Dass die vollmundigen Versprechen vor einigen Jahren verfrüht waren, haben inzwischen wohl alle Hersteller gemerkt. Einzig Tesla hat sich von seinen Kunden viel Geld dafür zahlen lassen, dass zu liefern.
Letztlich wird es, auch wenn die Technologie denn einst mal wenigstens auf der Langstrecke, also Autobahn, gut ausgebaute Landstraßen, funktioniert, auch sehr lange dauern, bis sie auf einer breiteren Basis Vertrauen aufbaut. Das wird vermutlich ähnlich laufen wie so oft:
"Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. "
Das Zitat gibt es in vielen verschiedenen Abwandlungen. Die Pioniere der E-Mobilität wurden einst auch als einzelne "Spinner" belächelt. Jetzt (mit besseren Fahrzeugen und einer gut ausgebauten Infrastruktur) ist sie eine ernsthafte Konkurrenz zum Verbrenner, wird deutlich wahrgenommen und daher bekämpft. Zur Selbstverständlichkeit fehlt ihr noch ein kleiner Schritt (z.B. bezahlbare Modelle, ein größeres Angebot an günstigen Gebrauchtwagen, stabilere Reichweiten und Ladegeschwindigkeiten im Winter, etwas bessere Reichweite und Ladegeschwindigkeiten). Teilweise gibt es diese Eigenschaften schon in einzelnen Modellen und ich (persönliche Meinung) erwarte da in den nächsten 5 Jahren den Durchbruch (z.B. > 1/3 der Neubestellungen Elektrisch).
Und beim autonomen Fahren wird das ja nicht anders gehen. Zu Anfang wird das nur in wenigen Oberklassenfahrzeugen jenseits der 100K verfügbar sein. Das wird nicht wahrgenommen oder belächelt. Dann kommt es langsam in den Bereich der Firmenleasing - Fahrzeuge und dem, was "gut Situierte" sich leisten können, also so die Klasse 60-100K. Dann wird der Aufschrei in der Öffentlichkeit kommen: Fahrender Sarg, Todesschwadron oder was auch immer sie sich dann ausdenken. Genau wir das BEV heute Sondermüll ist, der Akku nach 5 Jahren Schrott, falls nicht schon lange explodiert wird es dann nur eine Frage der Zeit sein, bis man mit 200 vor die Wand fährt. Da werden auch keine Statistiken helfen, die (vermutlich) klar niedrigere Unfallzahlen und Folgen zeigen werden. In Facebook werden haufenweise Bilder von natürlich ständig leer umherfahrenden Taxis gepostet und es wird X-Fach falsch behauptet werden, dass irgendwo eines rum steht und nicht weiter weiß (was ja eventuell tatsächlich vereinzelt vorkommen werden kann).
Ich denke, dass das auch die Hersteller wissen. Sie forschen daran und entwickeln es ständig weiter, das ist klar. Aber ich glaube nicht, dass sie mit großer Macht alles daran setzen, es in zwei Jahren auf der Straße zu haben. Nicht in dieser Zeit, in der viele (Hersteller) den Spagat zwischen dem Bedienen des Markes mit Verbrennern - dem "nicht vergrätzen der etablierten Kundschaft" und der Herstellung teilweise schwierig und in niedrigen Stückzahlen verkäuflichen Elektroautos machen, von denen sie IMHO genau wissen, dass der Durchbruch mit nachhaltig deutlichem Anstieg der Nachfrage irgendwann kommt.