Beiträge von Bert2024

    Da sie in KW30 die Produktion nach der Sommerpause wieder aufgenommen haben und morgen schon die KW33 endet, haben sie die 600 Fahrzeuge pro Tag jetzt vier Wochen durchgehalten, oder?

    4 * 5 * 600 = 12.000 Enyaq, oder? (Ich unterstelle 5 Arbeitstage und habe keine Ahnung, ob dort auch am Samstag gearbeitet wird)


    Jahresanfang bis so März waren es um 150 am Tag, also ca. 3.000 im Monat.

    Danach (noch mit 60er) so um 350, also 7.000 im Monat (wobei da in der Gewerkschaftszeitung nach April nie konkrete Zahlen standen und jede Woche auf ausgefallene Schichten und Teilemangel hingewiesen wurde).


    Das sollte man in ca. drei Wochen in der Zulassungsstatistik deutlich sehen. Der Enyaq ist ja mit das Fahrzeug mit der längsten Lieferzeit und dem vermutlich größten Anteil offener Bestellungen (noch sehr viele aus 2023 und noch wenige in 2024 bestelltes Fahrzeug ausgeliefert).


    Wer hält mit mir die Wette, dass der Enyaq in den Zulassungen für August die 4.000 knackt und sich damit mit sehr deutlichem Vorsprung an Platz 1 setzt?

    Dass die vollmundigen Versprechen vor einigen Jahren verfrüht waren, haben inzwischen wohl alle Hersteller gemerkt. Einzig Tesla hat sich von seinen Kunden viel Geld dafür zahlen lassen, dass zu liefern.


    Letztlich wird es, auch wenn die Technologie denn einst mal wenigstens auf der Langstrecke, also Autobahn, gut ausgebaute Landstraßen, funktioniert, auch sehr lange dauern, bis sie auf einer breiteren Basis Vertrauen aufbaut. Das wird vermutlich ähnlich laufen wie so oft:


    "Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. "


    Das Zitat gibt es in vielen verschiedenen Abwandlungen. Die Pioniere der E-Mobilität wurden einst auch als einzelne "Spinner" belächelt. Jetzt (mit besseren Fahrzeugen und einer gut ausgebauten Infrastruktur) ist sie eine ernsthafte Konkurrenz zum Verbrenner, wird deutlich wahrgenommen und daher bekämpft. Zur Selbstverständlichkeit fehlt ihr noch ein kleiner Schritt (z.B. bezahlbare Modelle, ein größeres Angebot an günstigen Gebrauchtwagen, stabilere Reichweiten und Ladegeschwindigkeiten im Winter, etwas bessere Reichweite und Ladegeschwindigkeiten). Teilweise gibt es diese Eigenschaften schon in einzelnen Modellen und ich (persönliche Meinung) erwarte da in den nächsten 5 Jahren den Durchbruch (z.B. > 1/3 der Neubestellungen Elektrisch).


    Und beim autonomen Fahren wird das ja nicht anders gehen. Zu Anfang wird das nur in wenigen Oberklassenfahrzeugen jenseits der 100K verfügbar sein. Das wird nicht wahrgenommen oder belächelt. Dann kommt es langsam in den Bereich der Firmenleasing - Fahrzeuge und dem, was "gut Situierte" sich leisten können, also so die Klasse 60-100K. Dann wird der Aufschrei in der Öffentlichkeit kommen: Fahrender Sarg, Todesschwadron oder was auch immer sie sich dann ausdenken. Genau wir das BEV heute Sondermüll ist, der Akku nach 5 Jahren Schrott, falls nicht schon lange explodiert wird es dann nur eine Frage der Zeit sein, bis man mit 200 vor die Wand fährt. Da werden auch keine Statistiken helfen, die (vermutlich) klar niedrigere Unfallzahlen und Folgen zeigen werden. In Facebook werden haufenweise Bilder von natürlich ständig leer umherfahrenden Taxis gepostet und es wird X-Fach falsch behauptet werden, dass irgendwo eines rum steht und nicht weiter weiß (was ja eventuell tatsächlich vereinzelt vorkommen werden kann).


    Ich denke, dass das auch die Hersteller wissen. Sie forschen daran und entwickeln es ständig weiter, das ist klar. Aber ich glaube nicht, dass sie mit großer Macht alles daran setzen, es in zwei Jahren auf der Straße zu haben. Nicht in dieser Zeit, in der viele (Hersteller) den Spagat zwischen dem Bedienen des Markes mit Verbrennern - dem "nicht vergrätzen der etablierten Kundschaft" und der Herstellung teilweise schwierig und in niedrigen Stückzahlen verkäuflichen Elektroautos machen, von denen sie IMHO genau wissen, dass der Durchbruch mit nachhaltig deutlichem Anstieg der Nachfrage irgendwann kommt.



    Im Zweifel ist es US-Gerichten glaube ich ohnehin egal, was in einer Anleitung und dergleichen steht. Wenn sie einen europäischen Konzern schädigen können, ziehen sie durch. Ob sie das bei Tesla auch so machen würde, da habe ich so meine Bedenken. Ist natürlich nur ein subjektiver Eindruck aus der Ferne. Aber mich wundert immer wieder, warum z.B. Monsanto jahrelang nicht belangt wurde und nach dem Aufkauf durch Bayer kracht es plötzlich eine Milliarden-Strafe nach der andern. Vielleicht hat Bayer auch bei der Beurteilung dieses Risikos komplett falsch gelegen, vielleicht sind amerikanische Gerichte aber auch ein wenig patriotisch. Aber wie gesagt, dass ist so ein wenig mein subjektiver Eindruck. Grundsätzlich ist die justiz ja auch in den USA unabhängig und ich will hier auch keine Verschörungstheorien erfinden :S


    Das autonome Fahren ist auf der einen Seite ein Verkaufsargument. Der Geschäftsmann kann sich auf den Rücksitz setzen und seine Mail beantworten. Autonome Taxis sehe ich als kommende Lösung all unserer Probleme mit dem öffentlichen Nahverkehr. Dann braucht es viel weniger Busse, die ihre Linien meist wenig besetzt abfahren. Gerade im ländlichen Bereich wird das ein Gamechanger.


    Nur: Wie groß ist die Zielgruppe tatsächlich? Wann und wie viele Menschen sind bereit, sich einer Maschine komplett anzuvertrauen? Das wird viele Jahre dauern und eventuell sogar ein Generationending sein. Werden sich Leute, die seit 20/30 Jahren Auto fahren, da noch umgewöhnen? Oder werden das eher die jungen Menschen nutzen? Aber es wird ja auch lange dauern, bis solche Technik in bezahlbaren Autoklassen ankommt.


    Unter dem Strich: Abgesehen vom Prestige, der Erste zu sein oder der Beste in dieser Technologie. Welche Motivaton haben die Autohersteller eigentlich, das Risiko des Betriebs eines Fahrzeugs vom Fahrer weg ins eigene Obligo zu nehmen? Ich kann schon gut verstehen, dass sie da nichts überstürzen und das (abgesehen von Genehmigungen) erst bringen, wenn es wirklich funktioniert. Und ich verstehe auch, dass sie Lobby - Arbeit z.B. gegen Tesla machen. Nicht nur, um sich der Konkurrenz zu erweren. Die wollen sicher auch nicht, dass hierzulande erst Tesla das Rennen macht und die ersten autonom fahrenden Autos auf der Straße hat und dann, 10 Verkehrstote später, der Gesetzgeber die Technologie, in die sie Milliarden investiert haben, wieder auf Eis legt und die Auflagen massiv verschärft.

    Deutschland (und tendenziell ganz Europa - aber ich glaube, hier ist es wohl mit am schlimmsten) neigt halt zur Überbürokratisierung und Pragmatismus ist oft nicht anzutreffen.

    Ich staune immer wieder, wie wir es schaffen, eine marode Autobahnbrücke abzureißen und für den Neubau mit gleicher Optik und an gleicher Stelle dann fünf Jahre für die Genehmigung zu brauchen und so lange zig tausende von LKW durch kleine Ortsstraßen schicken.

    Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie die Genehmigungsprozesse für die autonomen Fahrstufen ablaufen. Wie wertet eine Behörde die Ergebnisse unzähliger Testfahrten aus und erteilt letztlich eine Genehmigung für den Hersteller? Das müssen zig Terrabite and Daten sein. Kann man die zufaxen? Will meinen: Ich bin nicht so sicher, ob es dann nun immer nur an den Herstellern liegt. Ich kann schon verstehen, dass alle Beteiligten 1000% sicher sein wollen, dass das am Ende auch funktioniert, wenn es einmal offizell genehmigt ist.


    Die Meinung über Tesla teilen wir glaube ich. Ich sehe die Firma derzeit auch eher auf dem Weg, den Nokia einst beschritten hat. Sie werden aktuelle einfach von anderen Herstellern überholt. Wenn ich mit einige Videos ansehe, in denen der Spurhalteassistent sich ständig deaktiviert, alle drei Sekunden irgend etwas bimmelt. Oh je. Jetzt gibt es nicht mal mehr einen Blinkerhebel, eher Robotaxis als ein Model 1 oder 2. Klar, die brauchen auch keine 5 Jahre, um wieder umzudenken, aber aktuell sehe ich sie auf dem falschen Weg. Und er an der Spitze scheint sich geistig nicht weiter zu entwickeln. Genie und Wahnsinn liegen halt dicht beieinander.


    jetzt sitze ich am See am Strand und genieße den Tag.

    . . . und da machst du komplett alles richtig!

    Na ja, ich fang mal so an:

    @GiMichael - Das Video habe ich mir noch nicht angeschaut, dass kommt aber zeitnah in mein Abendprogramm :thumbup:


    Ich kenne auch die Rechtslage in den USA nicht, denke aber, im Zweifel kann man dort etwas einfach mal machen. Und das ist in Europa halt nicht so einfach.

    Immerhin war ich schon immer etwas überrascht, mit welchem großen zeitlichen Vorlauf der Gesetzgeber hierzulande recht genaue Vorgaben für die unterschiedlichen Stufen bis zum autonomen Fahren definiert hat. Soweit ich gehört habe, ging das ja hin bis zu konkreten Vorgaben für die Entwickler, wie Entscheidungsprozesse zu gestalten sind (Moralischer Aspekt und so).


    Ich denke, für hier (also Europa / Deutschland) ist es tatsächlich besser, wenn die Stufen 4 un 5 später kommen, dann aber richtig funktionieren. Vermutlich werden ja auch autonom fahrende Fahrzeuge nicht 100% Fehlerfrei und damit nicht 100% Unfallfrei sein. Was wäre denn die Konsequenz, wenn das hier zugelassen wird und es gibt das erste durch ein solches Fahrzeug im autonomen Modus verursachte Todesopfer?


    Klar kann ich mir auch vorstellen, dass die deutsche Autolobby vor dem Hintergrund, dass Tesla ihr autonomes Fahrsystem rein auf Kameras basiert, im Hintergrund die Trommeln rührt um zu erreichen, dass es Anforderungen an die Systemzulassung gibt, die Tesla im Kameras einfach nicht erfüllen kann. Für abwegig halte ich das nicht. Lobbyarbeit können die (sehr oft leider . . . ) gut.

    Das kann ich nicht nachvollziehen. Wie blöd muss ich sein, 7.500 € (!) extra dafür zu zahlen, dass Erweiterungen des Funktionsumfangs vielleicht einmal kommen. Da muss man schon sehr verblendet sein.

    Aber psychologisch ist das gut gemacht. Viele wollen sich vermutlich die Möglichkeit einfach offen halten. Wer weiß schon, was alles kommt und du bekommst es nachher nicht, weil du die Option nicht hast.

    Du weißt ja, wie das mit der Reichweitenangst ist. Die meisten fahren niemals mehr als 500 km am Stück und wenn, dann einmal im Jahr. Sie brauchen aber die Möglichkeit, jederzeit 3.000 KM mit zwei 3-Minuten Tankstops durchbretzeln zu können. Hauptsache, man könnte, wenn man denn wollte.

    Es gab ja hier auch schon Vermutungen, dass ganz alte Bestellungen noch länger liegen bleiben. Nach dem Motto: Warum den in 04/23 bestellten Enyaq produzieren, der ist eh schon pissed. Dann lieber den 03/24 bestellten zum ULT liefern und nicht zwei verärgerte Kunden haben.

    Daneben geht es ja aber vermutlich auch immer nach Zuliefersituation. Sind mal die AHK in Verspätung, werden die Modelle vermutlich rausgenommen und erst einmal in KW17 geparkt und sobald die Teile wieder im Zulauf sind, werden sie wieder in die Planung genommen. Mal geht eine Farbe aus, dann die Felgen, die HUD Einheit, kein Cristal Face mehr da usw. Und immer, wenn etwas kurzfristig fehlt, was für alle Enyaq gebraucht wird, geht die Stückzahl runter und alles, was für die nächsten 2-4 Wochen fix eingeplant ist, muss wieder teilweise verschoben werden.

    Nennt sich dann hier: Lieferkarussell.