Beiträge von Rumpelkammer

    Eins muss man dem VW Konzern vorwerfen:

    Warum sich mit Ionity an einem Konsortium beteiligen und mit Elli “nur” EMP Rolle spielen und keine eigenen Ladesäulen betreiben?


    Wenn man sich Gründungsmitglieder anschaut, fällt auf, dass bis auf Porsche kein Autohersteller eigene Ladeinfrastruktur hat, wobei die meines Wissens nach nur an den PZ sind.

    Meine Vermutung ist, dass es in den Gesellschafter-Verträgen Klauseln oder Absprachen gibt, die den Betrieb/Aufbau eigener CPO unterbietet/eingeschränkt. Die Idee ist in meinen Augen auch richtig gewesen, weil man ein flächendeckendes Basisnetz braucht(e), um die E-Mobilität voranzubringen (siehe Tesla). Wenn da jeder einzeln oder zusätzlich da rumhantiert hätte, wäre kaum so schnell ein flächendeckendes Netz aufgebaut worden. Dazu kommt die vllt. nicht unberechtigte Angst der anderen Autohersteller, dass bei einem Autohersteller-only Netz man sich und seine Kunden ausliefert.


    Man muss sehen, dass Elli nicht nur in Deutschland sondern Europaweit Lademöglichkeiten bietet. Ist quasi DKV für Privatkunden, um den Kunden das Laden möglichst bequem zu machen. Der Preis hat da erstmal keine Rolle gespielt.


    Heute in den Markt (Aufbau bzw. Aufkauf) einzusteigen, wäre sehr teuer und man kann nicht seriös planen, wie das Investment zu refinanzieren ist. Zudem werden die Autohersteller alles Geld zusammenhalten, gerade wenn es nicht um Autos direkt geht. Mich würde es sogar nicht verwundern, wenn einezlne Hersteller ihre Beteiligung an Ionity verkaufen.


    Ich war heute da. Erklärung warum, weiter unten.

    Zuerst hat das Skoda Navi geplärrt: Das Ziel befindet sich an einer eingeschränkt erreichbaren Straße. Dazu hat es noch etwas von Fußgängerzone gefaselt.

    Vor Ort wurde ich von einem Schild begrüßt: Reitstall Heinrichshof nächste Straße rechts. Bin dann die nächste "Straße" rechts abgebogen. Weg aus verdichteter Erde und Sand trifft es eher. Von der Ladestation sieht man erstmal nichts, da die etwas zurückgelegen ist. Irgendwann sieht man dann instagramhaften Ladeort.

    Laden ging problemlos mit der EC-Karte und der Preis von 30ct ist top.


    Grund der Reise + warum dort laden + ein kleiner Laderant:

    Wenn ich die Berichterstattung richtig verstehe, dann sind Stand jetzt wohl auch die Mineralölkonzerne getäuscht worden. Die haben eine Klimaschutzquote eingekauft und deren Existenz wurde zertifiziert. Aktuell stellt sich die Frage, ob die Zertifizierer in Deutschland davon wussten oder deren Mitarbeiter bzw. Kontrolleure vor Ort das Ding gedreht haben.

    Der Mineralölkonzern darf erstmal auf den Inhalt bzw. den Wahrheitsgehalt der Zertifizierung einer geeigneten Organisation vertrauen. Erst wenn es wegen der Umstände Zweifel gibt (z.B. fast werksneuer Enyaq RS für 30T€, also deutlich unter Marktpreis), kann der Konzern sich nicht mehr so einfach rausreden. Ich habe bislang noch keine Zahl gelesen, wie viel die Mineralölkonzerne für die Quote gezahlt haben. Die jetzt genannte 1 Mrd. € bezieht sich ja auf den geschätzten Marktpreis. Sollten die Mineralölkonzerne deutlich weniger gezahlt haben, könnten die als vllt. einzig haftbar machbarer in Deutschland vor Gericht landen. Vllt. nicht als Hauptäter aber wegen Beihilfe. Die rechtliche Hürde ist im Vergleich zum Privatverbraucher niedriger anzusetzen, weil man einem Konzern entsprechendes Fachwissen unterstellen muss. Auch hier wieder das Beispiel eines Enyaqs mit unklarer Herkunft. Der Endverbraucher könnte sich herausreden. Während der gewerbliche Autohändler beim Einkauf besser nachweisen kann, ob er die Herkunft wegen des niedrigen Preis geprüft hat.

    Für die Mediathek wurde der Beitrag zu einer gut halbstündigen Doku erweitert:

    Milliardenbetrug an deutschen Zapfsäulen: Die Ölkonzerne und der große Klimaschutz-Fake in China
    Ölkonzerne nutzten Projekte in China, um ihre Klimaziele in Deutschland zu erreichen. "frontal" deckt auf, dass viele dieser Klimaprojekte womöglich…
    www.zdf.de

    Es gibt jetzt auch einen richtigen Artikel dazu.

    Betrug bei Klimaschutz? Autofahrer zahlen Milliarde für Fake
    Klimaschutzprojekte der Ölindustrie sind nach ZDF-Recherchen offenbar Fake. Autofahrer haben laut DIW dafür wohl eine Milliarde Euro gezahlt.
    www.zdf.de


    Die Key-Facts:

    - Schaden ca. 1 Mrd. €

    - 3 Projekte wurden rückabgewickelt, Rückabwicklungen stehen bei 6 Projekten an und weitere folgen.

    Das ZDF zeigt heute Abend in der Sendung einen Beitrag über die "Klimaschutzprojekte" der Mineralölkonzerne in China. Im Teaser heißt es dazu:

    Zitat
     Autofahrer abgezockt
    Fake-Klimaschutzprojekte in China

    Ölkonzerne nutzten Projekte in China, um ihre gesetzlichen Klimaschutzziele in Deutschland zu erreichen. "frontal" deckt auf, dass viele dieser Klimaprojekte womöglich vorgetäuscht sind – und geht auf Spurensuche: Wer profitiert vom Klimaschutz-Fake und wie viel haben Autofahrer in Deutschland dafür bezahlt?


    Ich bin gespannt, ob es Neuigkeiten (z.B. Aberkennung von Fake-Zertifikaten) gibt oder die alte Gescichte nochmal erwärmt wird.