? Rechnen wir das einmal: Ein Mittelklasse-Elektroauto braucht rund 22 kWh inkl. Ladeverluste auf 100 km. Mit dem aktuellen Emissionsfaktor Strominlandsverbrauch (in 2020: 380 g/kWh) sind das 8,36 kg CO2. Wir folgen der Argumentation der Autoren und verdoppeln den Wert willkürlich auf 16,7 kg. Der eingesparte Pkw mit Benzinmotor verbraucht heute typisch 7,3 l/100km (aktueller mittlerer Verbrauch aller Pkw in Deutschland laut KBA). Das entspricht mit 2,732 kgCO2/l (inkl. Vorkette) dann 19,9 kg CO2. Also wäre der richtige Emissionsfaktor für Elektroautos sogar negativ?! Und müsste man nicht auch den Entfall von Lärm und von Diesel- und Schwefelgestank in den Innenstädten einpreisen? Und weiter: Elektroautos werden immer häufiger beim Parken am Arbeitsplatz oder beim Einkaufen geladen, also über den Tag. Wegen Corona arbeiten viele Menschen im Homeoffice. Auch sie laden ihre Autos tagsüber. Tagsüber haben wir oft ein Überangebot an PV-Strom. Es besteht die Gefahr von Netzinstabilität und Abregelung. Diese Situation wird durch ladende Elektroautos verbessert, die Autos verhalten sich netzdienlich. Müsste man ihren Emissionsfaktor deshalb nicht eigentlich reduzieren, sagen wir beispielsweise auf die Hälfte?