Beiträge von Bert2024

    Und dennoch: Wenn man 2035 aufhört, Verbrenner zu bauen - erledigt sich das von selbst. Es werden keine neuen mehr zugelassen, die anderen laufen weiter bis sie defekt sind.

    Soweit mir bekannt (und falls da nicht noch jemand unterwegs an der Schraube dreht) sind die Zertifikate für Verkauf fossiler Energie zum Zweck der Verbrennung ab 2042 = NULL. Leider finde ich auf die Schnelle keine Quelle dafür, ich hatte das mal in einem Podcast gehört. Die waren selbst überrascht darüber, weil sie dass auch gar nicht so auf dem Schirm hatten und es sich wohl aus dem Pfad der Reduzierung von Zertifikaten im Emissionshandel ergibt.

    Damit wäre es völlig unerheblich, wann der letzte Verbrenner gebaut wird, ab 2042 gibt es keinen Sprit mehr dafür (außer natürlich eFuel / HVO100 - falls es da gibt und falls es nicht anderswo dringender (Preis / Verfügbarkeit) gebraucht wird.

    Wie gesagt: Ich weiß nicht, ob das so definitiv stimmt. Und bis dahin kann ja auch noch viel gedreht werden. Forderungen stehen ja jetzt schon im Raum.

    Es ist doch irgendwie verrückt. Auf der einen Seite warten die Besteller mehrere Monate, über 1 Jahr auf den Wagen. Auf der anderen Seite bennötigen die Hersteller Finanzspritzen und Abwrackprämien, um die Absätze anzukurbeln. Wird da vielleicht einfach nur das falsche produziert? Am Markt vorbei?

    Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Es gab Lieferkettenprobleme wegen Covid gefolgt von welchen wegen Ukraine-Krieg (z.B. Kabelbäume) gefolgt von der APP550 Misere. Mit den zu wenigen Motoren wurden VW und Audi bedient und Skoda erhielt nur, was übrig blieb, das war nicht viel. Daher stapeln sich die Bestellungen hier noch immer. Ohne das wären die Lieferzeiten längst bei 2-3 Monaten.

    Bitte nicht die Köppe einschlagen.

    Da merkt man wieder (s. Thread zur "Diskussion mit den Gegnern der E-Mobilität), wie emotonal das Thema ist.


    Theoretisch ist der Pfad ja vorgezeichnet. Verbrenner werden über die CO2 Abgaben von Jahr zu Jahr teurer und das eingesammelte Geld wird mit der Gieskanne wieder an alle verteilt. Die early Adopter profitieren natürlich auch hier, weil sie CO2 über investitionen einsparen können und trotzdem die Entschäditung bekommen. Aber gerade einkommensschwache haben ja einen vermeindlich kleineren CO2 Foodprint und sind somit weniger belastet als der SUV / Sportwagenfahrer der dreimal pro Jahr in Urlaub fliegt. Müsste man nur mal umgesetzt bekommen.


    Ein Teil des Problems ist IMHO, dass Verbrenner im Moment extrem günstig sind. Diesel unter 1,50 € pro Liter. Da fragt man sich schon, ob das sein muss. Wir müssen sicherlich nicht mit 2,50 € unzählige Pendler in den Ruin schicken, Regionen um 1,80 bis 2,00 EUR gabe es schon öfter. Die aktuellen Preise entlasten ja schon fast den Geldbeutel. Um auf der anderen Seite sind die Ladekosten für BEV halt nicht gerade im freien Fall. Beides zusammen ist halt kein Kaufargument. Ich finde schon, dass man im Sinne einer Lenkungswirkung an dieser Schraube - mit bedacht - drehen kann.

    Ach so: Und zum Thema Kaufanreize: Wem gehört noch gleich Ionity?

    Warum geben die nicht jedem Neuwagen eine Ladekarte mit, über die man die ersten drei oder fünf Jahre ohne Grundgebühr für 25 Cent bei Ionity laden kann? Wäre auch mal ein Kaufargument mehr.

    Und würde gleichzeitig die anderen Ladeanbieter automatisch unter Druck setzen, weil die so verkauften Neuwagen bei ihnen ja sicher niemals auf den Hof fahren.

    herrnik: Ja, auch die Argumentation kann ich gut nachvollziehen. Ich hatte mich gestern sehr gewundert, dass Habeck die Flottengrenzwerte eher in Frage stellen als Prämien verteilen will (nun, das sieht er vermutlich auch das Ampel-aus vor der Nase. Dem Chirstian Geld aus der Tasche leihern . . . ).

    Zu Recht führt er aber auch an, dass Deutland sich in Sachen Verkehrspolitik nicht mit Ruhm bekleckert und auf relativ taube Ohren bei der EU stoßen dürft (Stichwort eFuels - wieder die FDP!)


    Mich ärgert die Stategie der Autobauer auch schon länger. Ich hätte mir gerne neben meinem Diesel einen e-Up oder Citigo für den täglichen Weg zu Arbeit zugelegt. 100 KM Reichweite hätten mir da locker gelangt und für den Diesel wären noch 5.000 KM im Jahr übrig geblieben. Haben sie alles aus Angst vor zu hocher Nachfrage gestrichen.

    Dann kam die Kaufprämie, ich fand den ID.3 damals ganz interessant, es gab es aber ausschließlich als Pro Performance Plus für 2 Mio. EUR. Die Basismodelle, wo man mit Prämie bei unter Richtung 25K gelandet wäre: Alle nicht Lieferbar. Und auch jetzt wo alle Welt nach einem bezahlbaren Modell um 25K schreit, bringt VW die GTX Modelle in alle Linien und vom ID.2 ist nichts zu sehen.


    Wenn sie wollten, können sich sicherlich den ID.3 ein wenig aufhübschen. Kostet bestimmt keine 500 EUR, den hohen Hartplastik-Anteil etwas zu verkleiden, die Slider gegen haptische Tasten zu ersetzen und in anbetracht der drohenden Strafzahlungen mal in einer Basisvariante ID.3 Pure als special edition - vielleicht mal mit Alufelgen für 29.800 EUR fix anzubieten. Der ginge sicher wie warme Semmeln. Muss man nur mal wuppen.

    Heute wurden ja ohnehin nur Wünsche vorgetragen. Da wird nicht viel anderes besprochen worden sein als ohnehin schon in der Presse stand. VW will die Prämie, MB mehr Zeit bei CO2 Einsparungen.

    Am Ende muss die Apel sich gemeinsam (also mit dem Christian) auf etwas verständigen. Das kann auch in einer vorgezogenen Wahl enden.

    AndaleR: Ja, Geld fließt eigentlich genug. VW selbst hat im ersten HJ 10 Mrd. Gewinn gemacht und den Umsatz vom 1. HJ 2023 übertroffen.

    Die jammern auf extrem hohen Niveau. Aber die Problematik ist ja auch nicht, dass sie nichts mehr verdienen, sie bekommen den Fuß nicht in die Zukunftsmärke.

    Auch die Hybridautos werden doch bevorzugt an Ladestationen geladen, bei denen das Kabel an der Station hängt.

    Nein, das glaube ich nicht. Die Plugin Hybriden waren (oder sind immer noch) in der Besteuerung den Elektrischen gleichgestellt. Daher wurden sie massenhaft verkauft. In 99% der Fälle gehe ich dabei davon aus, dass es eine Tankkarte dazu gab. Und wenn man sie hätte laden wollen, dann zu Hause (oder sonst wo), aber auf eigene Kosten. Und darum liegen die Kabel auch noch alle ungenutzt im Kofferraum.

    Ich lasse mich gerne eine besseren belehren.

    Immerhin können die Automobilhersteller zurecht ins Feld führen, dass E-Mobilität in Deutschland grundsätzlich nicht läuft. Es ist ja nicht so, dass wir hohe Zahlen bei den Neuzulassungen haben, nur deutsche Hersteller nicht zum Zuge kommen. Die Politk hat da schon auch einen guten Anteil dran. Aber klar: Bei der aktuellen Angebotslage dürften von einer Prämie, besonders wenn man sie z.B. an an bestimmtes Einkommen koppelt, eher andere profitieren.


    Und wenn ich mir anschaue, wie bei den jüngsten Wahlen die Stimmen verteilt wurden?

    AFD ist eher für ein Elektroautoverbot.

    BSW trötert das mehr oder weniger nach.

    CDU/CSU/FDP sind allesamt für längere Nutzung der Verbrenner und e-Fuels.

    Bleiben SPD und Grüne als Befürworter und damit auf Bundesebene nach Umfragenlage keine 25% der Stimmen.

    Ich wäre auch eher der Meinung, dass eine Senkung des Ladestrompreises eher unbemerkt bliebe. Natürlich ist das ein Faktor, aber ich glaube eher nicht, dass viele Autokäufer sich beim Kauf eine komplette Vollkostenrechnung über z.B. 5 Jahre erstellen. Damit dürften viele überfordert sein.

    Eine Kaufpräme führt zwar zu geringeren Rabatten, nutzt also in erster Linie zumindest teilwese dem Hersteller, sie habe aber auch eine enorme psychologische Wirkung. Die meisten Menschen sind sehr empfänglich dafür, wenn sie vom Staat mal über eine Subvention sich etwas zurück holen können.


    Ich würde aber auch ganz klar den Ansatz vertreten, dass das Verbrenner fahren teurer werden muss. Natürlich muss man hier sensitiv vorgehen, da halt viele Arbeitnehmer auf das Auto angewiesen sind. Und gerade diejenigen, die sich hohe Mieten in den Ballungszentren nicht mehr leisten können, müssen halt oft weitere Wege in Kauf nehmen. Bei denen geht es schnell an die Existenz. Aber eine Zulassungssteuer auf Neuwagen und eine höhere Dienstwagenbesteuerung würden diese ja eher nicht treffen.


    Warum nicht? Das in Umlauf bringen eines neuen BEV mit 6.000 EUR fördern und das in Umlauf bringen eines neuen Verbrenners mit einen Zulassungssteuer von 6.000 EUR belegen (na ja, das war jetzt vermutlich etwas hoch gegriffen . . . )