbeitspreis von 33 Cent/kWh gilt in dem BMW Angebot übrigens für alles, auch für den Haushalt. Das ist Bestandteil des Tarifs.

    Und die Vergütung für das reine Anstecken ist gedeckelt auf 250h monatlich, also rund 10,5 Tage pro Monat. Darüber hinaus stellt man seinen Akku und dessen Lebenszeit gratis zur Verfügung.


    Und die Investitionen für Wallbox und Co. hast du natürlich auch erstmal zu tragen.

    Das ist Dummenfang vom Feinsten, meine ich.

    Es gibt aber sicher viele Kunden, die sich da ködern lassen.


    E.ON schreibt dazu:

    "Aktuell steht das V2G Angebot Kunden ohne Photovoltaikanlage oder mit einer PV-Anlage mit 100% Netzeinspeisung (über einen separaten Stromzähler gemessen und abgerechnet) zur Verfügung."


    Die sind wahrlich nicht blöd.

    Deinen Strom verkaufst du zu Volleinspeiser-Konditionen und darfst deinen gesamten Haushaltsverbrauch (inkl. Auto) für 33 Cent zurückkaufen.

    Ich suche jetzt eine passende Wallbox für V2H.

    Das Problem dabei ist, dass das nur DC funktioniert.
    Die Wallbox beinhaltet also statt nur einem Schütz (wie bei AC) sehr viel mehr Technik (Gleichrichter und Wechselrichter) und kostet daher deutlich mehr. So mit 3.000,- EUR bis 4.000,- EUR muss man rechnen.


    Hinzu kommt eine Steuerung.
    Irgendeine Instanz muss WB/Auto ja sagen, wieviel Leistung gerade benötigt wird. Es macht ja keinen Sinn, 11 kW in's Haus zu ballern und 10 kW davon gehen für 8 Cent in's Netz...

    Alles nicht so ganz trivial.


    Und da der Enyaq obendrein das "BiDi" auf 10.000kWh oder 4.000h begrenzt (auf die gesamte Lebensdauer), müssen alle Kosten durch diese Größe getragen werden.


    Mein Fazit:

    Lohnt sich mal so überhaupt nicht.
    Das ist eine konzeptionelle Totgeburt.

    Ich gehe aktuell den anderen Weg: PV-Überschuss nur einphasig.
    Wir haben nur 6,2 kWp auf'm Dach. Bis zum Mittag lädt der Hausspeicher, erst danach gäbe es Überschuss.
    Zudem kann unsere WB keine Phasenumschaltung.
    Damit beschränkte sich die Wahl auf 1 x 230V x 6A oder 3 x 230V x 6A als Mindestladeleistung.
    Letzteres wären 4.140 Watt, die bei 6,2 kWp aber so gut wie nie als Überschuss zum tragen kämen.
    Resultat: Überschussladen einphasig von 1.380 Watt bis 3.680 Watt.

    Um dreiphasig laden zu können, müssen wir im Sicherungskasten die beiden Phasen händisch hinzuschalten (die WB ist mit drei separaten LS angeschlossen).
    Das Szenario haben wir bewusst so gewählt - es war der beste Kompromiss aus Kosten und Flexibilität.
    2024 war die integrierte Phasenumschaltung noch nicht so verbreitet wie heute.

    Ich habe eine Keba P30-x, die hat alles inkl. Überschuss-Steuerung - nur die Phasenumschaltung nicht.
    Ich habe mich gegen ein festes Kabel entschieden.
    Statt dessen habe ich ein separates 7m Typ 2 Kabel gekauft. Das bietet mehr Flexibilität, wenn sich die Parksituation doch mal ändert.

    In meinen letzten Firmenwagen aus dem Hause BMW, als auch im privaten MINI musste ich nach 3 Jahren ebenfalls nachkaufen.

    Keine Ahnung wie das bei anderen Verbrennermarken ist. Für mich ist es kein Unterscheidungsmerkmal für Verbrenner vs. Elektro.

    Darum ging es ja nicht.
    Es ging um Enyaqs, älter oder neuer.

    Vielleicht nicht der wichtigste Aspekt, aber kostet auch Geld:

    Ist das Auto älter als 3 Jahre, müssen meistens die Konnektivitätsdienste etc. kostenpflichtig nachgebucht werden (so meine Erkenntnis).

    Mal schauen, wie wir das in der Praxis handhaben werden.
    Ob tatsächlich nachteilig oder nicht: mir behagt der Gedanke einfach nicht, die "Handbremse" immer ziehen zu müssen.

    Da wir einen waagerechten Carport haben, wird der Wagen von alleine sicher nicht losrollen.