Beiträge von ichderarnd

    Die Technik affinen Menschen möchten gerne mehr wissen.

    Flöt :whistling:


    Ich habe mir das „Nicht nachmachen!“ nextnews Video nochmal angesehen. Aus den Kommentaren geht hervor, dass es ein ID.3 mit 58 kWh Nettokapazität ist. Der angezeigte(!) Verbrauch lag bei ca. 100 Wh/km. Bei 0% SOC und 15 Grad Lufttemperatur waren noch 18 km bzw. 1,8 kWh nutzbar.


    Wenn ich annehme, dass das BMS die Batteriekapazitäten linear benutzt und ich den bisherigen Kenntnisstand des Enyaq BMS auf den nextmove ID.3 anwende….


    … dann kommt‘s nicht ganz hin :/. Bei welcher Temperatur die Batterie im Test war, wissen wir allerdings nicht.

    Na ja, war ein Versuch :). Wir können aber wohl davon ausgehen, dass die 1,8 kWh nicht aus der Differenz zwischen Brutto und Netto stammen. Und Akkutemperatur und SOH spielen ja im Test auch noch eine Rolle.


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    Ja schon, aber mich würde eher interessieren, wie es mit VW weitergeht und nicht, was Diess alles verbockt hat. Deswegen ja mein Vorschlag...

    Irgendwo hast Du recht. Der Thread ist eigentlich geschlossen (auch wenn der Titel nicht ganz exakt ist).

    Ein neuer Thread würde diskutieren, wie es weiter gehen kann oder, falls tatsächlich etwas durchdringt, wie es weiter geht.


    Die Führungsebene steht vor einer schwerwiegenden Entscheidung. Und der Vergleich mit Firmen, die in der Vergangenheit die Neuausrichtung nicht geschafft haben, ist leider passend.

    Ulf007: Ist schon eine Weile her, dass ich dazu was geschrieben hatte: MQTT

    Das Protokoll ist eigentlich egal, die Anwendungsszenarien werden eher mehr als weniger.

    Monolithische Software noch dazu als geschlossenes System ist 90er. Was aktuell über ioBroker und Co geht, wurde per reverse engineering realisiert und läuft ähnlich labil und inperformant wie die Skoda App.


    Hausautomation ist nur eines meiner Hobbies…

    Ich fasse zusammen:

    • Ein einheitliches Userinterface (UI) wäre nicht für alle unbedingt wünschenswert. Aber es wird diesen Bedarf je nach Szenario geben.
    • Kollateralschäden aufgrund eines einheitlichen UI sind kein Argument gegen ein einheitliches UI. Dann dürfte sich auch die E-Mobilität nicht durchsetzen.
    • Wenn sich eine Herstellerallianz auf eine Standardisierung der unterliegenden Schnittstellen einigen würde, wäre die UI nutzerwählbar. Außerdem wären endlich stabile, übergreifende Automationen z.B. im Zusammenhang mit dem Smarthome möglich.
    • Es gäbe mehr Vielfalt bei den Apps. Ich könnte sogar mit einer App den Zustand unseres Enyaq, e-Golf, Corsa-e und e-up! einsehen (nicht wundern, wir sind eine größere Familie).
    • Auch im Auto kann ich wählen, ob ich das herstellereigene UI auf der integrierten Hardware oder das UI meiner Wahl auf eigener Hardware nutze.
    • Natürlich muss auch die Automotive Hardware mit der Zeit gehen. Ob sich ein austauschbares Modul hier rechnet, kommt darauf an, wie viele Nutzer es austauschen würden. Natürlich könnte der Fahrzeughersteller hier intern ebenfalls auf Smartphone Hardware (siehe Diskussion oben) setzen und USB C als Interface verwenden.
    • VW wird sicher keine eigenen CPUs entwickeln. Die Kosten stünden in keinem Vergleich zu den Lizenzkosten. Natürlich werden weiterhin custom chips entwickelt da diese digitale und analoge Funktionen auf einem Die haben. Da sind aber allenfalls Microcontroller enthalten.
    • Der Zug fährt bald ab. Es wird Zeit für die Weichenstellung.

    Ich sehe es einerseits auch wie Ihr: Monopol ist nicht gut und „eigentlich“ ist Softwareentwicklung ganz einfach (ich bin schon sehr lange Softwareentwickler).


    Aber bleiben wir lieber bei der Realität, mit der VW es jetzt zu tun hat: Wenn ich ein performantes und möglichst aktuelles Bediensystem in einem Auto haben will, dann geht das nicht mit Automotive-Hardware: Da gibt es strenge Vorgaben bzgl. der Qualifikation, die aus Sicht der Konsumenten eine Ewigkeit dauert. Mit Smartphone-Hardware, die im Jahresrythmus aktualisiert wird, wird Automotive Hardware so schnell nicht mithalten können. Das soll sie auch gar nicht. Ein Auto sollte 15 Jahre oder länger seinen Dienst tun.


    Die Einbindung von Smartphones für die Fahrzeugbedienung macht daher Sinn. Nicht nur aus den von mir oben genannten Komfort-Aspekten. Die Auswahlmöglichkeiten für mobile Betriebssysteme sind hier aktuell fix vorgegeben. Punkt.

    (Und ja: Das Auto muss auch fahren wenn das Smartphone mal nicht da ist. Notbetrieb = Infotainment).


    Jogi spricht zu recht von Datenpunkten, die die beiden Hersteller geschickt nutzen. Das ist vollkommen richtig und ein Kernaspekt, den VW noch nicht verstanden hat (ich habe mit Ihnen darüber auf der IAA 2019 gesprochen und kenne die Antwort).

    Viel wichtiger ist aber: wer das Endgerät für die Benutzer herstellt, hat alles in der Hand. Marketing hin oder her. Beispiel: Die Banken haben das Potential funktionierende, mobile Bezahlsysteme zu entwickeln. Können sie diese durchsetzen? Nein. Das war von Anfang an klar. Trotzdem haben viele Banken hier viel Geld in Software versenkt.


    VW hat das Potential. Sollte es genutzt werden? Gebt Euch die realistische Antwort selbst.


    Nehmen wir eine andere Sicht auf dieselbe Sache:

    Ein Smarthome hat unter anderem folgende Datenpunkte: Innen-/Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit, CO2 Gehalt, Wärmepumpe (Heizen, Kühlen), Energieverbrauch, (Dach-) Fenster, Türen, Rollos, Licht, Kameras, PV, Speicher (Daten, Wärme, Strom), Automatisierung.

    Welche dieser Datenpunkte passen nicht auf einen Enyaq? Was ist an einem Auto so anders als an einem Haus außer dass es sich zusätzlich bewegen kann?


    Es gibt viele Smarthome Systeme. Wer sich damit beschäftigt hat, weiß, dass es hier inzwischen eine Herstellerallianz mit Aussicht auf Erfolg gibt. Das gleiche muss im Fahrzeugbereich passieren. Wenn nicht, wird der Standard Apple oder Google (oder beide) lauten. Aber ganz sicher nicht VW, BMW, Mercedes, Tesla…

    Nochmal: Ich spreche nicht von Fahrzeugfunktionen wie autonomem Fahren.

    Das Argument, dass Google oder Apple mit einem eigenen Fahrzeug auf den Markt kommen, ist für mich nur dann stichhaltig, wenn die Usability der Google/Apple Fahrzeuge wesentlich besser ist als jetzt beim MEB. Und, ganz ehrlich, das wird nicht schwer sein.


    Und welche Autos werden dann gekauft? Es braucht da keine Google/Apple Macht.

    Wenn Google/Apple aber an jedem anderen verkauften Fahrzeug mitverdienen kann, wird man diese Quelle nicht zudrehen. Die Verteilung dieser zukünftigen Umsätze wird jetzt festgelegt.


    Zudem werden die Autos dann von Google und Apple durch Auftragsfertiger gebaut. Möge der bessere Auftragsfertiger gewinnen.

    Tesla ist übrigens ein gutes Beispiel: Es braucht lange, um gute Autos bauen zu können. Software allein ist es nicht und auch Tesla schafft hier nicht ein „sehr gut“.


    Wir hier im Forum können uns zurücklehnen und abwarten. Andere müssen jetzt handeln.

    Kann man einen Forums-Post eigentlich auf Wiedervorlage in zwei Jahren legen? ;)