Beiträge von HAL01

    Renault und EnBW ist das ungeliebte Roaming und keine Durchleitung. Das ist ein riesiger Unterschied.


    Und ich sehe das nicht durch die Brille eines Lobbyisten, sondern durch die pragmatische Brille eines Projektleiters, der das im Prozessmanagement und in der Software umsetzen müsste.


    Und Fahrstrom kann man realistisch nicht 1 zu 1 mit Haushaltsstrom vergleichen, alleine schon weil die Technik, Infrastruktur, und die Kostenstruktur eine andere ist. Das kann höchstens als Anhaltspunkt herhalten.


    Und zum Wettbewerb gehören immer zwei, wenn die Kunden bei der Auswahl des Anbieters, der Ladesäule nicht ausreichend preissensitiv sind, passiert auch nichts. Und da sind wir u.a. wieder beim Thema Filter nach Anbietern in der Ladeplanung der Autos.


    Nicht falsch verstehen, ich bin ja auf Deiner Seite, dass Ladstrom günstiger werden muss, aber ich sehe die Dinge halt realistisch, mit meinem Wissen im Hintergrund. Ich arbeite seit über 10 Jahren bei keinem Energieversorger mehr.

    Alles gut, aber dass sich die notwendigen Investitionen in Grenzen halten, stimmt nicht. Höchstens, wenn Du immer an der gleichen Ladesäule laden würdest. Wir reden hier ja nicht von einem Wochenendhaus mit eine, fix eingebauten Zähler. Sondern, man fährt das ganze Jahr lang durch die Republik und lädt an zig Ladesäulen von zig Anbietern. Das ist eine ganz andere Nummer. Da sind erhebliche Investitionen in Software, Schnittstellen und IT notwendig und das bei jedem einzelnen Marktteilnehmer.


    Wir reden ja davon, dass Du z.B. an einer EnBW Säule in Bayern lädst, dass EnBW dann weiß, wo Du Deinen Vertrag für Haushaltsstrom hast, die geladene Menge KWh von EnBW an Deine z.B. heimischen Stadtwerke gemeldet werden und die heimischen Stadtwerke Dir dann den geladenen Strom zum Preis des Haushaltsstroms in Rechnung stellen. Und dass soll dann mit jedem Säulenanbieter und mit jedem Anbieter von Haushaltsstrom untereinander reibungslos funktionieren? Und die dazwischenliegenden Netzbetreiber, die den Strom durchleiten müssten kommen dann auch noch ins Spiel.


    Nur eine Detailfrage von vielen. In der Regel erhält man nur einmal im Jahr eine Stromrechnung für Haushaltsstrom. Soll dann Dein heimischer Versorger gegenüber dem Ladeanbieter unterjährig in Vorleistung treten? Oder soll Dir Dein heimischer Versorger monatlich eine separate Rechnung für Ladestrom zusätzlich schicken? Oder soll der heimische Versorger die monatlichen Abschläge erhöhen, aber um wieviel, er weiß ja nicht wann und wieviel Du laden wirst? Dein heimischer Versorger wird sich bedanken.


    Nur mal so eine weitere Detailfrage. Wenn Du zu Hause umziehst, den Anbieter für Haushaltstrom wechselst, wie bekommt der Ladesäulenbetreiber das mit? Datum, Name neuer Anbieter usw.? Wo schickt EnBW, beispielhaft, dann die ermittelten Mengen/ KWh Ladestrom hin? Und was ist bei einem Wechsel mit Rechnungen, die quasi noch unterwegs sind, und bei Deinem, alten Anbieter landen?


    Und das sind nur zwei Detailfragen, da fallen mir noch ganz viele ein. Was ist z.B. bei offene Forderungen, Zahlungsausfällen, Mahnungen, Inkasso usw..? Zuständigkeit, Haftung? Beschwerden bei falschen Abrechnungen, Rechnungskorrekturen? Umgang mit Insolvenzen von Marktteilnehmern?


    Ich habe damals die Strommarktliberalisierung in der Softwareentwicklung eines der großen Energieunternehmen mitgemacht. Das waren damals 3-stellige Millionenbeträge, nur bei diesem einen Unternehmen, die investiert werden mussten, Stichwort Marktschnittstellen und Anpassungen der Abrechnungssoftware usw. usw. Und dabei ging es um 1 zu 1 Beziehungen, also ein fix installierter Zähler in einem Haushalt zu einem Stromanbieter. Hier reden wir von zig Zählern, sprich Ladesäulen, zu zig Anbietern von Ladestrom zu zig Lieferanten von Haushaltsstrom. Das umzusetzen wird eine echte Nummer.


    Ich halte das, als jemand der weiß wovon er spricht, für äußerst komplex und entsprechend teuer, wenn überhaupt technisch machbar. Machbar wäre das sicher nur als Insellösungen, also innerhalb eines einzelnen Unternehmens, das Haushaltsstrom und Ladestrom anbieten, aber nicht alle mit allen in ganz Deutschland.


    Realistischer ist, dass der Gesetzgeber regulierend bei Roaminggebühren eingreift, und auf der reinen Lieferseite freier Wettbewerb herrscht. Und auf der reinen Lieferseite die Kartellbehörden regulierend eingreifen, wenn sich ein Monopol oder Oligopol abzeichnet.

    Das Thema „Für und Wider“ LA lässt sich eigentlich gar nicht objektiv diskutieren, das ist echt müßig, weil jeder das persönlich anders empfindet und dann kommt es auch noch auf die Straßenverhältnisse an, also in welchem Umfeld man sich schwerpunktmäßig bewegt. Wer viel Autobahn und gut ausgebaute Landstraßen fährt empfindet das anders, als derjenige, der viel enge Bergsträßchen fährt.

    Die Diskussion endet nie und führt zu keinem Ergebnis.


    Interessanter wäre da der Vergleich mit anderen Herstellern/Fahrzeugen, wie gut oder schlecht der LA ausgelegt ist.


    Mich stört der LA überhaupt nicht, ich lasse ihn immer eingeschaltet, auch auf engen, kurvigen Landstraßen. Ich habe schon Autos gehabt, da war der LA wesentlich übergriffiger. Das ist beim Enyaq doch absolut harmlos, bzw. das Teil arbeitet eher sehr dezent, was für die Qualität der Assistenzsysteme von Skoda/VW spricht.

    Es gibt mehrere Gesellschaften, die vollständig zu EnBW gehören, aber in unterschiedlichen Rollen im Strommarkt auftreten.

    So sind Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt offenbar zufrieden und EnBW kann störungsfrei allfällige Konkurrenz aus dem Markt drücken.

    Das Problem ist, dass die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt nicht zuständig sind, weil Fahrstrom, im Gegensatz zu Haushaltsstrom und Gewerbestrom, nicht gesetzlich reguliert sind. Die Gesetze zum Unbundling und zur Strommarktliberalisierung gelten nicht für Fahrstrom.


    Erst müsste der Gesetzgeber tätig werden und dann erst können Behörden was machen.

    Ich habe dieses Dokument im Netz gefunden. Es geht zwar um den Datenschutz, aber in dem Dokument wird, wenn auch sehr oberflächlich, erklärt, wie die beiden Unternehmen EnBW AG und EnBW Mobility+ miteinander agieren.


    Für mich unterstreicht das, dass die Strommarktliberalisierung, das gesetzl. Unbundling und die gesetzl. Marktrollentrennung, wie wir es vom Gewerbestrom und vom Haushaltsstrom kennen, im Bereich Fahrstrom nicht wirklich existiert.


    https://assets.ctfassets.net/upmoejz03x66/2wHeHm42wvkeA1XwXDezMn/55a6b8468aec42e27807ea9f277e0864/Datenschutzinformation_3.0_public.pdf

    Die Strommarktliberalisierung Ende der 90 er Jahre sollte die Monopole der Energieversorger brechen und für freien Wettbewerb sorgen. Die Energiekonzerne wurden zerschlagen und die ganze Branche musste sich nach Marktrollen aufstellen.


    Das wurde zuerst für Gewerbekunden eingeführt, ein oder zwei Jahre später auch für Haushaltstrom.


    Es wurde wahrscheinlich nie für Fahrstrom eingeführt, bzw. die Anbieter wie EnBW, haben das so für sich interpretiert, dass das für Fahrstrom nicht gilt. Eine absolute Grauzone. Und dieses Versäumnis des Gesetzgebers, hier im Sinne der Kunden nachzubessern, erlaubt so Spielchen wie Roaming zu hohen Preisen. Und diese Versäumnisse des Gesetzgebers verhindern diskriminierungsfreien Zugang aller EMP zur Ladeinfrastruktur.

    Das würde bedeuten, dass beim Fahrstrom die gesetzlichen Regeln der Marktrollenaufteilung nicht eindeutig sind.


    Hier scheinen die Infrastruktur und der Vertrieb in einer Hand zu sein. Beim Haushaltsstrom gibt es den Lieferanten/Vertrieb und den Netzbetreiber/Infrastruktur und das sind, gesetzlich vorgeschrieben, unterschiedliche Gesellschaften.


    Vielleicht ist das der Knackpunkt, eine gesetzliche Grauzone, dass bei der Elektromobilität die Marktrollen nicht klar definiert oder umgesetzt sind.


    Und dann wird es natürlich schwierig mit dem diskriminierungsfreien Zugang anderer EMP zu den Ladesäulen.