Ich greife mal aus meiner völlig laienhaften Sicht die Sache mit der Ortbarkeit auf (bitte verzeiht mir, wenn ich nicht sauber differenziere zwischen Ortbarkeit und Lokalisierbarkeit). Unterhalb einer gewissen Frequenz können wir Menschen nicht mehr sagen, woher ein Ton kommt. Ich denke, dass ist unbestritten. Denkt nur mal an den Rettungshubschrauber. Wenn wir den hören, aber noch nicht sehen können wir nicht sagen, woher der kommt. Wir drehen uns dann meist um unsere eigene Achse und suchen am Himmel nach dem Hubschrauber. Genau so ist es auch bei der Musik und m.E. auch nicht anders. Ich hoffe, ich bin nicht völlig falsch, wenn das daran liegt, dass der Abstand der menschlichen Ohren zueinander für die Wellenlänge von tiefen Tönen zu nah ist, um zu sagen, woher der Schall kommt.
Als ich zu unserem User Gack gefahren bin, um mir das Soundsystem von ihm und den Subwoofer im Kofferraum einbauen zu lassen, testete ich die Anlage nach dem Einbau u.a. mit der Ouvertüre zu Tschaikowskis 1812 in einer Aufnahme des Labels Telarc. Darauf befinden sich Aufnahmen von historischen Kanonen aus der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs. Die Dinger haben verdammt tiefe Frequenzen. Bei dem Stück geht es um den Kampf der Truppen des russischen Zars mit den Truppen Napoleons. Sitze ich vor meiner Stereoanlage Zuhause mit zwei Standlautsprechern, dann hört man links die Franzosen und rechts die Russen. Wenn ich den Subwoofer orten könnte, dann müssten beide Truppen von hinten kommen
. In der Tat hört man auch hier die Donnerschläge der Kanonen von rechts bzw. von links. Klar, es ist den Oberwellen geschuldet und der Rest macht unser Hirn. Wenn ich die tiefen Töne aber orten könnte, dann müsste ich eindeutig beide Truppen von hinten hören.
Aber das Ausgangsproblem war ja, dass der Sub wohl nicht wahrnehmbar sei.