Absolut korrekt. Die DB AG ist das Produkt der Politik der letzten Jahrzehnte. Die Schiene allgemein wäre um einiges leistungsfähiger, wenn man ihr nur 25% der Investitionen gegönnt hätte, die man in die Straßen gesteckt hat. Ich kenne noch eine funktionierende und ziemlich leistungsfähige, aber trotzdem für Kunden bezahlbare Eisenbahn aus eigener Erfahrung als Lokführer bei der DR/DB. Die Politik wollte unbedingt Profit machen und hat sich in ihrer kurzsichtigen Gier erstmal alles weggespart, was die Schiene leistungsfähig, flexibel und beständig macht und jetzt wird über dieses Ergebnis gejammert. Züge blockieren keine Park-/Ladeplätze und erzeugen auch keine Staus auf Straßen und Autobahnen.
Nun ja. Züge haben genug mit den Staus auf den Schienen zu tun. Und sie müssen auch keine Ladestationen oder Parkplätze blockieren; sie blockieren sich selber.
Für mich als Nutzer der Züge ist es völlig egal, warum der Zugverkehr so unzuverlässig ist. Ich höre nur das Geflenne, dass die Leute weniger Auto und mehr Zug fahren sollen - und einige Leute würden das am liebsten mit Strafen und Zwang erzwingen. Dabei wäre es - meiner Meinung nach - so einfach: sobald der Schienenverkehr wirklich besser, schneller, billiger, komfortabler ist (wobei nicht alles gleichzeitig zutreffen muss), steigen die Leute auf den Zug um - weil er besser, schneller, billiger und/oder komfortabler ist. Ich denke, das wird für den Personenverkehr, wie für den Güterverkehr gelten.
Man schichte also das Geld von Straße zu Schiene um und das Problem wird sich ganz von selbst in Luft auflösen. Das müssen aber die Politiker tun - die Politiker, die jetzt nicht müde werden rumzujammern, das die bösen SUV-Fahrer die Umwelt kaputt rasen.
Ich fahre jeden (Werk-)Tag mit der Bahn. Und bei 8 von 10 Fahrten weiß ich, warum ich noch ein Auto habe und diese auch nicht abschaffen kann. Seien es die jährlichen Streiks, "Reparaturen am Zug", Personen im Gleis, oder ganz allgemein "Störungen im Betriebsablauf". Auf meiner Strecke bin ich in den letzten drei Wochen nur noch zum Bahnhof hingefahren und habe irgendeinen Zug, nach irgendwo genommen, der irgendwann kam. Die Anzeigtafeln haben was anderes als die App gezeigt, die wiederum was anderes als der Fahrplan sagten, der wiederum über die Lautsprecher anders ausgerufen wurde.
Ja... ich bin auch schon ganz hervorragend mit dem Zug gefahren. Schneller, pünktlich und gleichzeitig billiger, als ich es mit dem Auto hätte realisieren können. Es ist nur nicht zuverlässig planbar.
Im April muss ich zum Flughafen nach Frankfurt. Ich habe bereits ein Zugticket für den Tag. Und dennoch sehe ich mich gerade gezwungen aus Risikogründen abzuwägen nicht doch mit dem Auto, oder einen Tag früher mit dem Zug zu fahren, weil ich im Augenblick wirklich Sorgen habe, dass ich den Flug verpasse, wenn ich mich dazu entscheide mich auf die Bahn zu verlassen. Diese Unzuverlässigkeit ist - in meinen Augen - der größte Hemmschuh: man kann mit der Bahn einfach nicht planen.