Moin
Diese Zusammenfassung der Studie ist für mich - der ja aber auch nicht der Adressat ist - jetzt nicht so sehr ergiebig. Aber ok, die Studie selbst (bei Uscale noch unter „geplant“ zu finden) dürfte da mehr liefern.
Ich bin chronischer Gebrauchtwagenkäufer, aber möglicherweise kein typischer (oder im Verhalten mit dem Durchschnitt der hier befragten Personen übereinstimmend). Die befragte Gruppe war überschaubar groß, für eine Aussagefähigkeit mag es aber reichen.
Die Erkenntnis, dass die Gebrauchtwagenkäufer sich eher nach dem Kaufpreis als nach irgendwelchen Folgekosten richten und (m.E. eben auch aus diesem Grund) dann etwas kleinere (= günstigere) Modelle suchen, dürfte eigentlich niemanden überraschen. Der Fahrzeugbestand hat ein Durchschnittsalter von etwa 10 Jahren erreicht, der Anteil der gewerblichen Erstzulassungen liegt irgendwo jenseits der 60% (mit markenabhängigen Abweichungen). Würde man den gewerblichen Bestand heraus rechnen, dürfte das Durchschnittsalter des verbleibenden (privaten) Bestands wohl noch etwas zunehmen. Nun sind die Fahrzeuge haltbarer als vor Jahrzehnten und das kommt dem knappen Budget ja auch entgegen.
Am verfügbaren Angebot (an kleineren und/oder günstigeren) gebrauchten E-Fahrzeugen kann der Verkäufer wenig ändern, allenfalls für seinen Standort durch aktiven Zukauf. Dann fehlt es halt woanders. Wenn der gewerbliche Neuwagenkäufer diese kleineren Modelle seltener (als größere) ordert, müsste es der private Neuwagenkäufer ausgleichen, sonst wächst der Bestand ja nicht. Den muss man ja aber auch erst überreden, ok das ist der Job des Neuwagenverkäufers.
Dann fehlt dem Gebraucht-E-Auto-Käufer angeblich die Beratung (oder es mangelt ihm an der Qualität derselben). Ich muss zugeben, mich an keinen Fall meiner 15 Gebrauchtfahrzeugkäufe (vom Handel) an eine angeforderte Beratung erinnern zu können, ausgenommen die Frage nach „was kommt demnächst noch rein“ (was nie für mich brauchbar beantwortet wurde). Das war bei dem Kauf des Enyaqs im Juli 2025 nicht anders.
So wie ich die Zusammenfassung der Studie verstanden habe, muss der Käuferentschluss für ein E-Auto bereits vorher erfolgt sein und jetzt ging es um den Kauf und ggf. die Auswahl an sich. Ok, wenn „nur“ die Entscheidung da ist, mir aber z.B. zum Thema „Laden, wo, wie und wie oft“ gar nichts bekannt ist, bräuchte ich Informationen. Da ich selbst schwer von Entschluss bin, hatte ich dafür vorher lange Zeit und musste dem Verkäufer nicht die Zeit stehlen. Ich muss demnach davon ausgehen, dass meine Art der vorherigen Informationsbeschaffung nicht dem überwiegend üblichen Vorgehen (mindestens mal der Befragten Gruppe) entspricht.
Ich musste in meinem Leben nie etwas verkaufen, um damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Vermutlich wäre ich dann heute auch etwas schlanker … Bei meinen eigenen Fahrzeugkäufen bin ich sehr unterschiedlichen Personen begegnet, von freundlich, unaufdringlich sachlich über auffällig desinteressiert bis hin zu unmöglich, gelegentlich auch in Kombination. Vermutlich gibt es ebensolche Käufergruppen, ich habe mich immer bemüht, zu den ersten beiden zu gehören.
Von einem Neuwagenverkäufer würde ich schon erwarten, dass er mir zu seinen Markenmodellen und den Besonderheiten der E-Mobilität etwas sagen kann, wenn nicht sofort, dann eben nach Erkundigung. Bei einem Gebrauchtfahrzeugverkäufer, der auch noch diverse Fremdmarken und ja alles „von gestern“ verkaufen muss, wäre ich in der Erwartungshaltung etwas zurückhaltender. Kann er sich vielleicht fallweise erarbeiten, aber das geht von seiner Verkaufszeit ab (von der er ja wohl lebt).
Der von mir gekaufte Enyaq stand mindestens zwei Monate auf dem Hof des Marken-Händlers, ebenso wie der daneben abgestellte VW ID.5, jedenfalls war ich im April erstmals dort. Verkauft wurden sie beide im Prinzip am gleichen Tag Ende Juni vom gleichen Verkäufer. Beim Enyaq dürfte auch der aufgerufene Verkaufspreis (43 für ein Fahrzeug aus 2023) verkaufsverzögernd gewesen sein (der 2022 ID.5 sollte 30 kosten). Es waren auch die beiden einzigen gebrauchten E-Fahrzeuge vor Ort (der VW-Ableger des Händlers ist allerdings räumlich am anderen Ortsende, da stand aber auch selten was).
Hm … etwas viel Text jetzt.
Gruß
K.R.