Wir müssen uns doch nur vor Augen führen, woher die Ablehnung oder Bedenken gegen das E-Auto kommen. Ich würde es nicht Trotz nennen.
1. Reichweite
2. Fehlende Lademöglichkeiten
3. Haltbarkeit der Batterie
4. Hoher Anschaffungspreis
Gegen Punkt 2 und 4 könnte der Staat mit gezielter Förderung angehen. Wenn es dann auch innerstädtisch genügend AC Ladeplätze gäbe (wie schon oft von mir hier geäußert, hielt ich die damalige Wallboxförderung für falsch, da überwiegend gut situierte EFH-Besitzer profitierten), dann wäre das ein großer Gewinn.
Gegen 1 und 3 hilft Aufklärung. Und mal ganz ehrlich. Auf was stehen die Petroleum-Heads, auf Hubraum und Benzingestank? Nein, in Wahrheit ist es doch das, was das Ergebnis aus Benzin und Hubraum ist, nämlich Kraft und Beschleunigung. Und was hat mehr Drehmoment und schnellere Beschleunigung als ein V8? Ja, richtig. Ein E-Auto.
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Ich bin da in einigen Punkten ganz bei Dir, habe zu anderen Punkten dann noch Anmerkungen:
1. Reichweite
Der „gemeine“ Deutsche (eben der Durchschnitt) will ein oder zweimal im Jahr Verwandtschaft besuchen oder eine Urlaubsreise machen. Hierfür erwartet er mindestens 800km Reichweite - natürlich ohne Ladung und ohne Tanken und ohne Pause und Rast gefälligst! - Diese zweimal Ausflug werden dann einfach auf den restlichen Alltag im Jahr „runtergerechnet“ (Auto steht zu 90% rum und fährt im Jahr höchstens 10.000km)
Damit ist das E-Auto bereits raus, weil es hier schon das gewohnte und konservative Denken (es darf sich nichts ändern!) stört.
Hier helfen keine Erklärungen und Erläuterungen, hier muss der konservative Denkende einfach in die Elektrorichtung „geführt“ werden, zB durch Förderung der E-Mobilität (Kauf und Ladepreise) und durch Erhöhung des finanziellen Drucks beim Kauf von Verbrennern.
2. Fehlende Lademöglichkeiten
Das zieht nicht mehr. Es ist wirklich schon echt viel da, zumindest hier in NRW. Wer das immer noch als Grund gegen ein E-Auto sieht, will sich nicht wirklich damit auseinandersetzen. Vorurteil da, Klappe zu, fertig. Allerdings sind tatsächlich viele Ladesäuseln schlecht gewartet oder kaputt, das darf nicht sein.
3.Haltbarkeit der Batterie
Die Sicherheit im Flugverkehr ist drastisch höher im Vergleich zum Straßenverkehr, dennoch haben fast alle Menschen mehr Angst vor dem Fliegen. Das ist ein typisches psychologisches Phänomen - die Kontrolle abgeben zu müssen. Verbrennerautos kennen alle, egal wie störanfällig und aufwändig diese im Unterhalt auch sind, die Angst vor dem doch auch sehr unwahrscheinlichen Batteriecrash ist viel größer, weil man keine Kontrolle und Erfahrung darüber hat.
4. Hoher Anschaffungspreis
Stimme Dir uneingeschränkt zu. Solange es solch „ideologische“ Parteien gibt, die das E-Auto zugunsten von Verbrenner sterben lassen möchten, solange wird in Deutschland sich nichts ändern.
Das was nun eingetreten ist mit der Autoindustrie und dem E-Auto, beklage ich hier im Forum schon seit Jahren. Zum Schluss wird wieder der Steuerzahler die Zeche unfähigster Politik und Konzernlenker bezahlen. Egal, wie sie heißen, ob Scheuer, Ramsauer, Dobrindt, Wissing oder Lindner, sie zeichnet alle ein extremes Maß an Ideologischem Denken und Dummheit gegen alle Regeln der Wissenschaft und Ökonomie aus. Dazu noch teilweise kriminelle Energie. Solange solche Politiker incl. AFD das Sagen haben, wird es immer schlimmer hier. Solange die deutschen Automarken ihre billigen Verbrenner überteuert mit hoher Marge gewinnbringend verkaufen wollen -mit entsprechend großem Lobbyismus - ist das totale Scheitern im internationalen Wettbewerb bereits voll im Gange.
Wir haben in Deutschland den kompletten Anschluß an die Welt verloren. Auto, Digital, Bahn, Strom, Umwelt. Ohne Invest wird das immer schlimmer.