Die Diskussion um die Bremse des Enyaq gibt es schon länger. Man findet hier im Forum auch diverse Beiträge dazu.
Der Knackpunkt ist nicht die Bremsleistung, also der Bremsweg. Das ist alles OK, trotz Trommelbremsen hinten.
Es geht um den Pedalweg und um das Pedalgefühl. Bei einem Umstieg von anderen Autos auf den Enyaq, fällt der sehr lange Pedalweg auf. Im Falle einer notwendigen starken Bremsung, muss man sehr weit durchtreten, bis die Bremsen richtig greifen. Und das Pedalgefühl ist dabei sehr schwammig.
Mir fällt das z.B. bei Rechts-vor-Links Situationen stark auf. Man fährt auf eine schlecht einsehbare Einmündung zu und im letzten Moment sieht man ein Auto oder Fahrrad kommen und muss sehr schnell kräftig bremsen. Dann meine ich, zuerst in ein Loch zu treten.
Man gewöhnt sich an alles. Mir ist es aufgefallen, beim Umstieg vom Ioniq 5 auf den Enyaq. Der Ioniq 5 hat da einen definierteren Druckpunkt, der Pedalweg ist kürzer und das Pedal fühlt sich fester an. Vor dem Ioniq 5 hatte ich einen Plug In Hybrid von Mercedes. Beim Umstieg auf den Ioniq 5 habe ich keine wirkliche Veränderung festgestellt. Fühlte sich alles so an, wie bei den ganzen Verbrennern davor auch.
Am stärksten fällt es Fahrern auf, die oft die Fahrzeuge wechseln. Wenn man nur, oder sehr oft den Enyaq fährt gewöhnt man sich schnell daran.
Ich hätte mir für den bestellen Enyaq Modelljahr 27 sehr das One-Box-Bremssystem gewünscht. Damit wäre einer meiner persönlichen Hauptkritikpunkte am Enyaq vielleicht gelöst worden. Gibt es nicht, ist halt so.
Ich beziehe mich auf meinen jetzigen Enyaq 85 aus 2024. Vielleicht hat sich mit dem Facelift 2025 oder mit dem Modelljahr 27 dennoch was an der Bremse getan, auch ohne One-Box-System.
PS: Gutachter unterscheiden zwischen Bremsweg und Anhalteweg. Ich könnte mir vorstellen, dass der Anhalteweg beim Enyaq auf Grund der oben beschriebenen Thematik etwas länger ist. Zumindest ist das mein Gefühl, z.B. bei der oben beschriebenen Kreuzungssituation.